Sommer-Spezial – Investieren in Silbermünzen

24. August 2009 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer, Zeitlos

von Frank Meyer

Die Vielfalt der Silbermünzen ist atemberaubend. Als Anleger findet man ein Füllhorn verschiedener Prägungen unterschiedlicher Größe und Seltenheit, mit verschiedenen Motiven und Nennwerten. Doch keine Sorge, man muss das Thema nicht studiert haben, um Silber als Investment zu verstehen. Ein paar Grundkenntnisse reichen völlig aus. Nach vier Stücken, in denen es um das Thema Silber im Allgemeinen, den Silbermarkt, Barren und Silberzehner ging, sind heute die Münzen an der Reihe…

Auch wenn Silbermünzen ihre Funktion als Zahlungsmittel im Alltag längst verloren haben, ihre Eigenschaft als Wertspeicher besitzen sie weiterhin. Gleiches trifft auf die anderen Edelmetalle zu, nur scheint Silber im Vergleich zu Gold, Platin und Palladium viel preiswerter zu sein, vor allem im historischen Vergleich.

Unser heutiges Geld ist auf Schulden aufgebaut und dem Vertrauen, dass die Schulden irgendwann auch beglichen werden. Da das aber ein Ding der Unmöglichkeit ist und man heute umbucht statt ausbucht, redet man so oft von Vertrauen. Die Geldmengen sind in den letzten Jahrzehnten weit schneller wachsen als die Summe aller Waren und Dienstleitungen. Hier liegt die Ursache für das, was Otto Normalbürger als Inflation bezeichnet. Man muss mehr Papiergeld auf den Tisch legen, um eine Einheit einer Ware kaufen zu können. In den letzten Jahrzehnten wurde es immer deutlicher spürbar, auch wenn die Statistik etwas anderes aussagt. Ein natürlicher Schutz gegen sinkende Kaufkraft sind Sachwerte. Edelmetallen wohnt der Vorteil inne, dass sie Werte (geleistete Arbeitskraft) in einer besonders großen Dichte komfortabel speichern können, ohne dass sie im Laufe der Zeit verderben. Andere Sachwerte wie Immobilien kosten permanent Geld, um die Eigenschaft des Sachwertes zu bewahren. Gold und Silber liegen nur herum. Die Geschichte ist voller Kapitel, in denen derjenige, der edle Münzen in schweren Zeiten besaß, einen unschätzbaren Vorteil hatte, denn man konnte Münzen gegen Nahrung, Sicherheit oder auch Schutz eintauschen. Nach einer Währungsreform konnte die gespeicherte Arbeitskraft in die dann neue Währung fast verlustfrei umgetauscht werden. Papiergeld verlor seinen Wert und hat nie einen inneren Wert besessen, außer es war an Edelmetall gekoppelt.

Im letzten Teil „Investieren in Silberzehner“ hatte ich Ihnen eine kleine Aufgabe gestellt: Ist es besser, Silberzehner zu besitzen oder 10-Euro-Scheine? Ich hoffe, Sie konnten eine Antwort finden. Heute stelle ich Ihnen wieder eine kleine Aufgabe: Ist es sinnvoll, einen Silberzehner zu kaufen (10 Euro für 0,5 Unzen Silber) – oder besser eine ganze Unze Silber für heute 12,30 Euro?

Sie haben offenbar aufgepasst… Im Einkauf liegt der Gewinn, sagt eine alte Händlerweisheit. Im Falle einer Deflation, hat man mit Silberzehnern zwar 10 Euro Kaufkraft in der Tasche, auch wenn der Silberpreis fällt. Nun gibt es aber die teils privat organisierten Notenbanken, die Geld aus dem Nichts produzieren und mit vollen Rohren gegen eine Deflation schießen können. Zudem muss in der Realität eine Deflation nicht wirklich nach Deflation aussehen. In Zeiten der Inflation aber, ist man mit Silberzehnern etwas gekniffen, denn in einer solchen 10 Euro-Münze wohnt nur eine halbe Unze Silber. Letzte Woche wurden neue Silber-Zehner ausgegeben. Es gab Schlagen wie hier vor der Bundesbankzentrale in Sachsen. Silber ist kein Unbekannter mehr, vor allem unter den älteren Leuten…

Standardprodukte

Die gängigsten Münzen sind der American Eagle, der kanadische Maple Leaf, der österreichische Philharmoniker und der mexikanische Libertad. Hier bekommt man am meisten Silber für sein Geld. Eine Münze kostet zur Zeit um die 12,30 Euro. Man muss schon schauen, wo man kauft, denn die Preise liegen bei3einzelnen Händlern sehr weit auseinander. Vergleichen kann man die Angebote unter www.silber-investor.de. Es gibt auch seltenere Münzen, die dafür oft durch ihre Schönheit bestechen (Britannia, Kookaburra, Panda, Koala, Kiwi) Hier muss man schon deutlich mehr ausgeben. Der normale Silberanleger greift eher zu Standardprodukten, wo der Aufschlag auf den Spotpreis ca. 25-35 Prozent beträgt. Das erklärt sich durch die auf Münzen fällige Mehrwertsteuer von 7 Prozent, Prägekosten und die Marge, von der Anbieter und Händler leben. Eine sich beruhigende Nachfrage nach Silbermünzen, wachsende Konkurrenz der Münzhändler untereinander und die Ausweitung der Produktionskapazitäten haben die Aufschläge von einst bis zu 60 Prozent beim American Eagle jetzt wieder deutlich reduziert, was nicht heißen muss, dass die Aufschläge nie wieder steigen, vor allem, wenn die Nachfrage anziehen sollte….

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