Mehr Staat durch mehr Steuer. Mehr Steuer durch mehr Staat.

18. Juli 2014 | Kategorie: RottMeyer

von Frank Meyer

Wenn das ZDF bei der Wahl unserer „Besten“ nicht so dreist getrickst hätte, wäre herausgekommen, dass in Wirklichkeit unser Finanzminister unsere Nummer 1 ist. Sie wundern sich? In „Schland“ ist alles möglich!
Und? Wie lebt es sich in der Freiheit? Seit einigen Tagen arbeitet jetzt jeder für die eigene Tasche, ermittelte der Bund der Steuerzahler. Je höher die Steuerlast steigt, desto mehr „Staat“ ist möglich.  Verwaltung und Verschwendung kosten. Das Dumme ist dann nur, dass damit wiederum die Steuern steigen.

Am 8.7. war es endlich soweit. Bis dahin haben wir alles dem Staat zur Verfügung gestellt, für Dienstleistungen, die wir gar nicht bestellt haben. Wenn es gut geht, werden wir am Ende des Jahres 51,5 Prozent aller Einkommen abgegeben haben… Pardon, abgenommen bekommen haben. Was unser Finanzminister damit macht, darauf haben wir keinen Einfluss. Man könnte ja zynisch behaupten, wir stellen es ihm zur Verfügung. Dabei nimmt er sich, greift zu und greift ab. Erstaunlich, dass Finanzminister in Deutschland immer noch zu den beliebtesten Politikern gehören. In „Schland“ ist eben alles möglich.

Was aber stellen wir mit den verbliebenen 48,5 Prozent an, die wir im Rest des Jahres 2014 behalten dürfen? Davon zahlen wir auch noch Mehrwertsteuer, Autosteuer, Versicherungssteuer, EEG-Umlage, Zwangsabgaben für Rundfunk und auch die IHK greift bei Selbständigen zu, dazu Strafzettel – und wenn es schlecht kommt, Zinsen auf private Kredite und den Kredit selbst. Ich weiß nicht, wie hoch die reale Abgabequote wirklich ist, vielleicht 70 Prozent? Ich weiß nur, dass bei 100 Prozent Schluss sein dürfte.

Mehr Steuern bedeuten mehr Staat. Mehr Staat bedeutet mehr Steuern. Ein Teufelskreis. Aber wie soll man das erkennen, wenn man im Hamsterrad immer schnellere Runden zu drehen hat? Eigentlich müssten die Gitter der der Hamsterräder aus goldenen Gittern bestehen – und die Leitplanken an den Autobahnen auch. Die Amerikaner sind übrigens schon ab dem 21. April „frei“. Die restliche Zeit werden sie nur besser überwacht.

Wie gut, dass es den Bund der Steuerzahler gibt, der immer später im Jahr darauf hinweist, wie viel einem wirklich bleibt. Soweit ich weiß, hat der Bund der Steuerzahler bislang nichts Grundlegendes bewirken können, außer Pressemitteilungen mit erschreckenden Zahlen zu verschicken und mahnende Finger zu heben. Dazu bräuchte er die Leute, die sich dagegen wehren. Aber wie soll man sich wehren, arbeiten und gleichzeitig auch noch fernsehen?

Während Steuerhinterziehung ein großes mediales Thema ist, taugt die Steuerverschwendung heute nur noch als Vorlage für kabarettistische Beiträge. Eine Straftat ist es nicht. Im Gegenteil. Je höher die Verschwendung, desto fester sitzen die Verursacher im Sattel, als ob es auch hier um sportliche Rekorde ginge. Mich würde es nicht wundern, wenn man sich über den Bund der Steuerzahler und über die Steuerzahler selbst nicht lustig machen würde. Auf der Internetseite des Bunds der Steuerzahler kann man Fälle von Steuerverschwendung melden. Das verlängert die Liste der Vorfälle und erhöht die Summe der Verschwendung. Aber sonst? Notfalls kann man die betreffenden Leute nach Brüssel abschieben, wo sie noch größeren Schaden anrichten können.

Wenn etwas sicher ist, dann die Steuer und der Tod. Und natürlich die Abgaben. Auch die künftige „Infrastrukturabgabe“ hat doch etwas. Doch das ist nicht das Ende der Fahnenstange. Eine Gebühr für das Atmen oder die Benutzung des Gehweges im Verhältnis zur Schuhgröße hätte doch auch etwas. Oder eine Überwachungsabgabe. Jeder soll sich sicher fühlen. Würde man hierzulande die Dummheit besteuern, müsste sich das Finanzministerium schnell überlegen, wie und wo es die Milliarden versenkt. Anders ausgedrückt: Wir können uns unsere eigene Dummheit immer noch leisten. Eine Regierung ist dort am beliebtesten, wohin sie die meisten Gelder verschickt.

