Thorsten Polleit auf Telebörse: „Wir brauchen keine Notenbanken“

7. März 2013 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

von Frank Meyer

Was für ein Spaß, wenn Thorsten Polleit an der Börse ist. Nach der Zinsentscheidung der EZB (Welche Entscheidung?) hatten wir ein kleines Interview an der Börse aufgenommen – und über das Geldsystem – und die Österreichische Nationalökonomie gesprochen. Das Interwiew finden Sie auf Telebörse.de

Thorsten Polleit: „Wir brauchen keine Notenbanken“


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9 Kommentare auf "Thorsten Polleit auf Telebörse: „Wir brauchen keine Notenbanken“"

  1. FDominicus sagt:

    Natürlich brauchen wir keine Notenbanken. Monopolisten die Geld bedrucken und uns das als Geld verkaufen würden in der normalen Wirtschaft gleich mal den Besuch der Staatsanwaltschaft nach sich ziehen.

    Aber Insolvenzverschleppung und Aneignung fremden Eigentums geht eben Klasse mit Zentralbanken flankiert von Staatshilfe. Man sieht ja wie es dann geht. Die Zentralbanken „revanchieren“ sich und kaufen die Versprechungen der Staaten (IOYs) und bieten dafür neue IOY „geadelt“ durch die Zentralbanken. Nennt sich aber zumindest in den Gesetzen korrekterweise Zahlungsmittel (eben doch nicht Geld)

    Und somit kreisen die IOY schön zwischen Staaten und Zentralbanken hin und her. Als Makler greifen Sich die Banken bei jeder Runde etwas ab. Also wenn es ein geniales System der Ausbeutung und Umverteilung von Einzelnen zum Staat gibt dann Zentralbanken. Daher sind diese ja so beliebt und aus dem Stehgreif wüsste ich kein Land was nicht eben deshalb eine Zentralbank hat.

  2. pat sagt:

    Interessantes Interview mit einigen bedenkenswerten Ansichten.

    Ich bin allerdings nicht sicher, ob die Zentralbanken wirklich so ohne weiteres als staatliche Instutionen betrachtet werden können.

    Die FED ist mehr oder weniger in privater Hand.

    Auch die EZB scheint mir mehr von Goldman Sachs als von souveränen Staaten kontrolliert zu sein. Wenn die EZB wirklich die Bankenaufsicht über alle europäischen Banken bekommt, dann verlieren die Staaten die Kontrolle über die Bankenaufsicht ihrer nationalen Finanzinstitute und die EZB kann schalten und walten wie sie lustig ist.

    Es wird immer erzählt, dass das Bankensystem versucht die Wirtschaft zu retten. Ist das wirklich richtig?

    Eines darf nicht vergessen werden. Die Zentralbanken drucken kein Geld und werfen es mit dem Hubschrauber ab, sondern verteilen es immer nur gegen Schuldschein. Das was immer als Gelddrucken bezeichnet wird ist im Grunde nichts anderes als eine zunehmende Verschuldung beim Bankensystem.

    Alles was momentan passiert könnte auch ein Plan des Bankensystems sein um die Macht zu ergreifen. Alle sind über beide Ohren beim Bankensystem verschuldet, die Befugnisse der Banken, insbesondere der EZB werden immer weiter ausgedehnt und die Rechenschaftspflicht an die nationalen oder auch europäischen Parlamente immer weiter eingeschränkt.

    Ein Bargeldverbot wäre dann der finale Schritt zur absoluten Macht des Bankensystems.

    • FDominicus sagt:

      Es spielt keine Rolle ob Zentralbanken in „angeblich“ private Hand sind oder nicht. Zentralbanken SIND das Problem.

      • pat sagt:

        Das sehe ich ganz genauso. (Obwohl die Deutsche Bundesbank viel weniger ein Problem war als es die EZB nun ist.)

        Allerdings wollte ich nur die Motive der Zentralbanken hinterfragen, genauso wie die Gruppen deren Interessen sie vertreten.

        Beides scheint mir anders zu sein, als es von außen den Anschein hat.

        Ich wollte einen anderen Blickwinkel auf die momentanen Geschehnisse aufzeigen.

        Die Abschaffung bzw. Einschränkung des Bargeldes hilft den Banken sehr viel mehr als den Staaten.

