Trump wurde gebrochen

25. August 2017 | Kategorie: RottMeyer

von Bill Bonner

Bannon ist weg. Und Priebus. Und Spicer. Und Scaramucci. Und Donald J. Trump? Rücksichtslos, eitel, ungebildet, schweinisch – er war erfrischend dumm. Und jetzt ist vielleicht auch er weg, gezähmt von den „Erwachsenen im Zimmer“…

Ja, der Nervenkitzel ist weg… die Spontanität… die ehrlichen Lügen… und die irrelevanten Überraschungen. Herr Trump wurde gebrochen.

Kelly, Mattis, McMaster, Cohn und Mnuchin sind jetzt verantwortlich. Aber diese Pentagon-Bürokraten und Wall-Street-Gauner könnten schlimmer sein als ein unberechenbarer Präsident. Noch gefährlicher. Unheimlicher. Gieriger und rücksichtsloser. Und gar kein bißchen amüsant.

Jetzt wissen wir, was diese Regierung vorhat – mehr Krieg, mehr Schulden, mehr Regulierung, mehr altmodische Korruption und Geschwätz. Mit anderen Worten: Alles wie gehabt. Und wir wissen, was das bedeutet, zumindest für die Wirtschaft.

Fauliger Sumpf

Das Problem mit Amerikas Wirtschaft ist der „Sumpf“ an Vorschriften, Gesetzgebung und finanzieller Verschleierung, der durch Falschgeld und finanzielle Repression verursacht wird. Er überzieht das gesamte Marktsystem mit einer Schleimschicht.

Versuchen Sie, da durchzumarschieren, dann versinken Sie bald im Schlamm.

Aber dieser „Sumpf“ ist kein Zufall. Er ist nicht einfach so „passiert“. Stattdessen wuchs er, als die „Erwachsenen im Zimmer“ erkannten, dass sie die Macht der Regierung nutzen konnten, um zu bekommen, was sie wollten.

Es gibt nur zwei Möglichkeiten, um weiterzukommen: etwas herstellen oder etwas wegnehmen. Sie können einen Win-Win-Deal mit Ihren Nachbarn aushandeln – eine freiwillige Sache, von der beide Parteien Fortschritt erwarten. Die Leute arbeiten füreinander. Sie betreiben Handel miteinander. Sie sparen und investieren ihr Geld miteinander. Sie behandeln andere, wie sie selbst gerne… na, Sie wissen schon.

Einige Leute finden es jedoch einfacher, Reichtum anzuhäufen, indem sie andere übers Ohr hauen, anstatt ihr Geld selbst zu verdienen.

In der Regel wenden sie sich an die Politik. Die Regierung hat ein Monopol auf Gewalt. Die überwiegende Mehrheit der Win-lose-Deals wird von der Regierung geduldet.

Im Laufe der Zeit wächst der Einfluss der „Nehmer“ – mehr Gesetze, mehr Regulierungen, mehr Programme, die nur die Insider belohnen. Die Regierung wird zu einem Werkzeug für diese Menschen, um zu bekommen, was sie wollen – indem sie es der produktiven Win-Win-Wirtschaft wegnehmen.

Beiseitegeschoben

Diesen Prozess konnten wir am Montag beobachten – in Donald Trumps Grundsatzrede über Afghanistan. Der Bürger Trump argumentierte jahrelang, dass eine Einmischung in Afghanistan eine „Verschwendung“ sei und wir „raus sollten“. Aber die Dinge haben sich geändert. Heute ist er Präsident Trump. Und Donald J. Trumps Mama hat keinen Narren großgezogen.

Der POTUS erklärt: Mein ursprünglicher Instinkt war es, abzuziehen – und gewöhnlich handele ich gerne nach meinen Instinkten. Aber mein ganzes Leben lang habe ich gehört, dass Entscheidungen völlig anders aussehen, wenn man hinter dem Schreibtisch im Oval Office sitzt.

Das stimmt. Wenn man Präsident ist, richtet man sich nach dem „Deep State”, der Schattenregierung, und nicht nach den Leuten, die einen gewählt haben. Die Öffentlichkeit schafft Wohlstand; der „Deep State” nimmt ihn. Die Wähler wählen ihren Präsidenten; der „Deep State” sagt ihm, was zu tun ist.

In einer Demokratie erhält die Regierung ihre Autorität von den Bürgern; den „Deep State“ interessiert das einen Scheiß. Er trifft die wichtigen Entscheidungen. Und so begab es sich, dass die Außenpolitik, die Herr Trump wollte und die Wähler wählten, zugunsten der Politik der Insider verworfen wurde.

Sogar die Washington Post spendete Beifall:

Präsident Trump berichtete in seiner Rede zu Afghanistan am Montag von einer seltenen, aber willkommenen Geschichte der Selbstkorrektur. Sein „ursprünglicher Instinkt“, sagte er, sei es gewesen „abzuziehen“, aber nachdem er das Problem mit seinen Beratern über mehrere Monate hinweg betrachtet hatte, erkannte er, dass „die Folgen von einem schnellen Ausstieg vorhersehbar und nicht hinnehmbar“ seien.

Das war die richtige Schlussfolgerung, und Herr Trump verdient Anerkennung für die Änderung seiner Position, die einigen seiner politischen Anhänger missfallen dürfte.

Gunmen and Goldmen

Aber warum sollte der „Deep State“ weiterhin einen Krieg führen wollen, der so unergiebig gewesen ist? Die Antwort ist einfach: Es lohnt sich. Dies ist kein respektabler Konflikt im Stile des Zweiten Weltkriegs… und es gibt keine Bürger-Armee.

Heute hilft der „Krieg“ der Führungsriege, Vergünstigungen und Macht zu erlangen, die in der produktiven Wirtschaft nur ein Milliardär haben könnte. Und mithilfe von Vetternwirtschaft schustern sich Unternehmer Boni und Aktienoptionen zu!

Insgesamt haben sie bereits eine Billion Dollar aus der Main-Street-Wirtschaft gesaugt. In diesem Jahr erhalten sie weitere rund 45 Milliarden Dollar – mehr als das Doppelte der jährlichen Leistung der gesamten afghanischen Wirtschaft.

Das ist der „Sumpf“, den Donald Trump versprochen hat trockenzulegen. Leider hat er nun ihn trockengelegt.

Menschen sind weder immer schlecht noch immer gut, aber sie können immer beeinflusst werden. Herr Trump, selbst kein Engel, ist nun vollständig unter dem Einfluss der Teufel, die er mitbrachte – seine Gunmen und seine Goldmen.

Diesen Monat haben die Gunmen den Präsidenten auf Linie gebracht; die Kriege des „Depp State“ im Ausland werden unangefochten weitergehen.

Im nächsten Monat wird der Präsident einer weiteren Prüfung gegenüberstehen: Das Geld wird zur Neige gehen, und die Schuldengrenze blockiert eine weitere Kreditaufnahme. Dann werden ihm die Goldmen sagen, was zu tun ist.

Quelle: Kapitalschutz-Akte
Weitere Informationen: Investor Verlag

Print Friendly, PDF & Email

 

Schreibe einen Kommentar

Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar schreiben.