Aufschwung ante Portas

8. Dezember 2009 | Kategorie: Kommentare

von Frank Meyer
Kolumne aus den Lübecker Nachrichten vom 18. Oktober 2009

Schwarz-Gelb in Schleswig-Holstein. Rot-Grün an den Börsen. Ebenso bunt sind die ersten Quartalszahlen der großen US-Unternehmen ausgefallen. Der DAX legte in dieser Woche fast ein Prozent zu. Dabei war es doch eher ein gefühltes Plus von zehn Prozent…

Die US-Banken verdienen wieder Milliarden an den Märkten, natürlich völlig überraschend und völlig unerwartet. Die heutige Börsensprache lässt sich problemlos auf diese beiden Worte beschränken. Und so saßen die Bären bis auf Freitag die meiste Zeit draußen vor der Börse und schnäuzten in ihre ohnehin nassen Taschentücher, während sich drinnen die Bullen ihre Hörner abstießen und sich fragten, wieso sie das tun.

Spielt man an den Börsen das Thema Aufschwung, oder spielt man an dort mit billigem Geld? Goldman Sachs und J.P. Morgen weisen superklasse Zahlen aus, deren Grund kostenlose Kredite der Notenbank, ein paar Bilanzänderungen und Einsparungen an Personal und Wasserflaschen ist. So ist es eben im Kapitalismus. Kapitalismus? Dumm, wer wie vor einem Jahr auf Bargeld oder Festgeld sitzen geblieben ist. Der DAX steht jetzt auf Jahreshoch, Gold auf Allzeithoch. Bargeld guckt dumm aus der Wäsche. Noch.

Ach, wäre man doch Investmentbanker geworden. Drüben bei Goldman Sachs bekommen sie in diesem Jahr durchschnittlich 700.000 US-Dollar Bonus ausgezahlt. Wird man sie in Bussen und Bahnen dafür schief anschauen? Und wollte man da nicht etwas regulieren? Ich bitte Sie! Diese Kleinigkeiten sind schnell übersehen in Anbetracht der Tatsache, dass wir ja über den Berg sind und jetzt den Aufschwung üben. Die Frage wäre nur… Wo?

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