Überdüngung der Börsen

4. September 2011 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer, Slideshow

von Frank Meyer

Börsen sind wie Kühe. Sie grasen den ganzen Tag auf den Weiden des Geldes, kauen das Zeug hinunter, kauen es wieder hoch und schicken es dann durch Gedärme…Dabei beobachten sie mit großen Augen, wie die Verantwortlichen für Geld mit Düngemitteln auf dem Acker herumfahren, ohne die Dosiermengen zu kennen. Als Nachtisch serviert man Kraftfutter…

Was dann passieren kann, hat der August gezeigt. Die Rumpsteaks landeten in der Pfanne. Was sonst hinten heraus kam, war ein großer Haufen Mist. Mit einem DAX-Minus von 19 Prozent gehörte der August zu den gefährlichsten Börsenmonaten. Gold wurde zwölf Prozent teurer.

Warum zum Teufel kaufen die Leute Gold? Ich bin der Sache nach gegangen. Laut Statistik stecken 0,8 Prozent aller Gelder im Gold. Das ist eine BlaBlaBlase, rufen Experten. Wenn dem so ist, müsste der heimische Trödelmarkt inzwischen zum Goldbasar mutiert sein. Man könnte doch erwarten, dass die Spekulanten ihre Goldschätze an andere Dummköpfe verkaufen, die an noch höhere Kurse glauben. Nichts dergleichen.

Da lagen ein paar schlecht gemachte Gold-Attrappen und vier Unzen echtes Silber gelangweilt herum. Sie glänzten in der Nachmittagssonne und vor sich hin, dass es den Leuten hätte auffallen können. Der Händler wollte einen fairen Preis. Also habe ich sie eingesteckt. Wahrscheinlich war ich der einzige Idiot unter hunderten in Sachen Finanzen aufgeklärter Bürger. Als ich dann aus Spaß einige Leute fragte, die so aussahen, als hätten sie die Taschen voller Goldmünzen, schreckten sie zusammen, als ob vor ihnen die Heimsuchung stünde. Wahrscheinlich hatten sie recht. Muh!

©Frank Meyer, Kolumne aus den Lübecker Nachrichten

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4 Kommentare auf "Überdüngung der Börsen"

  1. holger sagt:

    —>>>Da lagen ein paar schlecht gemachte Gold-Attrappen und vier Unzen echtes Silber gelangweilt herum. Sie glänzten in der Nachmittagssonne und vor sich hin, dass es den Leuten hätte auffallen können. Der Händler wollte einen fairen Preis. Also habe ich sie eingesteckt“

    Ich sehe es schon kommen. Wegen Dir Frank, wird eines Tages die Elektronik-Industrie zu Grunde gehen 😀 Hast Du damals eigentlich Deinen Umzug extra versichert? Und Du weißt auch, dass dein Auto ein zulässiges Gesamtgewicht hat… oder? Ich würde jedenfalls das Fahrwerk auf Stabilität mal überprüfen lassen. Außerdem gildet Dein Lappen nur bis 7,5 tonnen oder hast Du auch LKW ggf. Kettenfahrzeug.

    Frag ja nur wegen der Verkehrssicherheit.

  2. DonTrader sagt:

    Börsen sind wie Kühe? Mhhh …. Börsen sind eher wie wilde Stiere beim Rodeo. Wer sich mit ihnen messen will, wir in Regel abgeworfen, wenn nicht gar gleich aufgespießt oder zertrampelt. Geld als Kraftfutter macht sie noch wilder und unberechenbarer. Das Preisgeld gewinnen nur ein paar erfahrende, kenntnisreiche und clevere „Cowboys“. Die anderen sorgen für Unterhaltung und Liquidität, liegen ehe sie sich versehen im Staub und lecken ihre Wunden.

