Tappen Sie nicht in die Psychofalle!

11. Mai 2013 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

von Manfred Gburek

Besonders unter Gold- und Silber-Anlegern einschließlich der Besitzer von Edelmetallaktien, aber auch unter Anlegern mit hohem Cash-Anteil macht sich derzeit Unruhe, ja zum Teil sogar Panik breit. Dafür gibt es zwei Gründe: 1. Edelmetalle haben zuletzt, egal in welcher von den großen Währungen gemessen, Verluste gebracht. 2. Aktienindizes wie Dax, MDax, Dow Jones, S&P, Nasdaq, Nikkei und einige weitere ziehen auf und davon…

Diesem Geschehen zuschauen zu müssen und in Edelmetallen oder Cash statt in den gängigen Aktien aus den genannten Indizes investiert zu sein, macht Anleger total nervös.

Gelegentlich spricht man hier von einer Psychofalle – ein durchaus treffender Begriff, denn die Nervosität könnte noch zunehmen und damit enden, dass jemand sich zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt frustriert von Edelmetallen trennt und den realisierten Erlös, möglicherweise sogar zusammen mit dem Cash-Anteil, auf dem Gipfel von Dax, Dow & Co. in den dort enthaltenen Aktien anlegt.

Wie lässt sich ein solcher Doppelfehler vermeiden? Einfach gesagt, indem man bis auf Weiteres nichts unternimmt, und zwar in der Erwartung, dass die Preise von Gold und Silber sowie die Kurse der Edelmetallaktien in absehbarer Zeit – das heißt, noch in diesem Jahr – wieder anziehen und dass die von hoher Liquidität getriebenen Kurse der gängigen Aktien bald Zeit einknicken.

Was spricht für diese Erwartung, was spricht gegen sie? Dafür, auf Edelmetalle bezogen: die nachhaltige Aufweichung der Währungen durch die Notenpresse. Dagegen: die übertriebene Vorwegnahme dieser Aufweichung durch Anleger in Zeiten des Goldpreisaufschwungs bis zum Sommer 2011, als die Preise der Edelmetalle für kurze Zeit fast senkrecht in die Höhe schossen. Dafür, auf gängige Aktien bezogen: das Abheben der Kurse von fundamentalen Daten, also die Annahme, dass allein schon die Notenpresse genug Kursimpulse gibt. Dagegen: die sogenannte Alternativlosigkeit der Aktien, zumal konkurrierende Anleihen und Festgelder nur Magerzinsen und Edelmetalle gar keine Zinsen abwerfen.

Gehen wir den Dingen weiter auf den Grund. Die Aufweichung der Währungen ist ein langwieriger Prozess. Zwar hat es Japan geschafft, den Yen innerhalb von nur wenigen Monaten kräftig abzuwerten, aber das muss man in Verbindung mit dessen fast zwei Jahrzehnte lang anhaltendem künstlichen Aufwärtstrend sehen. Der Euro, der Dollar und viele andere Währungen werden dem Yen nach unten folgen, wenn auch gemächlicher. Volkswirte sprechen in diesem Zusammenhang ja schon vom Währungskrieg. Treffender müsste es heißen: Abwertungswettlauf. Abwertung wogegen? Gegen Sachwerte jeder Art, folglich auch gegen Gold und Silber.

Noch ein paar Takte zur eventuell übertriebenen Vorwegnahme der Währungsaufweichung durch den Goldpreisanstieg bis zum Sommer 2011: So etwas ist bei jedem Megatrend normal. Dass es anschließend – bald fast zwei Jahre lang – erst seitwärts und dann abwärts ging, war zwar nicht zu erwarten, aber so endet kein Megatrend, zumal keiner wie der von Gold und Silber, im Zuge dessen die Währungen immer mehr an Kaufkraft verlieren… (Seite 2)

 

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