Tief im Westen – fliegen die Bienen auf Gold

31. März 2011 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer, Slideshow

Im US-Bundesstaat Utah, der wegen des Staatswappens auch als Bienenkorbstaat bekannt ist, hat das Parlament beschlossen, künftig Gold und Silber als Zahlungsmittel zu zulassen…

vom Smart Investor

Unterschrift steht aus
Zwar ist damit die Geschichte noch nicht in trockenen Tüchern, denn noch fehlt die Unterschrift des Governeurs Gary Richard Herbertum um dem Gesetz Gültigkeit zu verleihen. Es zeigt aber, dass die USA bereits weitaus näher an einer Währungsreform stehen als wir in Europa dies mitbekämen. Neben Utah sind es inzwischen weitere neun Staaten (Montana, Missouri, Colorado, Idaho, Indiana, New Hampshire, South Carolina, Georgia und Washington) die ein ähnliches Gesetz zur Abstimmungen bringen wollen. Zwar scheint es so, als sei dieses Ansinnen etwas ganz neuartiges, tatsächlich aber setzt diese Gesetzesvorlage lediglich die US-Verfassung um. Hier heißt es nämlich in der Sektion 1.10 ziemlich eindeutig: Kein Staat darf irgendetwas anderes als Mittel zur Schuldentilgung zulassen als Gold und Silber (im engl. Original: No State shall […] make any Thing but gold and silver Coin a Tender in Payment of Debts).

Die Schrift an der Wand
Aus unserer Sicht ist dies nur ein weiteres Mosaiksteinchen auf dem Weg hin zu dem durch eine Währungsreform verschleierten Staatsbankrott. Die Anzeichen hierfür werden immer sichtbarer – es steht sozusagen deutlich an der Wand: Das Investmenthaus Pimpco, weltweit einer der größten Anleihehalter, wird in Zukunft keine Staatsanleihen der USA mehr kaufen. Die immer drohender Zahlungsunfähigkeit vieler Gemeinden in den USA. Die schaurig-abstrusen Rettungsversuche der EU bzw. der Eurozone ihre bankrotten Mitglieder über noch mehr Schulden vor der Insolvenz zu bewahren. All dies sind nur Beispiele dafür wie groß die Schieflage des gesamten Finanzsystems inzwischen ist und dass immer mehr Menschen nicht mehr bereit sind, dieses „Ponzi-Spiel“ mitzumachen. Entsprechend denken überall auf der Welt, nicht nur in den USA, Menschen darüber nach, wie sie sich gegen den zunehmenden Kaufkraftverlust absichern können. Und überall entdecken die Menschen eben jenes „barbarische Relikt“ wieder, welches seit über 5.000 Jahren als Wertspeicher und seit mehr als 2.5000 Jahren als gemünztes Geld fungiert: Gold. Aus Sicht der Österreichischen Schule ist dieser Schritt hin zu einem Wettbewerb der Geldordnungen mehr als überfällig gewesen. Allerdings darf getrost davon ausgegangen werden, dass sich Staat und Hochfinanz gegen den Entzug des Geldmonopols mit allen Mitteln zur Wehr setzen werden. Insofern bleibt abzuwarten, ob Mr. Herbertum die entscheidende Unterschrift zu leisten gewillt ist.


Am Goldmarkt
Die Schieflage des Weltfinanzsystems macht sich natürlich in einem seit nun mehr über 10 Jahren währenden Bullenmarkt der Edelmetalle. Gold hat sich inzwischen fast versiebenfacht.  Das Edelmetall steigt kontinuierlich und hat am 24.03 ein neues Allzeithoch bei 1.447 USD gemacht. Inzwischen notiert das gelbe Metall etwa 20 USD tiefer. Für richtig Furore hingegen sorgte der kleinen Bruder Silber. Das weiße Metall hat sich seit August 2010 mehr als verdoppelt und seit Beginn des Bullenmarktes mehr als verzehnfacht. Entsprechend groß ist die Euphorie inzwischen. Auch ist der Markt technisch inzwischen deutlich überkauft. Zwar kann Silber durchaus noch weiter marschieren, aber irgendwann droht hier eine Korrektur und die kann beim Silber besonders heftig ausfallen. Nichts destotrotz werden sich die Preise für Gold und Silber wohl noch einige Jahre weiter nach oben bewegen. Am Ende sind die Edelmetalle vielleicht sogar Grundlage eines gesunden und gerechten neuen Geldsystems.

