Todsichere 19,09 Prozent

31. Juli 2011 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

von Frank Meyer

Wo bekommt man heute noch gute Zinsen? Ich verrate Ihnen ein kleines Geheimnis. Wie wäre es mit 19,09 Prozent im Jahr? Neugierig? Sie müssen jetzt nur kurz einen Kopfstand machen. Das dürfte aber einfach sein. Bereit? Na sehen Sie!

Während die Spargroschen auf der Bank nur mickrige Prozente bringen, verspricht die Commerzbank einen großen Reibach. Ich habe es schwarz auf weiß gesehen. Es war aufregend! Satte 19,09 Prozent spart man, wenn man sein Dispo auf dem Konto ausgleicht. Bei 1.000 Euro im Minus sind das 190,90 Euro im Jahr. Andere Banken sind ähnlich großzügig. Ist das nicht stattlich? Da wird sogar die Börse blass. Sie dürfen sich jetzt wieder setzen.

Zugegeben, die Zeiten sind kompliziert. Experten werfen mit Anlagetipps um sich, ohne auf die Idee zu kommen, Ausgaben einzuschränken oder Schulden zu reduzieren. Das wundert nicht, heißt Geld ausgeben heute doch sparen. Nichts ist älter als der Kontoauszug von gestern. Wer flüssig sein will, greift beherzt zur Kreditkarte. Überall hängen die Köder, und daran die Fische, die dann ausgenommen werden.

Mit neuen Schulden noch mal so richtig durchzustarten wie die Finanzminister… Kaufe heute, zahle morgen. Ich habe Oma gefragt. Sie schüttelte den Kopf. Alte Leute sind eben altmodisch. Moderner sind da schon diese hübschen Schuldenketten in allen Variationen und Gewichtseinheiten am Fußgelenk, die man dann gekonnt durchs Leben schleift. Schulden sind wirklich eine feine Sache, wenn man darauf steht. Und die Chefs mögen abhängige Leute ganz gerne. Diese stellen wenigsten kaum Forderungen. Todsicher wie 19,09 Prozent.

Frank Meyer, Kolumne aus den Lübecker Nachrichten

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10 Kommentare auf "Todsichere 19,09 Prozent"

  1. Andre sagt:

    🙂 🙂 🙂
    Frank du wirst immer besser! Ich für meinen Teil habe endlich verstanden, was Frau Merkel mit ihrem „Wachstumsbeschleunigungsgesetz“ meinte – Schulden!
    Natürlich gefallen Schulden dem Chef! Und zwar auf beiden Seiten des Cashflow Quadranten! Wahrscheinlich wird der Chef mit seiner weisen Vorraussicht die nächste Gehaltserhöhung „übersehen“. Dies natürlich nur im Sinne des Arbeitnehmers! Denn der vorrausschauende Chef möchte sich den Hamster – ich meinte natürlich den geschätzen Mitarbeiter auch noch nächstes Jahr leisten/beschäftigen können!

  2. Avantgarde sagt:

    „verspricht die Commerzbank einen großen Reibach. Ich habe es schwarz auf weiß gesehen. Es war aufregend! Satte 19,09 Prozent spart man, wenn man sein Dispo auf dem Konto ausgleicht. Bei 1.000 Euro im Minus sind das 190,90 Euro im Jahr“

    Vielleicht steh ich ja auf dem Schlauch…
    Haben die tatsächlich damit geworben????

    Falls JA – dann kann denen niemand mehr helfen.
    Einfacher als die Überziehungszinsen der Gedankenlosen beim Giro abzugreifen kann man sein Geld doch gar nicht verdienen.

    • Frank Meyer sagt:

      Doch doch, es ist keine Werbung, nur der „Ordnung halber“ ein Schreiben an einen Kunden. Dort steht, wenn man das Konto überzieht, kostet das dann 19,09 Prozent. Super! Und wenn man es nicht überzieht oder sein Dispo zurück fährt, dann spart man diese 19,09 Prozent. That`s a Deal! Lach! Deshalb muss man einen Kopfstand machen. Oder sollte es :-))

      • Avantgarde sagt:

        Hmm…

        Die Jungs von der Coba werden auch immer merkwürdiger.

        Was soll so ein idiotisches Schreiben?
        Ich denke die wollen Geld verdienen….

        Wenn das Konto zu stark überzogen ist kann man den Kunden doch immer noch einen günstigeren Kreditvertrag anbieten.

        Brauchen die jetzt dringend ein paar Einlagen wegen ihrem Eigenkapital?
        Echt seltsam.

      • Oddo Wolf sagt:

        „Brauchen die jetzt dringend ein paar Einlagen wegen ihrem Eigenkapital?“
        Ja Avantgarde. Ich glaub so ist es.

        Die Edelmetallhändler jubeln. Bei den Pkw-Neuzulassungen gabs einen unerwarteten Anstieg und die Preise für gute Immobilien sind Top. Es wird umgeschichtet in Sachwerte.
        Bei einem Mindestreservesatz von 2% kann das Fünfzigfache der eingezahlten Bargeldmenge als Kredit vergeben werden. Dieser Vorgang wird als multiple Geldschöpfung (oder multiple Kreditgeldschöpfung) bezeichnet. Wenn ich 1000,- von meinem Sparbuch abhebe, muß die Bank 50.000,- bei Ihren Schuldnern eintreiben, damit das Gleichgewicht wieder hergestellt ist.

        Als Frau Merkel kürzlich die Sicherheit der Sparguthaben erneut bekräftigt hat, dachte ich mir schon – Da ist ein kleiner Bank-Run im Gange.

