Goldener September

8. Dezember 2009 | Kategorie: Kommentare

von Frank Meyer

(Kolumne aus den Lübecker Nachrichten vom 06.09.2009)

Die Bullen haben in dieser Woche den Markt gewechselt. Bei Aktien war wenig zu holen, dafür aber bei Edelmetallen. Gold tanzte bei 1000 US-Dollar herum, Silber sprang auf 16 US-Dollar pro Unze. Edelmetalle sind Sachwerte und Sicherheit in unsicheren Zeiten, auch wenn Berater etwas anderes erzählen und warnen…

Gold könne man nicht essen, sagen sie. Wohl wahr. In Notzeiten kann man dafür vielleicht einen ganzen Bauernhof kaufen. Und Papiergeld macht auch nicht wirklich satt und verstopft höchstens den Magen. Ach ja, Gold schwankt so stark, ist ein anderes oft zu hörendes Argument. Aktien tun das selbstverständlich nicht. Und Gold bringt keine Zinsen. Stimmt! Ihr Sparbuch auch nicht mehr.

Die Commerzbank errechnete, dass für die „Rettung“ der Finanzmärkte 10 Billionen Dollar herbeigezaubert worden sind, quasi aus dem Nichts. Das entspricht einem Berg von 300.000 Tonnen purem Gold. Doch nur die Hälfte davon wurde in den letzten Jahrtausenden aus der Erde geholt. Für jeden Erdenbürger gibt es ca. 25 Gramm Gold. Nicht viel, oder? Der Silbermarkt ist mit seiner Größe von 16 Milliarden US-Dollar dagegen ein Zwerg, so groß wie der Börsenwert von Linde. Für jeden Erdenbürger gäbe es rechnerisch ganze fünf Gramm.

Edelmetallpreise steigen meist im Herbst an und halten Kurs bis ins Frühjahr. Das Plus im DAX von acht Prozent in diesem Jahr ringt den Silberinvestoren ein müdes Lächeln ab. Ihr Zuwachs beträgt 45 Prozent. Ein Händler in Frankfurt kommentiert die zurzeit explodierende Nachfrage mit dem Satz: „Der Markt ist extrem klein. Entweder man hat es, oder man hätte es gerne gehabt.“

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