Beiträge zum Stichwort ‘ Gehrt ’

The Brain-Button

Da können die Neurologen erzählen was sie wollen, diese Handelstage haben doch bewiesen, dass man das menschliche Gehirn auf Kommando komplett ausschalten und wieder einschalten kann. Irgendwo gibt es da offensichtlich einen Knopf, der auch noch ferngesteuert funktioniert. Und manch ein Fuchs an den Börsen scheint ihn gefunden zu haben…



Mediale Qual mit der Wahl

Man hört, das sei nun die engste Wahl aller Zeiten. Sieh an. Nach dem Kopf-an-Kopf-Rennen 2008, dem „too-close-to-call“ 2004 und der völlig offenen Wahl 2000 haben wir nun also eine völlig offene Wahl. Kann man überall sehen, hören und lesen. Aber sollte man sich des US-Wahlsystems gewärtig sein, würde man realisieren, dass jede Präsidentschaftswahl in den USA völlig offen ist…



Bindet mir doch keinen Bullen auf!

Schleichende Veränderungen bemerkt man nicht, deswegen heißen sie ja so. Man muss sich in den meisten Fällen schon dazu zwingen, mal ein paar Jahre zurück zu blicken und bewusst zu vergleichen, will man ermessen, was sich an den Börsen verändert hat. Wobei ich diesmal nicht die technischen Veränderungen meine, sondern die Art und Weise, mit der uns „Fakten“ präsentiert werden…



Bullishe Propaganda

Ich habe am Mittwochabend CNBC geschaut und heute gerade drei Stunden einen deutschen Nachrichtensender genossen. Und schon beginnt mein durch das mediale Trommelfeuer aufgeweichtes Hirn bullish zu werden. Gut, schön, ich hatte in der „Alarm“-Kolumne vom Sonntag darauf hingewiesen, dass der DAX, der sich am vergangenen Freitag noch verbissen in der Nähe der 7.400 halten konnte, absturzgefährdet sei. Ein wenig stürzte er dann ja auch…



ALARM!

Eines ist mal sicher: Meine im August geäußerte Erwartung, dass die Aktienmärkte bis spätestens Ende September den Schirm zuklappen würden, war falsch. Nicht von der Argumentation her, aber man klappte den Schirm eben einfach nicht zu. Wenn jemand, der sich in dieser Hinsicht geirrt hat, nun daherkommt und erneut warnt, kann es ihm gehen wie manchem Propheten: Die Leute hören einfach nicht mehr hin. Nichtsdestotrotz blase ich hier und jetzt erneut in Rolands Olifant und gebe Alarm..



Warum wir diesmal in der Patsche sitzen bleiben

Bill Gross von PIMCO, dem größten Anleihehändler der Welt und mittlerweile unter Börsianern eine Legende, sagte Ende letzter Woche, dass die US-Notenbank seiner Ansicht nach ihre Anleihestützungen fortsetzen werde, bis die Arbeitslosenrate unter sechs Prozent fällt. Wenn man die Lage der US-Wirtschaft nüchtern betrachtet, heißt das: für immer. Warum?



Die US-Wahlen: Kein Malen nach Zahlen

In der letzten Woche hörte ich eine Börsenmoderatorin sagen, dass die Aktienmärkte ja im Vorfeld einer US-Präsidentenwahl ohnehin normalerweise steigen würden. Ich habe festgestellt, dass diese Meinung bei vielen Marktteilnehmern fest verankert ist. Aber wie so viele Ansichten, die sehr nach Bauernregel klingen (sell in may etc.) wird sie von der Realität nicht bestätigt…



ESM, BVG, OMT und der lange Weg zum Crash

Wenn man sich die Pressestimmen zur Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zum Euro-Rettungsschirm ansieht, hat man den Eindruck, als sei jetzt das letzte Hindernis zur Lösung der Euro-Krise aus dem Weg geräumt. Und natürlich soll nicht nur genau dieser Eindruck in der Öffentlichkeit erweckt werden, nein, manch ein Politiker glaubt das wahrscheinlich sogar selber…



Hase und Igel

Ist man an den Aktienmärkten momentan nur Zaungast oder gar ein Laie, dann ist es durchaus verständlich, wenn man sich angesichts des folgenden DAX-Charts darüber wundert, warum die Marktteilnehmer, die Händler und unsereins Börsenbriefautoren momentan dauernd die Krise kriegen. Nicht, dass man nicht außerhalb der Börsensäle eine ausgewachsene Krise hätte, die grundsätzlich nicht für steigende Aktienmärkte sprechen würde…



