Tage der Entscheidung: Wenn rote Linien überschritten werden. Bargeld & Freiheit.

15. August 2012 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

(vom Smart Investor) Wenig Überraschendes gibt es in der Sommerpause von der politischen Bühne zu vermelden: Während die Menschen die Sonne genießen, heckt einer unermüdlich neue Bosheiten gegen die Bürger aus – Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble…

Bargeld und Freiheit

In einem internen Vermerk seines Ministeriums, aus dem die Online-Ausgaben von Handelsblatt und „Die Welt“ übereinstimmend zitieren, wird in Bezug auf Online-Kasinos Bargeld als „intransparente Zahlungsform“ gebrandmarkt, die Geldwäsche und organisierter Kriminalität Vorschub leiste… 

Das sind die berühmten Testballons für Maßnahmen, die bald schon alle betreffen werden: Angekündigt im Windschatten von Ferienzeit oder sportlicher Großveranstaltung treffen sie ganz offensichtlich „die Richtigen“ – böse Buben und gender-korrekt natürlich auch böse Mädchen.

Welcher rechtschaffene Bürger wird schon Partei für Kriminelle ergreifen? Eben, keiner! Aber so wie die Autobahn-Maut als Abgabe für Lkws auf Autobahnen begann und sich langsam auf Lkws auf Landstraßen und Pkws auf Autobahnen ausdehnt, so wird die „intransparente Zahlungsform“ in immer mehr Bereichen zurückgedrängt werden. Das hat Methode – und zwar immer die gleiche.

Die Notwendigkeit zur Ächtung ist jedenfalls schlecht begründet, denn im Einflussbereich des deutschen Gesetzgebers gibt es praktisch gar keine Online-Casinos. Man betrachte die Überlegungen daher als „eine Initialzündung für internationale Aufsichtsstandards“. Spätestens da sollte man hellhörig werden, denn wer da international beaufsichtigt werden soll, wird klar, wenn man sich die Anti-Bargeld-Kampagnen und -Gesetze ansieht, die derzeit in immer mehr EU-Staaten in Gang gesetzt werden. Denn „intransparent“ ist Bargeld vor allem aus dem Blickwinkel jenes Schnüffel-, Überwachungs- und StaSi-Staates, der am liebsten auch noch den letzten Winkel der bürgerlichen Existenz ausleuchten würde.

Für die Menschen ist Bargeld dagegen schlicht ein Mittel zur Freiheit. Einen „schönen“ Nebeneffekt hat die Sache noch: Wenn Bargeld dereinst komplett geächtet und abgeschafft sein wird – also die Autobahn-Maut auch für Fußgänger auf Gehwegen gilt –, dann müsste jede Geldhaltung im maroden Bankensystem selbst erfolgen – alternativlos. Schäubles Bankerfreunde, für deren „Rettung“ er so unablässig den „Souverän“ in die Pflicht nimmt, werden es ihm möglicherweise danken. Wie gesagt, wenig Überraschendes in der Sommerpause.

Zu den Märkten

Die europäischen Aktienmärkte stehen derzeit an entscheidenden Widerstandslinien. Das führt zu entsprechender Verunsicherung, denn egal in welche Richtung sich derartige Kipppunkte auflösen, danach ist eine beschleunigte Kursbewegung zu erwarten.

Auf der Intraday-Ebene ist momentan eine Häufung von Ausbruchssignalen, Kursbeschleunigungen und anschließenden Rückschlägen zu beobachten.

Das zermürbt die Marktteilnehmer und dürfte dazu führen, dass die eigentliche Auflösung der Situation zunächst falsch beurteilt wird, in jedem Fall aber hohen Anpassungsdruck bei denen erzeugen wird, die dadurch in Schieflage geraten. Mit relativer Gewissheit kann man also davon ausgehen, dass nach den vergangenen Tagen mit per Saldo kleinen Kursbewegungen (vgl. Abb. 1: DAX) einige größere Bewegungen auf uns zukommen werden… (Seite 2)

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Ein Kommentar auf "Tage der Entscheidung: Wenn rote Linien überschritten werden. Bargeld & Freiheit."

  1. bobo sagt:

    Jeder Kiosk, Ladenbesitzer, Taxifahrer usw. könnte etwas tun. Man kann ein nicht zu kleines Schild aufstellen : Dollars accepted. Die FED kann das Bargeld nicht abschaffen. Wenn tatsächlig klar wird, dass mit der Abschaffung des Bargeldes ein relevanter Teil der Bevölkerung mit Dollars zahlen wird, wird das Bargeld wohl bleiben.

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