Mit Gelddrucken wird man nicht reich…

11. Februar 2009 | Kategorie: Kommentare

…sonst wäre der Robert Mugabe in Simbabwe der reichste Mann der Welt, sagt Marc Faber in einem Interview in der ARD. Marc Faber hat seit Jahren vor den heutigen Schwierigkeiten gewarnt. Dafür wurde er in Deutschland eher verspottet. „Ach der….“ habe ich oft gehört. Jetzt wundern sich alle…

Faber hat jahrelange Erfahrung. Er lag richtig und sah die Dinge klar, im Gegensatz zu den jungen Experten, die Unternehmen lenken und mir manchmal in einer Kneipe die Welt erklären. Mir ist das in der letzten Woche wieder passiert. Ein Investmentbanker hat über die „Krise“ referiert. Überzeugt und resistent gegenüber Nachfragen hielt er einen Vortrag über Bad Banks. „Wir müssen uns freischwimmen können, dann gibt es auch wieder Kredite, von denen alle profitieren werden.“ Was ihn so sicher mache, habe ich ihn gefragt. Er sagte: „Mein Studium in der Schweiz“.

Doch was ist ein solches Studium heute wert? Ich weiß es nicht, habe aber ein paar Zweifel, nachdem ein Artikel im „Sonntag“ stand. Vielleicht müssen die Absolventen der Hochschulen und Universitäten ihr Studium unter Unfug und verlorene Zeit ansehen und nochmal die Hausaufgaben erledigen? Die Inhalte waren falsch, sagen 15 Professoren der Hochschule in St. Gallen. Die Dinge über Privatisierungen, Liberalisierungen, Staats- und Sozialabbau stehen jetzt in einem anderen Licht. Die Professoren zweifeln an den Botschaften. Kein einfacher Weg… aber ehrlich.

Der Direktor des Instituts für Betriebwirtschaftslehre Christoph Lechner meint:

„Ein solches Eingeständnis zeigt, dass Demut vor den eigenen Möglichkeiten angesichts einer derart ernsten Situation angebracht ist…. Auch wir sind gefordert, unsere Erkenntnisse auf den Prüfstand zu stellen. Welche Konsequenzen ziehen wir für unsere Modelle und Theorien? Wo verändern die Ereignisse unsere Sicht zu Regulierung, Altersvorsorge oder Rechnungslegung?“

Manfred Gärtner, Direktor der Forschungsgemeinschaft für Nationalökonomie an der HSG:

Diagnose und Therapieerfordernisse rechtfertigen Zweifel am ordnungspolitischen Kurs der letzten Jahrzehnte… Die Geldpolitik wurde weitgehend dem Primat der Preisstabilität unterworfen. Gleichzeitig wurde auch der fiskalpolitische Spielraum vor dem Hintergrund eines fast kindlichen Glaubens an die Kräfte des Marktes und einer daraus abgeleiteten Skepsis gegenüber staatlichen Aktivitäten zunehmend enger….Hier wird ein Umdenken einsetzen müssen.

Der ehemaligen HSG-Professor Fredmund Malik kommentiert die Studie mit reichlich späten Einsichten.

„An der HSG wurden in den letzten 15 Jahren Irrlehren im Dienste des Shareholder Value verbreitet…. 15 Absolventen-Jahrgänge wurden geistig irregeleitet – Leute, die nachher in den Unternehmen diese Theorien umsetzten“.

Und nun tappen selbst wichtige Denkfabriken im Nebel, während es da draußen ungemütlich wird. Plusminus sendet Beiträge über den Staatsbankrott, die FAZ stellt das System in Frage, FTD und Handelsblatt analysieren die Dinge weit treffender, als es der Politik lieb sein kann. In England entschuldigten sich heute Bankchefs für ihre Fehltritte und auch auf den Tischen der Kneipen versammeln sich die Fragezeichen. Im Fernsehen packen „Insider“ aus und Bekannte gestehen, dass sie an der Produktion giftiger Papiere teilgenommen haben und dabei krank geworden sind – aus Scham. Die Götter sind unbarmherzig, doch noch lange nicht fertig mit der Abrechnung.

„Ich garantiere Ihnen der amerikanische Staat wird bankrott gehen. Das ist 100%-ig sicher. Aber nicht morgen aber vielleicht so in 10 Jahren oder vielleicht in 15 Jahren. Aber dort sehe ich einen 100%-igen Staatsbankrott.“

sagt Marc Faber im ARD-Magazin Plusminus. (Quelle) Alle im Alter von weniger als 55 Jahren sollten schon langsam mal anfangen, sich Gedanken um ihre Rente zu machen. Selbst wenn Faber falsch liegt – schaden kann es nicht.

Print Friendly, PDF & Email

 

Schreibe einen Kommentar

Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar schreiben.