Bitcoin: echte Alternative zum antiquiertem monetären System?

13. Dezember 2013 | Kategorie: Gäste, RottMeyer

von Bill Bonner

Wohin könnte der Goldpreis gehen, von jetzt? Ach, das wissen Sie doch! Aufwärts oder abwärts. Abwärts oder aufwärts. Oder, natürlich, seitwärts...

Die deflationärsten Analysten wie Robert Prechter sehen bei Gold erst bei unter 500 Dollar je Unze einen Boden. Die bullishsten Gold-Anhänger auf der anderen Seite sagen uns, dass nur der Himmel die Grenze ist.

Ich hörte vor vielen Jahren auf, Gold zu kaufen, als der Preis über 1.000 Dollar je Unze stieg. Aber ich habe seitdem nicht eine einzige Unze verkauft. Wer weiß? Ich könnte es noch brauchen. Und ein Goldpreis von 1.200 Dollar je Unze sieht ziemlich fair aus. Weder zu heiß noch zu kalt, sondern bei Raumtemperatur.

Aber erinnern Sie sich an meine Prophezeing der letzten Tage? Wenn das monetäre System zusammenbricht, wird der Goldpreis steigen. Deshalb werde ich irgendwann in der Zukunft mein Gold für deutlich mehr als 1.200 Dollar je Unze verkaufen können.

Mittagessen mit Mr. Friedman

Und wie ist es dazu gekommen? Wieso ist das monetäre System in eine so verletzliche Position geraten?
Ich gebe Milton Friedman die Schuld. Ich hatte mit ihm vor Jahren zu Mittag gegessen. Die Frage, die ich ihm hätte stellen sollen, kam mir nicht in den Sinn oder über die Lippen:

Wie um Himmels Willen wollen Sie wissen, wieviel Geld eine Volkswirtschaft benötigt?

Dem großen Monetaristen blieb eine Antwort auf diese nicht gestellte Frage erspart. Friedman gab den Ton der Diskussion zu dem Thema vor, mit seiner meisterhaften Arbeit zur Weltwirtschaftskrise. Vereinfacht gesagt: Ein Boom tendiert dazu, die Schulden zu erhöhen, da mehr Kredite aufgenommen werden. Und das System der Zentralbanken führt dann zu einer höheren Geldmenge.

Eine Rezession oder Depression hingegen verringert die Geldmenge, wenn die Leute Schulden zurückzahlen. In einem Abschwung, so Friedman mit schockierender Ignoranz gegenüber ungesehenen Konsequenzen, sollte die Fed die Wirtschaft managen, indem sie die richtige Geldmenge ansteuert.

Damit hat er zumindest zwei Generationen von Volkswirten in die Irre geführt…und letztlich hat es die Fed zu ihrer heutigen Politik des QE geführt.

Die Wirtschaft wächst langsam? Man braucht sich nicht um die Gründe zu kümmern. Man muss nur diesen Knopf drücken, „leichtes Geld schnell“.

Sobald diese Ökonomen das Gedankengut Friedmans übernommen hatten, konnten sie nicht mehr gestoppt werden. Jedes Mal, wenn die Wirtschaft gerade Schulden verdaute, kam die Fed mit billigeren Krediten.

Faule Schulden? Kein Problem. Refinanzieren Sie, zu niedrigeren Zinsen.

Die Öffentlichkeit fiel darauf herein. Die Chinesen haben es ermöglicht. Die Wall Street hat es ermutigt. Und die Ökonomen haben es befürwortet.

Schulden und Handelsbilanzdefizit explodierten. Sicher, es musste ein Ende kommen…eine Lösung….für die falsch liegenden Ökonomen und ihr dummes System.

Aber von wo kommt es?

Ein antiquiertes System

In der Zwischenzeit arbeiten wir mit dem, was wir haben. Und was wir haben, ist ein monetäres System, welches für einige antiquiert aussieht und für einige nicht antiquiert genug.

Für mich ist es beides. Es fehlt der alte Wert von Gold. Und ihm fehlt der reale neue Wert von einfachem, Internet-basierendem Informationsaustausch zu niedrigen Kosten.

Ich kann eine elektronische Ausgabe von „Krieg und Frieden“ online zu nahezu keinen Transaktionkosten erhalten. Aber wenn ich dafür zahlen will, dann muss ich an Zombie-Banken und Kreditkartenunternehmen Gebühren zahlen (und die NSA über meine Lesegewohnheiten informieren).

Was ist die Alternative? Bitcoin.

Meine Leser haben mir viele Fehler vorgeworfen. Die meisten haben Recht. Aber in Bezug auf Bitcoin liegen meine Kritiker falsch.

Ich denke nicht, dass Bitcoin Gold ersetzen wird. Und ich empfehle auch nicht, Bitcoin als Investment zu kaufen. Bitcoin mag besseres Geld sein als der Dollar, zumindest für Internettransaktionen. Aber es ist zum Scheitern verurteilt. Es ist wahrscheinlich nicht besser als Bitcoin 2.0. Oder Bitcoin 3.0.

Wenn es stimmt, dass das Angebot an Bitcoin durch ein Computerprogramm begrenzt ist, dann stimmt es auch, dass das Angebot so erweiterbar ist wie das Universum.

Digitales Geld ist die größte Innovation im Währungswesen der letzten 6.000 Jahre. Die moderne Technologie öffnet uns das Universaum – Tausende monetäre Galaxien und Währungs-Sonnensysteme. Sicher wird es da zumindest einen Planeten geben, der für menschlichen Handel geeignet ist. Ich warte auf die Entdeckung. (Seite 2)

 

Seiten: 1 2

Schlagworte: , , , , , ,

Ein Kommentar auf "Bitcoin: echte Alternative zum antiquiertem monetären System?"

  1. EuroTanic sagt:

    Es würde mich nicht wundern, wenn die alten Verdächtigen des Weltfinanzsystem den Bitcoin erschaffen haben um damit „zu spielen“. Den Menschen weiter Illusionen zu geben, um selbst wieder im Stillen abzuzocken, und wenn es ihnen gefällt diese „Alternative“ zu einem ihr genehmen Zeitpunkt wieder crashen zu lassen.
    Meiner Meinung nach ist die einzige Alternative Leistungs- oder Ressourcengedecktes Geld.

Schreibe einen Kommentar

Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar schreiben.