Komische Dinge aus einer komischen Welt

14. Januar 2009 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

Herrliches Wetter. Sonne satt. Die Heizung blieb warm, und auch die Herzen erwärmten sich, als das KPD-2 (Konjunkturpaket Deutschland) aus dem Fernseher sprang. Was gibt es da zu meckern? Na sagen Sie das mal meiner Nachbarin!

„Das soll einer mal verstehen…“ schimpft meine Nachbarin, die ich am Postkasten traf. Ich schaute sie erstaunt an, denn sie meckert immer. Über jeden und über alles. Neulich meinte sie, ich hätte die Haustüre nicht abgeschlossen. „Bei den Ganoven heutzutage ist das fahrlässig!“ In Frankfurt? Gerade wurde doch gemeldet, dass die Kriminalitätsstatistik viel besser aussieht als im Jahr davor. Jeder zweite Fall von Diebstahl werde auch aufgeklärt. Das hat doch was! Vor allem in Frankfurt…

Doch ich weiß nicht, was heute in sie gefahren ist. Das KPD-2 war es jedenfalls nicht. Ich habe ihr schnell ausgerechnet, dass sie jetzt 20 Euro im Monat mehr in der Tasche hat. Und 20 Euro heute mehr zu haben als weniger, das ist doch schon mal ein Glückstag. Oder nicht? Welch Undank, dachte ich. Sie kann doch jetzt monatlich einmal mehr falsch parken….

Da oben in Berlin macht Michael Glos schon wieder Ärger. Er meinte, dass der ausgeprägte Abschwung, in dem wir uns befinden, kräftiger ausfallen könnte als alle bisherigen konjunkturellen Abwärtsbewegungen seit Bestehen der Bundesrepublik. Wenn er da mal nicht Mecker bekommt, gerade jetzt, wo Optimismus aus dem Paket hüpfen sollte. Zugleich erteilt er Forderungen nach weiteren Konjunkturhilfen im Handelsblatt eine ganz klare und unumstößliche Absage…

„Wer jetzt über weitere Maßnahmenpakete spekuliert, gefährdet die Wirksamkeit des gerade Vereinbarten und spielt mit dem Vertrauen in die mittelfristige Stabilität unserer Staatsfinanzen. Die Diskussion über mögliche weitere Schritte sei kontraproduktiv und untergrabe das Vertrauen in die Wirksamkeit unserer richtigen Maßnahmen.“

Wiedervorlage in einigen Wochen….

Der DAX war heute wieder fürchterlich zickig und fiel auf den tiefsten Stand des Jahres. (4636 Punkte). „Kein Konjunkturprogramm der Welt kann eine solche Rezession stoppen“, sagte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. Barclays baut 2.100 Stellen ab. Nordex entlässt Leiharbeiter. Deutschlands größte Stahlkonzerne fahren Kurzarbeit.

Chile ist unter Geschäftsleuten immer beliebter ist, wenn es um Freiheit in der Wirtschaft geht, ganz ohne KP-2. Deutschland liegt nur auf Platz 25, hinter Chile und Zypern. Das zeigt eine Studie vom „Wall Street Journal“ und der „Heritage Foundation“ in einem seit 15 Jahren erstellten Index. Ja, in Chile lebt es sich gut, werden sich wohl damals auch die Honeckers gedacht haben. Obwohl – ein Geschäftsmann war Erich eher nicht.

In Großbritannien hat Premierminister Gordon Brown den Unternehmen Unterstützung bei der Schaffung neuer Jobs in Aussicht gestellt. Vor allem Arbeitgeber im Bereich Hightech und Umwelt könnten mit kurzfristigen Hilfen rechnen, sagte Brown am Montag auf einem Beschäftigungsgipfel in London. In den kommenden Jahren würden weltweit bis zu eine Milliarde neuer Arbeitsplätze entstehen.

Apropos Milliarden… Der arme Gordon Brown. Als er damals britischer Schatzkanzler war, verkaufte er die britischen Goldreserven für einen Appel und ein Ei. Ihm gelang das Kunststück, den schlechtesten Preis im Jahr 2000 dafür zu erzielen. Man hat den Eindruck, es war Voraussetzung für den heutigen Posten des Premiers.

 

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