Je schlimmer, desto besser: trügerische Hoffnungen

Dienstag, 16:00 Uhr MESZ: In den USA wird das landesweite Verbrauchervertrauen im August veröffentlicht. Mit 60,6 nach 65,9 gab es hier einen deutlich größer als erwartet ausgefallenen Rücksetzer auf ein Neun-Monats-Tief. Reaktion am Aktienmarkt: Nach wenigen Sekunden fallender Kurse sausen die US-Indizes ins Plus. War da irgendwer zu so früher Stunde schon am Likörschränkchen – oder was geht da vor?



Mysterium Hexensabbat

Was ist denn nun wieder los, mag man sich angesichts eines wie festgetackert wirkenden Dax fragen. Erst sausen die Kurse binnen Stunden mehrere Hundert Punkte nach oben und unten, dann auf einmal schafft es der Index ganze sieben Handelstage nicht, aus der mickrigen Spanne von 100 Punkten auszubrechen. Und vielleicht werden es sogar noch mehr Tage … nämlich neun. Bis zu diesem Freitag. Da ist nämlich ein Verfalltermin an den Terminbörsen. Und der ist der Grund für diesen paralysiert wirkenden Dax, nicht eine plötzliche, weltweite Lethargie-Attacke.



Die Psycho-Blase

Die Eurozone ist dabei auseinander zu brechen. Politik und Notenbanken haben keine Mittel, um diesen Prozess zu stoppen, weil sie regelmäßig nur die Symptome und nicht die Ursache bekämpfen. Der Süden Europas steckt tief in der Rezession und die nördlichen EU-Staaten werden es schwer haben, sich diesem Sog auch nur einigermaßen zu entziehen…



Nachgedacht!

Gerade, am Sonntagmittag, kam ein kurzer Bericht über Dow Jones Newswires, der übertitelt war mit „der Streit um den Euro wird immer unversöhnlicher“. Das ist so. Und wer ein bisschen nachdenkt, erkennt, dass daraus nichts gutes entstehen kann. Gleichzeitig beobachte ich, wie der Ton unter den Börsen-Bloggern und Forenmitgliedern immer schärfer wird. Ich möchte an alle, denen diese in der Tat verwirrenden und meist auch verlustbringenden Schwankungen der letzten Tage und Wochen aufs Gemüt geschlagen haben, appellieren, auch nachzudenken. Auch das, nämlich sich verbal aufs Blut zu bekämpfen, bringt nichts gutes hervor. Nachdenken hingegen schon, vor allem, wenn es um diesen ominösen Freitag geht…



Doof geboren …

Doof geboren … und nix dazugelernt. Das trifft auf manchen Zeitgenossen zu, wird aber an den Börsen verblüffend oft beobachtet. Sollte man ja nicht meinen, aber seitdem Akteure aus der Kategorie „stark, blitzschnell aber nix im Hirn“ zahlreicher werden, muss man sich darauf nun einmal einstellen. Das schöne dabei: Ich kann ungestraft lästern, denn die, die ich meine, können einem nicht gegen das Schiebein treten…



Die Pandora-Baisse

Sagen Sie, würden Sie sich über das Eintreffen der Feuerwehr freuen, nachdem man gerade ihr Haus in Brand gesteckt hat … obwohl Sie wissen, dass die Feuerwehr das falsche Löschmaterial dabei hat? Nicht? Dann haben Sie Donnerstag/Freitag wohl eher nicht wie vogelwild am Aktienmarkt eingekauft…



Zufälle?

Unser Leben wird bisweilen von merkwürdigen Zufällen durcheinander gewirbelt, nicht wahr? Aber wer Börsianer ist, dem kommt bisweilen der Gedanke, dass die dortigen Zufälle keine sind. Das darf man natürlich nicht explizit formulieren, denn bisweilen sind es illustre Gestallten, den Göttern gleich, die den Kursen die Hand führen. Aber manchmal haben deren Worte recht irdische Wirkungen. Beispiel heute, Donnerstag, 12:10 Uhr…



Die goldene Jammerharfe

Meine Güte, welch ein Gejammer. Mir bricht das Herz. Deutschland wurde, so scheint’s, bitter unrecht getan. Da klopfen wir jahrelang schlaue Sprüche … und was ist der Dank? Ein sogenannter „gesenkter Daumen“ der Ratingagentur Moody’s. Na ja, wir haben unser „AAA“-Rating zwar behalten, aber die Aussichten, die sollen angeblich negativ sein. Wie gemein! Sofort wurde seitens der Offiziellen in die Jammerharfe gegriffen: Die Perspektiven seien doch stabil, der Staatshaushalt in Kürze ausgeglichen und und und…



Ist diese Rallye ein Fake?

