E 175 (Gold)

13. November 2009 | Kategorie: Kommentare

von Frank Meyer
(Kolumne aus den Lübecker Nachrichten vom 11.10.2009)

Weich wie Toast zeigte sich der US-Dollar. Es wäre nicht aufgefallen, hätte Gold nicht schon wieder den Alarmknopf gedrückt, als es bei 1.060 Dollar stand. Dabei ist Gold gar nicht gestiegen, sondern der Dollar wieder mal schwächer geworden. Zyniker bezeichnen ihn schon als Weltleidwährung…

Je schneller in Krisenzeiten Gelddruckmaschinen rotieren, desto lauter heulen die Sirenen. Gold ist Wächter. Für die Amerikaner ist Gold heute so teuer wie noch nie. Während Uncle Sam vor fünf Jahren für eine Unze Gold vier Tage lang arbeiten musste, schuftet er heute dafür die doppelte Zeit, wenn er überhaupt noch eine auskömmliche Beschäftigung findet und nicht mit beiden Beinen im Schuldensumpf feststeckt.

Früher war der Dollar so gut wie Gold. Jeder Dollar war mit einer entsprechenden Menge Gold hinterlegt, bis Präsident Richard Nixon 1971 das Band zwischen den beiden endgültig zerschnitt und zum kompletten Vertrauen auf Gott überging. „In God we trust“ steht auf amerikanischen Geldscheinen. Weil es aber immer mehr werden, tauscht man viel von ihnen in gelbes Metall und konserviert damit geleistete Arbeitskraft.

Für Europäer kostet eine Unze 712 Euro und damit doppelt so viel wie vor fünf Jahren. Europa verdünnt ebenso schnell sein Geld. Das lässt hierzulande Sparer zur ältesten Versicherung der Welt greifen. Und da sind sie auch schon wieder – die Experten – die Gold immer als etwas Gefährliches geißeln. Man könne Gold nicht essen, sagen sie. Das ist natürlich Mumpitz. Unter der Bezeichnung E 174 und E 175 sind Gold und Silber als Lebensmittelzusatzstoffe aufgeführt.

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