Über Geldvermehren, Goldpreis und Euro-Wechselkurs

4. August 2012 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

(von Thorsten Polleit) Man nehme einmal an, es gibt zwei Güter A und B. Gut A wird immer stärker vermehrt, Gut B nicht. Was wird wohl passieren? Richtig: Gut B wird knapp relativ zu Gut A, es wird sich also verteuern. Genau das spiegelt sich seit Jahren im steigenden Goldpreis wider…

Die Zentralbanken weiten die Papiergeldmengen immer weiter aus, und zwar weitaus stärker, als die Goldmenge anwächst; Gold wird immer knapper relativ zur Papiergeldmenge.

Besonders gut lässt sich dieser Zusammenhang erkennen, wenn die Zentralbankbilanz dem Goldpreis gegenübergestellt wird. Das Anwachsen der US-Zentralbankbilanz – die ja das Ausweiten der (Basis)Geldmenge reflektiert – geht mit einem steigenden Goldpreis einher.

Besonders augenscheinlich ist dieser Zusammenhang im Euroraum (siehe hierzu die nachstehende Graphik): Die anschwellende Bilanzsumme der Europäischen Zentralbank (EZB), insbesondere seit Ende 2008, ging geradezu Hand in Hand mit einem steigenden Goldpreis in Euro gerechnet.

Auf seiner Sitzung am 2. August hat der EZB-Rat nun in Aussicht gestellt, noch mehr Basisgeld in Umlauf bringen zu wollen, und zwar durch den Kauf von Schuldpapieren strauchelnder Staaten; und vermutlich wird dazu auch gehören, dass marode Banken noch mehr billiges Geld erhalten.

Mit Blick auf das, was dies- und jenseits des Atlantiks geldpolitisch betrieben wird, spricht einiges für einen weiter steigenden Goldpreis – insbesondere in Euro gerechnet. Vor allem zwei Gründe sind hervorzuheben… (Seite 2)

Print Friendly, PDF & Email

 

Seiten: 1 2

Schlagworte: , , , , ,

Kommentare sind geschlossen