  3. MARKT sagt:

    @ pat
    auch ich kann zu keinem anderen Schluss kommen.
    Die ZB´s insbesondere die EZB haben alle Macht an sich gerissen, und benutzen die Staaten (Politiker) nur noch zur Ausweitung eben dieser Macht.
    Die regierenden Politiker werden zum Durchsetzen von „notwendigen Reformen“ im Interesse der Zentralbanken benötigt und immer wieder dem Volk als Schuldige zum „Fraß“ vorgeworfen. Trotzdem „bewerben“ sich auch die alteingesessen Oppositionsparteien bei den Zentralbanken um diese lukrativen Jobs. Siehe diverse Regierungswechsel in Europa in den letzten Jahren.

    Hierbei findet mangels Alternativen aber nur eine Rochade zwischen den immer gleichen ausgewählten Politmarionetten statt.

    Das Volk wird mit rechts/links Debatten beschäftigt und bemerkt nicht dass es nur die Wahl hat zwischen unterschiedlichen Abteilungen der vom Finanzmarkt gesteuerten Einheitspartei.

    Die Zentralbanken sind dabei, auch die Realwirtschaft zu übernehmen. Die Kreditflut ist der vorletzte Schritt in diesem Akt. Wer kann tut alles um auf weitere Verschuldung zu verzichten. Wer muss ist nicht zu retten.

    An dieser Stelle sei einmal ein solider deutscher Automobilhersteller genannt der gerade (vor 2 Wochen) ein REKORDERGEBNIS präsentierte. Die Zahlen zur freien Liquidität und zum freien Cash-flow waren meines Erachtens schockierend.

  4. crunchy sagt:

    Da hat Polleit ganz recht: Wozu Notenbanken, wenn man Gold und Silber
    überall, vor allem bei Degussa kaufen kann?
    Ernsthaft: Ich wünsche mir, dass sich die Krise so in die Länge zieht, dass jeder in die Lage versetzt wird, seine Kaufkraft in Gold und Silber zu speichern. Dann hätte das Spielchen ein Ende und die da Oben hätten vor lauter Druckerei nicht mitgekriegt, dass man mit 2 Unzen Silber auch volltanken kann.
    Noch ernsthafter: Shit, jetzt bin ich aus meinem Traum aufgewacht.
    Todernst: So richtig beunruhigt bin ich nicht mehr, gut gestreut kann man auch gut schlafen.

  5. John Doe sagt:

    Welche Begründung liefert Herr Polleit ab?
    1. Er beruft sich auf die österreichische Schule. Die hätten die Begründung. Eigene Überlegungen sind Fehlanzeige.
    2. Die österreichische Schule sieht die Lösung darin, dass der Private in die Bresche springen muss. Dieses Dogma hat er einfach übernommen, nicht mehr und nicht weniger. Das Dogma, es muss weder im Einzelfall noch im Allgemeinen erklärt oder begründet werden, ist die einzige Begründung. Notfalls kommt noch der Markt hin zu, der Alles im Griff haben wird, wenn man ihn doch nur lasse! Dogma und zirkuläre Logik ist der rhetorische Kniff.
    3. Eine fürwahr raffinierte Strategie! Da wird einfach behauptet, dass die Utopie gescheitert sei, aber seine Dystopie und umgekehrt die Lösung ist. Beide wirken aber nur, wenn sie ins transzentrale, in die theologische Dimension verschoben wird. Dort sind sie unangreifbar, taugen aber jederzeit zum Angriff.
    4. Wer mag denn nur der „Erlöser“ sein? Ich versuche es mal mit einigen Namen:
    – True Sale International GmbH
    Die True Sale International GmbH (TSI) wurde im Mai 2004 in Frankfurt am Main im Rahmen der True Sale Initiative von
    – dreizehn Banken gegründet. Ziel der TSI ist es, den Standard „Verbriefung made in Germany“ voranzubringen und den
    – deutschen Verbriefungsmarkt zu fördern. Über die TSI-Plattform wurden bislang fast 60 Transaktionen mit über 120 Milliarden Euro Volumen
    – (Risikotransfer) abgewickelt (Stand: Februar 2009); weitere Transaktionen sind in Vorbereitung.
    – Viele True Sale-Transaktionen nutzen das Label „Certified by True Sale International“, mit dem für Investoren ein hohes Maß an Transparenz erreicht wird.

    – BASEL – Alle zwei Monate treffen sich mehr als ein Dutzend Banker zum Sprechen und Essen auf der 18. Etage des Turms von Basel, dem Sitz der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich ( BIS).

    – Vielleicht meint er die vier sehr großen US-Banken die 93% der Nominalbeträge der gesamten Bankenbranche und 81% des Netto-Kreditrisikos der Industrie kontrollieren.

