Trumps Steuer-Plan ist ein Schwindel

11. Oktober 2017 | Kategorie: RottMeyer

von Bill Bonner

Letzte Woche wurde das Herzstück der Trump-Regierung geboren, eine massive Steuerreform, ein „Wunder für den Mittelstand“. Diese Woche ist das Wunder tot…

Mythen und Wahnvorstellungen

Das eigentliche Wunder des Steuer-Plans war, dass ihn irgendjemand ernst genommen hat.

Alles an ihm war entweder betrügerisch oder widersprüchlich… in der Regel beides.

In diese letzte leidvolle Kategorie – irgendwo zwischen Geschwätz und Unterschlagung – passt Finanzminister Steve Mnuchins Kommentar gegenüber “Meet the Press“ (NBC):

Mit unserem Plan reduzieren wir das Defizit um eine Billion Dollar, und wir denken, dass das finanzpolitisch sehr verantwortungsvoll ist.

Hinter dieser bemerkenswerten Aussage steckt ein ganzer Olymp aus Mythos und Wahn.

Angeblich soll die Kürzung der Körperschaftssteuer von 35 auf 20 Prozent derartige Exzesse an Investitionen, Beschäftigung, Produktivität, Gewinnen und Erträgen auslösen, dass die Regierung bald in Geld schwimmt.

So sehr, dass sie nicht nur aktuelle Defizite (die liegen bald bei 1 Billion Dollar pro Jahr), sondern auch die Kosten der Steuersenkung finanzieren kann (ca. 4 Billionen Dollar, aber niemand weiß es wirklich, weil die „Deep State“-Lobbyisten noch nicht einmal begonnen haben, daran zu arbeiten).
Wie die Götter gelacht haben müssen!

Stellen Sie sich das mal vor: Eine Steuersenkung von 4 Billionen Dollar, die nicht nur „sich selbst bezahlt“, sondern der Nation eine weitere Billion einbringt. Nun, das ist wirklich ein Wunder.

Oder ein Schwindel.

Der effektive Körperschaftssteuersatz – was Unternehmen auf ihr zu versteuerndes Einkommen zahlen – beträgt nur 22 %. Weitere 2 % abzuziehen, wird kaum eine wirtschaftliche Renaissance herbeiführen.

Zeit der Halluzinationen

Die Regierung hat die Zinsen die letzten acht Jahren lang nahe Null gehalten.

Unternehmen hatten Zugang zu so viel Geld für Investitionen, wie sie wollten. Und was haben sie damit gemacht?

Haben sie neue Fabriken gebaut… mehr Arbeiter eingestellt und geschult… mehr Infrastruktur entwickelt… mehr und bessere Produkte verkauft… ihre Dienstleistungen verbessert und ihre Gewinne gesteigert?

Nö.

Wir habe noch keine Steuersenkung erlebt, die uns nicht gefallen hat. Diese – sollte es dazu kommen – ist keine Ausnahme. Sie würde uns eine Menge Geld sparen.

Aber selbst in der heutigen Zeit der Halluzination und Korruption ist die geplante Steuersenkung ein Meisterwerk – ein Unfug, eingewickelt in einen Schwindel.

Sie würde weder dem Mittelstand noch der Wirtschaft helfen. Steuersenkungen sorgen dafür, dass die Menschen mehr von ihrem Geld haben. Dann gehen sie Win-Win-Deals ein; die Wirtschaft wächst.

Aber dieser Wirtschaft fehlt es nicht an Geld. Sie hat zu viel „Fake-Money“ zu gefälschten Zinsen geliehen.

Es fehlt ihr an ehrlichem Geld… und ehrlichen Menschen, die dafür zuständig sind.
Quelle: Kapitalschutz-Akte
Weitere Informationen: Investor Verlag

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2 Kommentare auf "Trumps Steuer-Plan ist ein Schwindel"

  1. Insasse sagt:

    „Es fehlt ihr an ehrlichem Geld… und ehrlichen Menschen, die dafür zuständig sind.“

    Eins fehlt noch: „…die dafür zuständig und VERANTWORTLICH, also auch HAFTBAR sind“.

    Genau an diesen beiden korrespondierenden Merkmalen Verantwortung und Haftung, fehlt es in dieser Gesellschaft inzwischen weitgehend. Und zwar insbesondere bei den Machthabern und Entscheidungsträgern (= sogenanntes Establishment). Und wo diese Merkmale nicht greifen, sind Missstand und Willkür Tür und Tor geöffnet.

  2. Na, ja, an ehrlichem Geld fehlt es nicht. Das nennt sich Gold.

    Es fehlt aber eine ehrliche Bewertung an Sachwerten ganz allgemein. Da lief leider durch die Unmengen an Zentralbankgeld einiges an Bewertungen aus dem Ruder.

    Alles im Niedergang, man
    Markus

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