Treffen mit einem der „Baumeister“ der Blasen-Epoche

10. Februar 2016 | Kategorie: RottMeyer

von Bill Bonner

„Keine schlechte Sicht. Das ist das Haus des Bürgermeisters direkt unter uns. “ Wir waren im 16. Stock eines neuen Hauses und blickten über den East River. Bei uns war der ehemalige Haushaltsberater von Ronald Reagan und Wall Street-Veteran David Stockman – ein Mann, der wie kaum ein anderer näher im Epizentrum der Blasenepoche stand.

„Ich war an der Kreation der Blase beteiligt“, sagte David.

„Nachdem ich meinen Dienst bei der Regierung beendete, ging ich zu Salomon Brothers in den späten 1980er Jahren. Wir fingen damals damit an, Pakete von hypothekarisch gesicherten Schulden zusammenzubasteln…“

Der Fluch der Schulden

Das Blasen-Finanzwesen hat viele Formen und Größen angeommen. Hypothekarisch besicherte Derivate. Private Equity. Junk Bonds. Studentenschulden. Subprime- Autokredite. Aktienrückkäufe. Diese Schuldenmacherei war ein Fluch für die meisten Amerikaner. Aber ein Segen für Manhattan…

Die Wochenendausgabe der Financial Times enhielt viele Inserate von Immobilien in New York City. Es steht für $ 60.000.000 eine Penthouse-Wohnung an der Upper East Side zum Verkauf. Luxusbuden gibt es an der West Side für $ 30.000.000 … ein anderes Objekt für $ 16.000.000. So viel Geld kann man selbst im Parkhausgewerbe nicht verdienen … geschweige denn im Autobau. Also, wenn Sie eines dieser Objekte kaufen wollen, müssen Sie fast im Finanzwesen arbeiten.

Die meisten Menschen haben keine Ahnung, wie die Finanzwelt funktioniert. Sie denken, Investments steigen oder fallen und sie verdienen je nach Glück oder ihren Fähigkeiten Geld – wie bei jedem anderen Spiel. Sie wissen leider nicht, dass das Spiel manipuliert wird.

Die Zentralbanken stellen den Großbanken zu Vorzugspreisen Kredite zur Verfügung. Die Banken verdienen dann eine fette Marge bei der Vergabe von Krediten an die Regierung, die Industrie und an die privaten Haushalte. Sie betreiben Geldverleih … und dann verdienen sie wieder Geld , wenn sie die Schulden verpacken und an Investoren, Pensionsfonds und Versicherungsgesellschaften verkaufen.

Alles läuft wie geschmiert, bis sich der Kreditzyklus wendet. Dann können die ersten Subprime-Schuldner nicht zahlen und Subprime-Schulden verlieren an Wert. Aktien und Immobilien verlieren dann an Wert. Jeder verliert Geld. Und jeder will, dass die Fed dagegen etwas unternimmt. Was kann die Fed tun? Kredite noch günstiger machen!

Blasen-Finanzwesen

Stockman war beim Aufbau der gesamten Blasenepoche präsent. Im Jahr 1981 ernannte Präsident Reagan ihn zu seinem ersten Budgetdirektor. Vier Jahre später kündigte Stockman dann angewidert.

„Komisch, nicht wahr? Ich war schon bei einer Staatsschuld von $ 900.000.000.000 alarmiert. Gestern lag der Wert bei über 19 Billionen $. Und niemand hat es gekümmert. „

Präsident Nixon machte die Blaseenepoche durch die Abschaffung des Goldstandards im Jahr 1971 möglich. Kein „goldener Anker“: kein Limit bei der Schöpfung von Kredit und Geld.

Aber die Blasenepoche begann erst zehn Jahre später unter der Ära von „The Gipper.“ Stockman kämpfte gegen die großen Geldausgeber in der Republikanischen Partei – und verlor den Kampf. Nachdem er aus dem Weg war, wurde unter der Reagan-Administration eines der größten Haushaltsdefizite der Geschichte gemacht.

Bald war überall alles außer Kontrolle geraten, die Schulden der Regierung, der Industrie und beim privaten Verbraucher.

„Wir stehen kurz vor dem Ende dieser Epoche“, sagte Stockman. Und sagte weiter: „Ich erwarte, dass die gesamte Weltwirtschaft in eine Deflation und Rezession stürzen wird.“

Es gibt auch noch „billige“ Aktien
von Bill Bonner

„Hast du gesehen, was mit der LinkedIn-Aktie passiert ist, fragte uns der Herausgeber vom Exponential Tech Investor, Jeff Brown, der mit uns hier unten in Rancho Santana war.

