Silber 2010/11

2. Januar 2011 | Kategorie: RottMeyer
2010 war ein wahrlich gutes Jahr für Silber, legte sein Preis in Euro gerechnet um 95 Prozent zu. Vielleicht war es doch eine gute Idee, sich mit dem weißen Metall etwas mehr zu beschäftigen. War dieses 2010 ein „Warmlaufen“ für noch größere Überraschungen in 2011? Wer weiß?

Derzeit schaut man weltweit auf die „Seltenen Erden“ und China, die diese der Welt vorenthalten. Die 17 Metalle, die als diese seltene Erden gelten, sind knappes und unverzichtbares Gut für die High-Tech-Industrie sind. Ganz plötzlich! Fast jeder der Faktoren, der für diese Metalle spricht, auch auf Silber zutreffen – bis auf eines: Silber wird nicht nur in China gefördert. Hinsichtlich der Marktenge, der Seltenheit von Silber und seines Nutzens für die Industrie erfüllt das weiße Metall diese Bedingungen auch – wenn nicht sogar im weit größeren Umfang. 2011 wird zeigen, ob es genügend davon gibt. Wenn Investoren im größeren Umfang auf die Idee kommen, Silber zu horten, könnte es ein Feuerwerk wie jetzt in dieser Zeit. Könnte. Muss es aber nicht.

Silber ist teuer geworden. Was heißt aber „teuer“? Keine Ahnung. Teuer ist ein von Menschen benutztes Wort, dass das Verhältnis der einen Ware zur anderen Ware ausdrückt. Oh! Geld ist gar keine Ware mehr.

Seltene Dinge sind von Natur aus teuer. Doch was ist selten? Dass Silber 2010 fast doppelt so viel kostet wie vor einem Jahr, scheint anzuzeigen, dass es mehr Interesse gibt. Dabei ziehen steigende Preise meist auch mehr Leute an. Die einen wollen sich ein paar Gewinne in die Tasche stecken. Andere wollen beim Investieren „trendy“ unterwegs sein. Sicherlich kann man dann am Stammtisch und mit den Kumpels prima darüber reden und gilt auch noch als toller Hecht. Sehr wichtig heute! Oder?

Während „Seltene Erden“ ausschließlich in der Industrie verbraucht werden, kommt Silber zusätzlich eine monetäre Bedeutung zu. Silber ist Geld und damit auch ein Geldspeicher, der vor Schwierigkeiten im Papiergeldsystem schützt. So war es zumindest in den letzten vielen hundert Jahren. Selbst die alten Silbermünzen sind heute noch etwas wert, was man von den alten Papiergeldscheinen nicht unbedingt behaupten kann. Die meisten haben das inzwischen vergessen. Nach allem, was man so sehen kann, ist Silber der preiswertere Geldspeicher im Vergleich zum Gold. Und wer etwas Geld in Edelmetalle investieren möchte, warum auch immer, wird sich die Frage stellen, ob es Gold oder Silber sein soll. Silber ist derzeit 46-mal preiswerter als Gold zu haben und damit auch große Konkurrenz zum gelben Metall. Warum Silber?

Nicht dass ich es weiß, vermute aber, dass das Zeug selten ist. Der physische Markt sendet Zeichen von Knappheit. Zum anderen taugen die Standardmünzen als „Klimpergeld“ im Ernstfall als eine Art Krisenwährung. Die Sache mit dem Papiergeld ist offenbar doch nicht so sicher wie bislang immer behauptet worden ist. Wenn die bunten Scheine aus welchem Gründen und Anlässen ihren Nimbus als Geld verlieren – der Hunger wird bleiben und man hat zumindest ein Tauschmittel. Zum anderen hat man in Metall seine geleistete Arbeitskraft speichern können. Mehr nicht. Die Geschichte zeigt, dass man beide Metalle im Notfall immer akzeptiert. Dabei ist eine große Goldunze im Vergleich zur Silberunze wesentlich unpraktischer, wenn man damit bezahlen möchte. Der Bäcker befürchtet wohl dann ganz zu Recht, dass man den ganzen Laden kaufen möchte. Und ob er dann auf eine Goldunze herausgeben“ kann? Ob des im Notfall die Bäckerei noch gibt, ist eine ganz andere Frage.

Die Gründe für den Silberpreisanstieg in diesem Jahr waren vielfältig. Einerseits spielt das weiße Metall eine zunehmende Rolle als Geldspeicher – genau wie Gold. Andererseits ist der Bedarf an Silbe in der Industrie auch 2010 wieder gestiegen. Seine Eigenschaften machen unverzichtbar. Ein dritter Grund scheint schwerer zu wiegen – Das Monopoly im Silbermarkt hinsichtlich einer obszön großen und damit manipulativen Shortposition, die den Silbermarkt offenbar seit Jahren schon wie einen Ball unter Wasser drückt. Am öffentlichen Pranger stehen J.P. Morgan und HSBC. Und der Ball scheint den „Shorties“ aus den Händen zu gleiten. Damit scheint die Spekulation der langjährigen Investoren aufzugehen, die sich damals das weiße Metall zu vielleicht tonnenweise zu weit tieferen Preisen angelacht haben und dafür tonnenweise Hohn und Spott ernteten. Die „Wölfe“, wie die „Shorties“ auch genannt werden, versengen sich gerade ihr Hinterteil…

 

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