Tipps zu Geld und Gold 2018

30. Dezember 2017 | Kategorie: RottMeyer

von Manfred Gburek

Was können Anleger vom Börsenjahr 2018 erwarten? Auf jeden Fall erst mal neue, Ihnen irgendwann in den vergangenen Wochen zugesandte Allgemeine Geschäftsbedingungen der Banken und Sparkassen. Ich empfehle Ihnen, sie gründlich unter die Lupe zu nehmen, denn darin finden Sie unter anderem viel Aufklärung, zum Beispiel zu bislang strittigen Themen.

Um drei wichtige herauszugreifen: transparentere Gebühren, häufigere Depotauszüge und mehr Anlegerschutz, vor allem auch bei Geschäften mit Zertifikaten.

Darüber hinaus sei noch auf das vom kommenden Jahr an geltende Investmentsteuerreformgesetz hingewiesen. Dessen Vorschriften sind allerdings so umfangreich und kompliziert, dass die Commerzbank ihre 18-seitige Studie dazu als „Durchblick im Steuerdschungel“ betitelt hat. Im Übrigen hat die Zeitschrift Finanztest in ihrer Dezember-Ausgabe sich allerhand Mühe gegeben, um die am Kompliziertheit kaum zu überbietenden neuen Vorschriften zu entwirren.

Nebenbei bemerkt: Das Gesetz wartet mit einem – zunächst kleinen – Angriff gegen die überwiegend von linken Politikern ins schiefe Licht gerückte Abgeltungsteuer auf. Demzufolge wird der Bestandsschutz für vor dem Jahr 2009 gekaufte Fonds wie folgt zum Teil aufgehoben: Bis 2017 aufgelaufene Wertsteigerungen bleiben steuerfrei; dagegen werden ab 2018 erzielte Wertsteigerungen steuerpflichtig; allerdings gilt hierfür pro Anleger ein Freibetrag in Höhe von 100.000 Euro. Zu erwarten ist, dass an der Abgeltungsteuer auch in Zukunft herumgefummelt wird, unter anderem mit dem falschen Argument, Einkünfte aus Kapitalvermögen würden günstiger besteuert als Löhne und Gehälter von Arbeitnehmern. Ins schiefe Licht gerückt und falsch ist dieses Argument deshalb, weil Kapitaleinkünfte schon steuerlich vorbelastet sind, bevor sie den Anlegern zufließen.

Das Jahr 2018 wird natürlich noch einiges mehr zu bieten haben als die hier beschriebenen bürokratischen Monster. In Deutschland zum Beispiel allerhand Börsengänge und Kapitalerhöhungen, die sich aus Sicht der Unternehmen umso besser rechnen, je höher das allgemeine Kursniveau ist – und es ist derzeit hoch, jedenfalls gemessen an gängigen Kennzahlen. Was unweigerlich zur Frage führt, ob 2018 ein weiteres gutes Börsenjahr sein wird.

Diese Frage lässt sich zumindest insoweit beantworten, als ein größerer Kapitalentzug an der Börse zu vorübergehenden Kurskorrekturen führen wird. In welchem Ausmaß, hängt dann vor allem auch von weiteren Faktoren ab, etwa von der Geld- bzw. Zinspolitik der Notenbanken und von der Konjunktur. Wobei besonders auch auf die riesigen Schuldenberge zu achten sein wird, speziell in China – ein Faktor, der im Bewusstsein der meisten Börsianer noch gar nicht richtig angekommen ist.

Doch nur mal unterstellt, er käme dort an. Dann werden vor allem Großanleger versuchen, einen möglichst hohen Anteil an ihren Aktienbeständen zu verkaufen und nach Alternativen Ausschau zu halten. Aber nach welchen? Staats- und Unternehmensanleihen mit überdurchschnittlichem Rating? Bestenfalls selektiv. Liquidität? Ist in solchen Zeiten eher etwas für flexible Anleger mit geringem bis mittlerem Vermögen. Immobilien? Da muss es sich schon um Sahnehäubchen handeln, die derzeit jedoch viel zu teuer sind. Gold und Silber? Ja – wenn nur nicht die ständigen Interventionen der Spielverderber wären, die den Goldpreis trickreich drücken, um Anlegern den Kauf zu vermiesen. Dementsprechend lastet auch ein gewisser Druck auf dem Silberpreis, weil er im Trend mit dem Goldpreis korreliert. Beide Edelmetalle haben jedoch in den letzten Tagen des alten Jahres derart beeindruckende Preissprünge nach oben vollzogen, dass ich mir über ihre weitere Entwicklung keine Sorgen mache.

Spannende Frage: Unter welchen Bedingungen kann Gold, wie ansatzweise bereits vor zwei Jahren, das Interesse breiter Anlegerschichten auf sich lenken? Am plausibelsten ist diese Antwort: Wahrscheinlich müssen erst die Spekulanten, die den Preis noch vor einem Monat nach unten gedrückt und genug Gold günstig eingesammelt haben, mit ihren Baisseattacken ganz aufhören. Zugegeben, die These mit dem Golddrücken und -einsammeln erinnert an so manche Verschwörungstheorie, aber deshalb muss sie ja nicht falsch sein.

Dies auch noch aus einem anderen Grund: Der Preisdruck dient, zumal wenn er von offizieller Seite – US-Regierung und -Notenbank – gern gesehen wird, der Aufrechterhaltung des brüchigen, auf extrem hohen Schulden basierenden, vom Dollar dominierten Währungssystems. Die dazu passenden Formeln lauten: schwaches Gold = starker Dollar, starkes Gold = schwacher Dollar.

Solange die Schuldenberge weiter wachsen, ohne dass Anleger sich daran stören, kann Gold von interessierter Seite als überflüssig oder als von gestern bezeichnet werden. Und ein Großteil der Medien macht mit. Die maßgebende Frage ist: wie lange noch? Das Jahr 2018 kann entscheidend werden. Dazu bedarf es nur noch einer Initialzündung. Achten Sie jetzt besonders auf die Kurse der Minenaktien; üblicherweise laufen sie dem Goldpreis schon bald voraus. In diesem Sinn wünsche ich Ihnen für das neue Jahr viel Erfolg!
Manfred Gburek – Homepage

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Ein Kommentar auf "Tipps zu Geld und Gold 2018"

  1. der-5-minuten-blog.de sagt:

    „Zu erwarten ist, dass an der Abgeltungsteuer auch in Zukunft herumgefummelt wird… …dabei sind Kapitaleinkünfte schon steuerlich vorbelastet, bevor sie den Anlegern zufließen.“
    Das ist ein starkes Argument, und muss ich mir für spätere Diskussionen unbedingt merken.
    Allerdings: eine Kuh, die sich einmal Melken hat gefallen lassen, kann man auch zwei mal melken.
    Schade, um die schöne Milch. Hoffen wir mal, der Bauer tätschelt die Kuh wenigstens danach.

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