Vermutlich werden wir irgendwann die ganze Zeit für die Dienstleistungen des Staates arbeiten. Alle Einnahmen landen in der Finanzkasse und der Bürger bekommt dann so etwas wie einen „Mindest“ zugeteilt. Das macht die Sache einfacher. Es waren damals noch herrliche Zeiten, in denen den Leuten ein Zehnt abgepresst wurde – und es dann zu Aufständen kam. Bald dürfen wir uns freuen, wenn wir einen Zehnt behalten dürfen.

Soweit zu sehen ist, zahlt ein Zehntel der Leute die meisten Steuern. 90 Prozent werden durchaus der Meinung sein, dass ihnen die Alimentierung durch den Staat zustünde. Wer wird wohl wie an der Wahlurne entscheiden? Die Empfänger von Geldern werden sicherlich auch damit einverstanden sein, dass man den Reichen etwas wegnehmen müsste. Die Mehrheit wird zustimmen, wenn entsprechende Schritte eingeleitet und umgesetzt werden. Das ist in etwa so, als ob neun Wölfe und ein Schaf darüber bestimmen dürfen, was es zum Abendessen geben wird. Mahlzeit!




 

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9 Kommentare auf "Mehr Staat durch mehr Steuer. Mehr Steuer durch mehr Staat."

  1. Michael sagt:

    Denke das Wort Kaufkraft ist in unseren Breitengraden überholt und eine Verhöhnung des Bürgers.

  2. Skyjumper sagt:

    „Ich weiß nur, dass bei 100 Prozent Schluss sein dürfte.“

    Optimist. Schauen Sie mal in Ihr Geschichtsbuch Herr Meyer. Bei 100 % ist noch lange nicht Schluß. Danach wird mit Frondiensten weiter gemacht.

  3. Frank Meyer sagt:

    …was an den 100 nichts ändert, diese nur durch „umsonst und kostenlos“ ergänzt. Schauen Sie mal in Ihr Mathebuch 🙂

  4. bluestar sagt:

    Was waren eigentlich die Teilnahmekriterien für die Wähler ?
    Unterhalb Hauptschulabschluss, Sozialhilfeempfänger, RTL2-Gucker, Bild-Leser ???
    Wenn nicht, dann gibt es wohl keine Hoffnung mehr für Deutschland als stolze Nation
    denkbegabter Wesen. Der Mann hat noch nie eigenes Geld verdient und soll etwas von Finanzen verstehen ? Braucht er auch nicht, solange die Alimentierung der 90% sichergestellt ist. Da werden auch paar Milliarden Steuerverschwendung vergeben, schließlich ist das ja nicht deren Geld. Leistungsträger, Mittelständler, Besitzende, Wohlhabende, Reiche, Unabhängige, Querdenker, EU-Kritiker, Euro-Skeptiker,Befehlsverweigerer, Liberale und sonstige Minderheiten müssen in Geiselhaft genommen werden und -unter Beifall der Masse-
    ihren „solidarischen“ Beitrag erhöhen. Das bringt Punkte in der Beliebtheitsskala, sichert weiterhin vordere Plätze bei unterschiedlichsten „Wahlen“ und natürlich die Macht der Finanzoligarchie und anderer Schmarotzer sowie deren aufgeblähten Hofstaat.

  5. JayJay sagt:

    Ach, der Bürger will es doch so. Den meisten ist wichtig z.B. das sie ihr neues Smartphone haben bzw. die neuste App.
    Also 95 % der Bürger sind mit dem einverstanden wie es läuft und die paar anders Denkenden werden als Spinner abgetan.

    Daher lasst die Bürger bluten, sie habe alle noch Schuhe an. 😉

    Gold & Silber Ahoi

    • FDominicus sagt:

      Oh man und ich dachte es wären nur 80 % denen es egal wäre oder die mit dem ganzen Schlamassel einverstanden sind ;-( Nimmt man die Hälfter die Nichtwähler als Maßstab kommt man auf ungefähr 23% an Nicht“einverstandenen“, sollten wir tatsächlich bei 95% sein, dann glaube ich nicht, daß es noch lange so weitergehen kann…

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