Lügen, Lügen, Lügen: Das Fundament des Finanzsystems

2. März 2011 | Kategorie: Aufgelesen

Lügen, Lügen, Lügen… Die Tage vergehen schnell. Das Jahr 2010 liegt hinter uns. Lassen Sie uns einige Zeitlang den Markt vergessen. Es ist Zeit, sich ein bisschen zu erholen. Zeit zum Nachdenken…

von Bill Bonner

Jeder ist heutzutage so in Eile“, so ein Kollege in Australien. Niemand hat mehr Zeit zum Nachdenken. Stattdessen sind sie mit dem Beantworten von Emails oder dem Checken ihrer Blackberries beschäftigt. Das ist beeindruckend. Man geht in einen Aufzug, und jeder holt ein Handy raus. Keiner spricht mehr. Oder schaut jemanden an. Oder denkt nach.“

Ich denke nicht, dass sogar die Analysten groß nachdenken. Wir sind zu beschäftigt. Wir müssen zu viel Material produzieren. Wir haben eigentlich nicht viel zu sagen…aber wir sagen viel.“

Natürlich stimmte das auch für mich für viele Jahre. Ich bin zu beschäftigt. Ich habe zu viel Material zu produzieren. Ich habe nicht viel zu sagen – aber ich sage viel. Ich war dem Trend immer voraus. Ich schreibe jeden Tag, ob ich etwas zu sagen habe oder nicht.

Habe ich heute etwas zu sagen? Um die Wahrheit zu sagen – ich weiß es noch nicht. Aber lassen Sie uns mit dem Nachdenken über ein Zitat beginnen, welches mir letzten Freitag aufgefallen ist: Das Problem mit den USA derzeit ist, dass das Land im letzten Jahrzehnt auf Lügen aufgebaut worden ist, und dass die Lügen nicht aufhören.“

Und dann dieses Zitat von Charles Hugh Smith, via Marc Faber:

…der Status Quo würde kollabieren, würde der systematische Betrug (…) aufhören. Doch anders als die Taten von bösen Verschwörern, sind sie das Fundament der US-Wirtschaft und des Finanzsystems geworden…“

Sie werden sich noch daran erinnern, wie Goldman Sachs die ganze Welt mit seinen Trading-Gewinnen beeindruckt hat. Tag für Tag machten die Trader von Goldman Sachs Gewinne. Die Firma hat perfekte“ Trading-Quartale gehabt, mit nicht einem einzigen Tag Verlust.

Sicher wird doch einer der jüngeren Händler bei Goldman Sachs doch zumindest einmal falsch gerechnet haben? Oder ein erfahrener alter Profi, nach einem opulenten Mittagessen, wird doch mit seinen fetten Fingern einmal auf die falsche Taste gedrückt haben? Nicht. Nicht einmal hat sich die Trading-Maschine von Goldman Sachs geirrt. Das ist fast unnatürlich.

Wer waren die Gegenparteien dieser Trades, frage ich mich? Das ist doch ein Nullsummenspiel. Eine Seite gewinnt. Die andere verliert. Also muss doch ein armer Wicht für jeden Gewinn, den Goldman Sachs gemacht hat, einen Verlust erlitten haben.

Stellen Sie sich vor, wie er jeden Tag Verluste erleidet, Tag für Tag…und dennoch jeden Tag weitermacht. Wie kann jemand so viele Verluste ertragen? Welcher Kämpfer steckt so viele Schläge ein, und bleibt dennoch stehen? Und dennoch gab es in diesem Zeitraum keine größeren bekannt gewordenen Pleiten. Wie war das möglich? Dies sind meine Gedanken derzeit.

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