        Ja, doch Frank: In deinem Interview auf nt-v sagt Otmar Issing der frühere Chefvolkswirt der EZB: „Der Eurobond wäre ein tiefer Verlust des Vertrauens der Deutschen in die Stabilität der Währungsunion.“

        Die Banken sind schon wieder mal in Not. Wen wunderts?

        • Avantgarde sagt:

          Falls der Gedanke mit dem Eigenkapital richtig sein sollte dann brennt denen aber bereits das Hemd – das kann ich dir versichern….

          Denn eigentlich gibt es für ne Bank nix besseres als 19% mal eben so mitzunehmen – besonders bei Kunden die nicht so den Durchblick haben und das Giro ständig im Minus halten – und anschließend doch mit einem regulären Kredit ablösen (müssen).
          Ein normaler Konsumentenkredit bringt vielleicht 7-8%.

          Wenn die auf dieses Geschäft freiwillig verzichten dann dürfte es Spitz auf Knopf stehen.
          Wie gesagt: Wenn es stimmt und es nicht eine andere Erklärung gibt.

          Mir ist die Geldschöpfung durchaus bekannt.
          In D werden aber bei weitem nicht so leichtsinnige Kredit wie USA vergeben.
          Die größeren Kredit sind durchaus mit Sachwerten abgedeckt.

          Die geringen Eigenkapitalquoten zeigen aber ganz deutlich, daß die Banken bereits weltweit über 95% ihres Kapitals verliehen haben – sprich: die haben nix mehr – keinerlei Puffer.
          Ein Bankrun bei dem Zentralbankgeld verlangt wird ist wirklich sehr schnell tödlich.
          DAS hatte ja schon „damals“ auch der Steinbrück sehr schnell begriffen.

          Schichten die Leuts aber nur das Giralgeld von einer Bank zur nächsten um – um Sachwerte zu kaufen ist das für das Banksystem unproblematisch.

          Durch dieses Umschichten in Sachwerte auf Kredit wie Haus, Auto, Aktien(aua) besteht aber nun sogar die Gefahr, daß es nach unten bricht.
          Denn: Lass die Leute den Job verlieren, die Konjunktur stottert, die Preise steigen nicht mehr, Rendite fehlt – dann platzen die Kredite und die Preise brechen erst mal in sich zusammen.
          Je höher es jetzt geht – desto schlimmer das Abwärtspotential der auf Kredit gekauften Sachwerte.

          Die Lage ist durchaus explosiv – hektische Bewegungen in die eine oder andere Richtung sind momentan wirklich nicht gut.
          🙁

  3. rolandus sagt:

    Applaus! ….100 mal besser als es der be………te Tennhagen neulich versuchte zu erklären.

    Ich hoffe auf eine neue Woche in dem „toten Studio“
    rolandus

    P.s_ habe gerade bei youtube Timm Thaler entdeckt, ist ja genauso aktuell und 30 Jahre alt, wäre was für den Video Bereich, für alle die , die damals Kind waren und heute unter Schuldenlast leiden

  4. stonefights sagt:

    Insbesondere wenn ich die neueste Rede der dunklen Ober-Marionette verfolge, oder meiner Interpretation des Mainstreams vom Wochenende, aber auch das ganze EU-Gezetere der letzen 10 Jahre bis hin zum gestrigen Rollstuhl-Vorschlag eines „demokratisch, gewählten europäischen Präsidenten…mit einhergehender Abgabe von Kompetenzen zur europäischen Integration…“, so hoffe ich, dass die weltweiten Eliten und (Meinungs-)Führer wirklich (nur) dumm sind, was wohl das geringste Übel für die Freiheit wäre (!), oder ob „Verschwörungspraktik“ zum Wort 2012 durch die „DSDS-Völker“ gekürt wird.
    Bereits als Kind konnte man durch Verbote lernen, was interessant war.
    Wie sagte mal Scholl-Latour sinngemäss bei Beckmann, „…die P.d.W.v.Z. stehen wohl in Deutschland auf dem Index der verbotenen Literatur, wenn sie aber mal in einem islamischen Land in bestimmten Hotels nächtigten, liegt das frei zugänglich auf dem Nachtisch-Schränkchen…“.
    Ich bin immer wieder fasziniert, dass freie Maurer das Internet als die grösste Bedrohung ihrer Machtstrukturen ansehen. Da kann man sogar Abkürzungen ergoogeln.
    Wer sich traut und nach dem Wort „Zins“ sucht, wird in der Zahl 20 mit Leichtigkeit mehr erkennen, als innerhalb der Dauer seiner Jahre im Volk- und Wirtschaftsstudiums.
    Wer nicht bereits anderweitigen „Senf“ vorher studiert und verstanden hat, dem wird auch klar, warum die Marionette lediglich 6, 8 oder 12 Monate ausschliessen wollte, bis die nächste Schulden-Latte geschmissen wird.
    Aber was schreibe ich hier. Wer hier ist, ist bereits nach vorne geeilt, um zu schauen, wie hoch die Klippe ist…
    lg, stonefights

  5. Andre sagt:

    Guten Morgen Frank, wie hast du gerade passend in der Telebörse gesagt:“Die Gläser sind bereit gestellt.“ Ich habe meine Gläser erst einmal in den Schrank verfrachtet! 🙁
    Unsere Metalle sind ja „trocken“, aus diesem Grund freuen sie sich auch nicht auf den erneuten „Wirtschaftsflachmann“. Als ist dies nicht schon genug, kommt auch schon die nächste „Keller-Meldung“ in Form einer Margin-Erhöhung herein geplumpst. Und schon kommen die vom Michael prognostizierten Nachkauf-Konditionen. Na dann Prost!

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