    JPMorgan Chase: Totale Vermögenswerte: $ 1,812,837,000,000 (knapp über 1,8 Billionen Dollar). Insgesamt in Derivaten: $ 69,238,349,000,000 (mehr als 69 Billionen Dollar).
    Citibank: Totale Vermögenswerte: $ 1,347,841,000,000 (ein bisschen mehr als 1,3 Billionen US-Dollar). Insgesamt in Derivaten: $ 52,150,970,000,000 (mehr als 52 Billionen US-Dollar).
    Bank Of America: Totale Vermögenswerte: $ 1,445,093,000,000 (ein bisschen mehr als 1,4 Billionen US-Dollar). Insgesamt in Derivaten: $ 44,405,372,000,000 (mehr als 44 Billionen Dollar).
    Goldman Sachs: Totale Vermögenswerte: 114.693.000.000 $ (ein bisschen mehr als 114 Milliarden US-Dollar). Insgesamt in Derivaten: $ 41,580,395,000,000 (mehr als 41 Billionen Dollar). Goldman Sachs hat den Vorteil gegenüber anderen Banken, weil sie ehrfurchterregende Verbindungen in der US-Regierung hat. Viele der ehemaligen Goldman-Mitarbeiter halten US-Regierungs-Positionen auf hohem Niveau.
    Das bedeutet, dass das Gesamtengagement, das Goldman Sachs zu Derivate-Kontrakten hat, mehr als 362-mal größer als ihre Bilanzsumme ist.

    – Vielleicht meint er auch jenen Börsenspezialisten, der mir angeboten hat: “ Sehr geehrte Damen und Herren,

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    …, den 28. Februar 2013

    Wer ist denn nun der bisher immer noch unbekannte „Private“, der die Erlösung bringt?

    Einstein hat geantwortet, als er gefragt wurde, ob Er an Gott den Erlöser glaube, er könne erst dann eine Antwort geben, wenn sich Gott bei ihm vorgestellt habe. Wann wird uns Herr Polleit den Erlöser in der Person des „Privaten“ vorstellen, so dass wir ihm auch die Hand schütteln können?

  6. pedrobergerac sagt:

    Unsere Welt ist in jeder Hinsicht bankrott: finanziell, wirtschaftlich, gesellschaftlich und moralisch. Der Grund für die globale Misere ist ein Finanzsystem, das auf jegliche Werte verzichtet, und „Geld“ willkürlich und in beliebiger Menge in Druckerpressen oder per Tastendruck am Computer in elektronischer Form erzeugen kann, ohne dabei eine reale Leistung erbringen zu müssen. Der ehemalige Direktor der „Bank of England“ und zweitreichste Brite seiner Zeit, Sir Josiah Stamp, erklärte in einer Rede anlässlich der Abschlussfeier an der University of Texas im Jahre 1927 vor etwa 150 Studenten selbstkritisch und in unmissverständlichen, klaren Worten die Funktionsweise eines schuldenbasierten Weltfinanzsystems:

    „….Das moderne Bankensystem erzeugt Geld aus dem Nichts. Dieser Prozess ist
    vielleicht der erstaunlichste Taschenspielertrick, der jemals erfunden wurde.
    Das moderne Finanzwesen wurde in Ungerechtigkeit gezeugt und in Sünde
    geboren … „
    Die Bankiers besitzen die Erde. Wenn Sie ihnen diese wegnehmen, ihnen aber die Macht der Geldschöpfung lassen, dann werden sie mit einem Federstrich genug Geld schöpfen, um die Erde wieder zurückzukaufen.

    Würde der Staat, das Volk als wahrer Souverän, alles Geld dass er braucht, um Schulen, Krankenhäuser, Kindergärten, Straßen, Brücken etc. zu errichten und zu unterhalten, würde der Staat dieses Geld selber aus der Luft schöpfen (Fiat Money) wie es die Privatbanken machen, dann bräuchte er keine Kredite aufnehmen, ergo keine Zinsen zu zahlen, wäre nicht verschuldet und wir bräuchten deswegen keine Steuern zu zahlen.
    So aber bekommt er das Geld von den Banken und muss alles tun, was die Banken wollen. Damit das nicht so offensichtlich ist gibt es ein wenig Geplänkel mit der Bankenaufsicht und dem Bund der Steuerzahler, um uns Allen Sand in die Augen zu
    streuen.

    Wir brauchen ein anderes, ein nachhaltiges Tauschgeld-Geldsystem. Alles Andere treibt die Menschheit in die Katastrophe.. Hat man erst einmal erkannt, wie menschenverachtend und umweltzerstörend unser jetziges System in Wirklichkeit ist, ist die Installation einer Alternative ein Klacks. Man muss sich nur auf das Neue System einigen. Ich denke, die 99 % könnten das schon hinkriegen, auch wenn sich die 1 % dagegen wehren.

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