„Es war ein Desaster. Das Unternehmen lieferte ein Ergebnis ab, das so ziemlich im Einklang damit war, was der Markt erwartete. Aber der Ausblick war ein wenig schlechter als erwartet.

„Die Anleger ließen die Aktie wie eine heiße Kartoffel fallen. Das Papier verlor fast 50% an Wert und die Anleger verloren etwa $ 11000000000. In nur 20 Minuten Handelszeit. Jeff ist ein Anhänger neuer Technologien: selbstfahrenden Autos.

Virtuelle Brillen.

Künstliche Intelligenz.

„Computer sind bereits intelligenter als Doktoren“, berichtete er.

„In welcher Disziplin?“, wollten wir wissen. „Es gibt Cocker Spaniels, die intelligenter als Doktoren der Wirtschaftswissenschaften sind.“

„Es gibt einen großen Unterschied zwischen einem „normalen“ Unternehmen und einem Unternehmen, das auf dem neuesten Stand ist“, fuhr er fort.

„Der Unterschied ist exponentiell. Ein normales Unternehmen kann zwischen 5% und 10% pro Jahr wachsen. Eine gutes Tech-Unternehmen wächst exponentiell, bis zu 100% pro Jahr oder mehr.

„Stellen Sie sich vor, dass Sie zu Fuß unterwegs sind. Sie müssen einen Fuß vor den anderen setzen. Wenn Sie wie ein normales Unternehmen sind, wachsen Sie … einen Schritt nach dem anderen.

„Bei einem Schritt pro Tag haben Sie 30 Schritte in einem Monat gemacht. Aber wenn Sie in der Lage sind exponentiell zu gehen – einen Schritt, dann zwei Schritte, dann vier Schritte … in einem Monat würden sie die Strecke von hier bis zum Mond schaffen.“ Viele Tech-Investments gehen in die Hose, gab Jeff zu. Aber wenn Sie richtig liegen, erhalten Sie einen Moonshot.

Das mag wahr sein. Aber es ist auch wahr, dass von Zeit zu Zeit, Investoren fühlen, dass sie zu weit gegangen sind. Das scheint jetzt der Fall zu sein … begleitet von einer breiten Verkaufswelle im gesamten Technologiesektor.

Dort hinsehen, wo niemand hinschaut

Es gibt „Fakten und Träume“, sagte Churchill. Viele dieser verträumten Tech-Satelliten wurden in der Blasen-Epoche ins All geschossen und nun beginnen sie, auf die Erde zu fallen. Halten Sie einfach Ausschau!

Hier in Nicaragua ist auch unser alter Freund und Super-Stock-Picker Chris Mayer vor Ort. Chris sprach mit uns über das, was mit dem Geld schief gehen könnte.

„Gerade jetzt werden Hunderte von Milliarden an Dollar an der Börse von Anlegern investiert, die nicht wissen nichts über die Unternehmen, die sie besitzen. Sie kaufen ETF`s – passiv gemanagte Aktienfonds – die in der Regel die Performance eines Börsenindex nachbilden. Diese ETFs verzerren den Markt. Einige bekannte Aktien sind so stark von ETFs gekauft, dass ihre Preise mit dem realen Wert des Unternehmens nichts mehr zu tun haben. Und die ETFs sind so eingerichtet, dass es vor dem Kauf keine Beurteilung des Unternehmens gibt. Die Aktien werden automatisch gekauft, fast unabhängig davon, was tatsächlich in den Unternehmen selbst vor sich geht.“

Chris glaubt, dass die Chancen für seriöse Investoren steigen. Und zwar aus dem Grund, weil so viele unseriöse Investoren im Markt sind. ETFs bevorzugen die großen Unternehmen in den großen Indizes wie dem S & P 500. Die kleinen weniger bekannten Unternehmen sind oft unerforscht und vernachlässigt.

„Auch wenn die Aktienkurse im Allgemeinen hoch sind“, sagte Chris, „es gibt viele Aktien, die tatsächlich billig sind. Sie müssen nur dort schauen, wo die ETFs nicht kaufen.“

Quelle: Kapitalschutz Akte
Treffen mit einem der „Baumeister“ der Blasen-Epoche (von Bill Bonner)
Es gibt auch noch „billige“ Aktien (von Bill Bonner)
Weitere Informationen: Investor Verlag

 

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