    Die Deutschen sind in Finanzdingen eh schon Analphabeten, warum soll es bei Gold anders sein. Weshalb ich meine ersten Goldmünzen (Philharmoniker) gekauft habe, weiß ich gar nicht mehr. Ich glaube aus Nostalgie. Mich haben als Kind die Piratenfilme mit ihren Schatztruhen voll mit in Sonnenlicht funkelnden Goldmünzen begeistert. Meine ersten Goldmünzen kosteten mich pro Unze nur 600€, ich kann das gar nicht mehr fassen!

    • Papiermuenze sagt:

      Also ich kann mich erinnern, dass ich in den 90ern von meinen Eltern eine Feinunze Gold bekommen habe, die 250 harte DM kostete. DAS ist nicht zu glauben oder etwa doch? Kann es sein, dass sich die schönen bunten Scheinchen der Euro-Welt jeden Tag ein bisschen mehr dem Materialwert annähern? Oder liegt und lag es daran, dass der Goldpreis gerückt und gedrückt wird wie es den Eigentümern der FED gefällt? Wer weiß? Oder sind es die Inder und Chinesen, die auf ihren Euro/ Dollar Papiermüllkippen sitzen und daraus schnell noch ein bisschen echtes Geld machen wollen. Fakt ist: Der Goldpreis ist im augenblicklichen Wirtschafts-und Finanzsystem nicht nur von der Nachfrage abhängig. Vielmehr ist er ein Manipulationsinstrument der obersten Hüter der Hauptpapiergeldwährung und dient auch dazu, die Glaubwürdigkeit der bunten Scheinchen aufrecht zu erhalten. Aktuell gestaltet sich eben dieses als recht schwierig…
      Noch was zu Gold an sich: Gold ist gut, natürlich! Gold hat eine überzeugende Historie, jedenfalls überwiegend. Aber eben nur überwiegend. Und daran sollte man denken. Goldbesitz war gerade im letzten Jahrhundert mehrfach verboten. Und Gold kann man nicht essen. Da werden die Goldjünger wieder schreien: Aber man kann sich davon eine Menge Essen kaufen! Stimmt meistens, aber eben nicht immer. In Zeiten der Krise sind andere Sachwerte von weitaus größerer Bedeutung und Wert. Nur, wer seine Goldvorräte in der Krise nicht anrühren muss und – und das ist wichtig- schützen kann, wird von dem Wertaufbewahrungvorteil des Goldes profitieren können. Das setzt voraus, dass man für einen langen, möglichwerweise sehr langen Zeitraum umfangreich für den täglichen Bedarf vorgesorgt und ein wirklich richtig gutes Versteck für seine hübschen, gelben Taler gefunden hat. Um noch mal auf Sachwerte des täglichen Bedarfs zurückzukommen…Warum sind die wichtig? Was uns wohl als nächstes erwartet, ist eine weltumspannende Rezession, der Globalisierung sei Dank. Was passiert da? Fehlende Nachfrage, Massenentlassungen, Firmenpleiten. Das Papiergeld wird ein letztes Hoch erleben. Es wird zunächst ein Überangebot von Waren geben. Mit der fehlenden Nachfrage wird das große Firmensterben losgehen. Relativ schnell wird es danach zu einer Verknappung kommen, möglichweise in Verbindung mit einer Hyperinflation. Da werden sich die meisten Leute zum ersten Mal begreifen, woher Essen, Kleidung und Elektronikartikel bisher gekommen sind. Außer Trigema T-Shirts und Kartoffeln gibts dann in Deutschland nicht mehr allzu viel zu kaufen. Wohl dem, der in diesen Zeiten Gebrauchsgegenstände aus der Vorkrisenzeit gehortet hat. Kurzum, auf Gold allein ist kein Verlass. Daran sollte man immer denken.

  3. Zaubrberg sagt:

    „Wenn Sie den Führerschein der „alten“ Klasse 3 haben und in der Land- oder Forstwirtschaft tätig sind, bekommen Sie beim Umtausch Ihres Führerscheins auf Antrag die Klasse T zugeteilt.“

    … und dann können Sie mit 40to und bis zu 60km/h unterwegs sein… man braucht nur einen Bauern der bescheinigt das man (auch aushilfsweise) in der Landwirtschaft tätig ist… mich!

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