Gold – Renditebringer des Jahrzehnts

10. Juli 2009 | Kategorie: Kommentare

von Wolfgang Weber

Wie im letzten Edelmetallreport angesprochen, setzte sich die leicht bärische technische Konstellation am Markt vorerst durch und drückte den Goldpreis unter 920 US Dollar die Unze. Dies könnte nun zu Kursen von 880 und der starken Unterstützung von 840 US Dollar führen. Hier sollten die Kurse allerdings spätestens einen guten Boden gefunden haben und dann erneut drehen und die 1.000er Kursmarke avisieren…

Laut GFMS (Gold Fields Mineral Services) in London ist dies das wahrscheinlichste Szenario. Die Überschüsse auf dem Goldmarkt durch das enorme Recyclingaufkommen des ersten Halbjahres 2009 und die eingebrochene Nachfrage des größten Abnehmers, der Schmuckindustrie, wurden und werden vollständig durch die Investorennachfrage überkompensiert. Zum Jahresende erwartet die unabhängige Analysefirma Preise jenseits der 1.000 US Dollar – Marke. Somit sind Preise zwischen 840 und 920 US Dollar pro Unze sicherlich interessante Einstiegskurse.

In den vergangenen acht Jahren erzielte Gold übrigens eine Durchschnittsrendite von plus 13,95 % p.a im Querschnitt durch die neun wichtigsten Währungen der Welt! Im Euro legte Gold im Durchschnitt 10,8 % p.a zu und in US Dollar gar 16,3 %. In 2009 liegt Gold gegenüber Euro plus 4,1% bis 30.06.2009 im Plus.

Vor dem Hintergrund, dass Edelmetalle in erster Linie als unbestechlicher Wertspeicher dienen sollten, sind solch hohe Renditeergebnisse natürlich erfreuliche Begleiterscheinungen. Die Nachfrage nach Edelmetallen generell, gerade auch seitens der Kleinanleger, verharrt auf nach wie vor hohem Niveau und zog die letzten zehn Handelstage sogar wieder spürbar an. Ähnlich wie 2008 scheint es auch dieses Jahr kein Sommerloch im Edelmetallhandel zu geben, sondern eher gute Geschäfte. Derzeit ist die Versorgung des Marktes mit den Anlagebarren 100 Gramm bis 1.000 Gramm problemlos gegeben und auch kaum Wartezeiten zu verzeichnen.

Silber

Der Zwitter zwischen Industrie- und Edelmetall, das Silber, sieht charttechnisch angeschlagener aus als Gold, da seine wichtige Unterstützung bei 13,80 US Dollar die Unze sang und klanglos durchbrochen wurde und der aktuelle Kurs von 12,94 US Dollar dicht an der wichtigen Unterstützung von 12,75 US Dollar die Unze liegt. Danach wartet als „letzte Bremse“ die 11,70 US Dollar. Im Zuge des oben skizzierten Gold-Szenarios für 2009 wird sich auch dann Silber verhalten und es ist dann schnell mit Kursen von 14 und 14,80 US Dollar die Unze zu rechnen. Wenn Gold die 1.000 US Dollar-Marke knacken sollte, könnte Silber zügig zwischen 16 und 18 US Dollar die Unze liegen. Somit sind die derzeitigen Kurse auch eher Einstiegs- als Ausstiegskurse.

Im Durchschnitt der vergangenen acht Jahre legte Silber 11,15 % p.a gegen die neun wichtigsten Währungen der Welt zu. Im Euro erzielte Silber immerhin stolze plus 8,3 % p.a. In 2009 schaffte Silber gegen die neun Währungen sogar im Durchschnitt plus 17,2 %! Die Belieferung des Marktes mit 1.000 Gramm-Barren sowie Anlagemünzen ist im Moment bei ungebrochener Nachfrage der Käufer auch weitestgehend gegeben. Zu praktisch keinerlei Verkäufen durch die Investoren kommt es bei den physisch eingelagerten Investment-Barren der Kategorie 31,10 kg. Hier scheint „buy and hold“ seit vier Jahren Trumpf zu sein.

Quelle: Taurus Edelmetalle



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