Vorwärts immer – rückwärts nimmer

13. November 2009 | Kategorie: Kommentare

von Frank Meyer (Kolumne aus den Lübecker Nachrichten vom 27.09.2009)

Die Hausse ist in die Monate gekommen. Wie viel Substanz steckt eigentlich dahinter? Oder war es nur das kostenlose Geld der Notenbanken, das die oft staatlich gestützten Spieler in Anlagenot brachte? Wenn Geld nichts kostet, sind steigende Kurse fast garantiert…

Nun aber deuten die Notenbanken eine Verknappung des üppigen Geldflusses an. Allein diese Andeutung hat die Börsen erzittern lassen. Und wenn sich hierzulande der Wahlkampfnebel verzogen hat, wird es Überraschungen geben, auch an den Börsen. Vielleicht geht der Aufschwung, der keiner war, bald zu Ende?

Die deutsche Konsumstimmung ist schon wieder gestiegen, was ziemlich erheitert, denn die GfK-Zahlen waren erst am Montag zur Veröffentlichung gedacht. Nun sind diese Daten aber so toll, dass sie schnell noch vorm Urnengang unters Volk gejubelt wurden. Ein Schelm, der Böses dabei denkt. Apropos Urne: Wenn die Leute wirklich ihr Geld aus dem Fester werfen, als gäbe es kein Morgen, werden sie sich wahrscheinlich ruinieren, meinte ein Händler und auch der gesunde Menschenverstand. Woher man das ganze Geld zum Shoppen nimmt, bleibt dauerhaft rätselhaft und auch, warum so viele Unternehmen deswegen in Schwierigkeiten stecken.

Katzenfreunde bitte weggeschaut! Auf die Frage, wie es wirtschaftlich weitergehen könnte, antwortete ein Wirtschaftsexperte mit einem amerikanischen Bild: „Dead Cat Bounce“. Das bedeutet, dass eine aus dem Hochhaus geworfene Katze nochmal hochspringt, wenn sie unten aufgeschlagen ist. Doch bitte seien Sie beruhigt. Die Katze war aus Plüsch, so wie die Wahlversprechen in den letzten Monaten.

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