Quelle: Auszug aus dem Smart Investor


 

 

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6 Kommentare auf "Tief im Westen – fliegen die Bienen auf Gold"

  1. Johannes sagt:

    Warum machen die dieses Gesetz? Utah hat ja wohl nicht vor seine Beamten in Gold und Silber zu bezahlen…

  2. blubb sagt:

    Ich bin gegen einen Gold- und Silberstandart, obwohl ich mich auch zu den EM-Bugs zähle.
    In einem EM gedeckten Geldsystem kontrollieren diejenigen (erneut) das System die das Gold- und Silber kontrolliert.

    Wer ist das wohl?

    Ein und dieselben die das bisherige System kontrollieren.

    Es kommt nicht darauf an ob das Geld durch Sachwerte gedeckt ist oder nicht, sondern wer die Geldmenge kontrolliert!!

    Grüße

  3. Stuelpner sagt:

    @ blupp

    Ja wer die Geldmenge und das Geld an sich kontrolliert. Wie war der Spruch von dem(denen), gib mir die Kontrolle über die Währung und es ist mir egal wer das Land regiert. Ganz interessanter Film zum Thema ist auch Fabian und Zauberer von Oz. Wenn die Währung dann EMs sind ist das auch egal, nur das mit der virtuellen Gelderschaffung und „Wertschöpfung“ dürfte dann nicht mehr so einfach gehen.

    Was ich bloß bei dem Gesetz nicht ganz verstehe, ich habe bisher immer nur gelesen, dass die Leute ihre steuern dann in EM bezahlen können mehr nicht, geht das nun weiter oder wirklich bloß um die Steuer. Wenn ich EMs hätte würde ich mir lieber was Existenzsicherndes als Existenzzerstörendes (Steuern bezahlen) dafür kaufen. Die Bürger bekommen ihren Lohn oder Lebensmittelkarten in Papier bzw. Plastik und sollen die Steuern im EM bezahlen?

  4. D.ork sagt:

    > Kein Staat darf irgendetwas anderes
    > als Mittel zur Schuldentilgung zulassen als Gold und Silber

    Kann man das auch so auslegen, daß die USA Ihre Bürger bei einem Währungsreform zur Staatsentschuldung nur in Form von Gold+Silbermünzen enteignen darf zur Tilgung der Schulden bei den Privatbanken?

    Das hieße dann ja, die USA wollen Ihre Bürger in Edelmetalle treiben, damit die Banken sie ihnen dann abzunehmen, weil laut Gesetz Papiergeld eigentlich gar nicht erlaubt ist?

    Sorry für meine Paranoia, aber in den heutigen Zeiten halte ich alles für möglich 🙂

  5. jean sagt:

    hier ein typisches Artikel von FTD bzw. Mainstream. Die Banken versuchen die Silber Anleger zu verunsichern, um einen Einbruch zu verursachen. Da freut sich JPM.
    Ich habe mein physisches Silber und werde es nie hergeben. Das Spiel mit dem Papier sollen die Schlauberger machen. Da gehe ich lieber ins Kasino, wo ich mich mit meiner Frau bei einem schönen aufregenden Abend amusieren kann.

    Link:
    http://www.ftd.de/finanzen/derivate/:portfolio-verkehrte-welt-bei-silber/60032645.html

    • Anonymous sagt:

      Salut Jean!

      Investorregel N° 2: Investiere nur in Dinge, die du verstehst.

      bezügl. FTD Artikel „verkehrte Welt bei Silber“ -ich sag dazu: „die Welt wird zukünftig noch viel doller verkehrter, dass muß mich aber nicht jucken!“

      Für Anleger, die gerne mit gehebeltem Papier duch die Silber-Welt (Achtung! das Zeug wird immer volatiler auf der Zeitachse) marschieren, um sich daran gehörig die Finger zu verbrennen und ganz nebenbei „andere“ reich machen möchten, bitteschön! -wer’s braucht…

      Für Investoren bleibt es immer beim Alten; sogenannte Anlagetipps seitens Printmedien, seitens NullAchtFuffzehn-Anlageberater etc. bitte in den Müll entsorgen, hingegen aber bei „physischem EM, Minen, Explorer (Investorregel N° 2 nicht vergessen)… beherzt zugreifen.
      Grüß aus dem frühligserwachenden Berlin, hB.

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