Trump? Clinton? Wer hat denn bloß gewonnen?

27. September 2016 | Kategorie: Aufgelesen, RottMeyer

Die erste TV Debatte im Rahmen des Präsidentschaftswahlkampfs in den Staaten ist überstanden. Spannend sind bestenfalls die mehr oder weniger verdrehten Blitzumfragen, die zu überaus unterhaltsamen Resultaten führten…

Die heimische Presselandschaft ist sich in der Berichterstattung wie immer recht einig ist und zeigt dies nicht zuletzt durch die oft  wortgleiche begleitende Kommentierung.

In den Staaten waren mehr die Umfragen als die Debatte interessant. Die Krone der Umfragen verdiente sich mal wieder der Sender CNN. Eigentlich müsste man für die Verkündigung solcher Zahlen den Börsenclown Jim Cramer verpflichten. Möglicherweise gibt es auch Derivate mit Bezug auf die Umfragen.

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Da hat Clinton laut cnn ja einen rauschenden Sieg gefeiert. Viel weiter umgeschaut haben sich viele Berichterstatter dann auch nicht. Die meisten haben es offenbar nicht einmal zum recht deutlichen Hinweis unterhalb der Grafik geschafft. Der lautet:

WOLF BLITZER (CO-HOST): You’ve got the results of our poll that was taken in the aftermath of this debate.

DAVID CHALIAN: I do, and we’ve done this before, so let me just give a few cautionary notes about the poll. It is a poll of debate watchers, and so in our sample, this is a more Clinton-friendly audience.

[…]

[The poll sample] definitely skews Democratic, more Democratic than a normal poll. And it skews to a Hillary Clinton audience. So keep that in mind as we now will reveal to you who won the debate according to this audience. Overwhelmingly Hillary Clinton.

Das ist schon großartig. Eine solche Umfrage ist vergleichbar mit der Umfrage bei einem Fußballspiel, die nur in der Fankurve eines Vereines durchgeführt wird.

Hier ein anderes Ergebnis von den Seiten des TIME Magazine.

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Bei CNBC gab es dann noch mal andere Zahlen.

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Es ist also für jeden was dabei. Wie immer muss es also heißen: Nichts genaues weiß man nicht. Welche Umfrage liegt näher bei der Wahrheit? Spielt das überhaupt eine Rolle?

Eines steht jedoch schon fest. Die deutschsprachige Presse wird mit Trump wohl erst warm, wenn er Präsident ist. Man darf sich schon auf die Windungen manches Schreibers freuen. Viel mehr verbiegen als bei der Kommentierung von Obamas wunderbaren Werken sollte nicht drin sein, aber man darf ja niemals nie sagen.

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