Man neigt ja als Börsianer dazu, die Kursbewegungen an den Börsen wider besseres Wissen zu anonymisieren. „Es“ steigt, sagt man, statt: „man“ kauft. Nicht zuletzt wohl deswegen, weil man nie sicher identifizieren kann, wer „man“ ist. Das ist auch hilfreich, wenn man sich nicht mit den Ursachen der Kursbewegungen befassen möchte. Läuft es in die für einen persönlich richtige Richtung, passt alles. Wenn nicht, sind die an der Börse doch eh alles Ganoven. Höchst praktisch … kann aber in bestimmten Situationen fatal sein. Und ich denke, eine solche liegt uns im Augenblick vor…



Der dressierte Zocker

Eigentlich wollte ich mich über besorgte Euro-Retter vor dem Bundesverfassungsgericht auslassen … aber ein Kurssprung im Dax zur Mittagszeit um 50 Punkte hat mich meine Planung ändern lassen. Über die BVG-Angelegenheit hat ohnehin fast jeder schon geschrieben. Da braucht’s mich nicht auch noch. Gut … 50 Punkte rauf … nicht die Welt. Aber der Auslöser – der ist des Pudels Kern…



Das Duell der Maschinen

Wer wie ich in den 80er Jahren zum Börsianer wurde, hat es nicht immer leicht, sich an die schöne neue Welt an den Kapitalmärkten anzupassen. Andererseits …. während man früher, vor Internet und Online-Brokerage, gefühlt ein halbes Leben brauchte, um seine Order loszuwerden oder gar eine Bestätigung zu erhalten, dauert das alle heute nur noch Sekunden. Man ist „realtime“ dabei, statt die Kurse am nächsten Morgen in einer Börsenzeitung nachzulesen…



Ein Zeitzünder namens Otto

Nichts funktioniert. Kein Gegenmittel wirkt. Die Verantwortlichen machen Wind, aber die Krise hält. Man könnte nun behaupten, dass die Lage weit schlimmer wäre, hätte man nicht entschlossen virtuelles Geld in die bemitleidenswerte Finanzindustrie gepumpt, eherne Brandmauern in Form des ESM und EFSF errichtet und die Bürger der notleidenden Staaten durch brutale Sparvorgaben auf den rechten Weg geführt. Könnte man. Wenn man diese Entscheidungen zu verantworten hat…



Ein Schuft, wer Böses denkt…

(von Ronald Gehrt) Während ich diese Kolumne schreibe, sind die Wahllokale in Griechenland noch geöffnet und kein Mensch weiß, was dabei herauskommen wird. Man ahnt nur – zu Recht wohl – dass am Montag kräftige „Verwerfungen an den Märkten“ entstehen werden. In welche Richtung, ist völlig offen…



Im Jubel untergejubelt

Was könnte momentan wichtiger sein als die EM? Gut, für manch einen vielleicht die Formel 1, aber nachdem gestern bei Schumi die Klappe klemmte (gar nicht seine Art, eigentlich), wendet man sich umgehend wieder dem Fußball zu und fühlt sich ob des Gomez-Tores weich gebettet. Ist es ein Zufall, dass ausgerechnet einer, dessen Name in Spanien so häufig ist wie bei uns Schmidt, die Deutschen zum Sieg schoss? Tja … das verbindet uns…



Deutschland: Wie eine Made im Speck

Warum ist eigentlich ausgerechnet die Bundesregierung so vehement gegen Eurobonds? Und warum erscheint ausgerechnet den deutschen Politikern und Wirtschaftsführern die Rückkehr zur Drachme als Tor zur Hölle? Ihre Begründungen sind da klar und unmissverständlich. Aber nebenbei auch mit Masse unwahr. Um es höflich auszudrücken…



Das Bärenparadies: leise, sanft, aber stetig

wissen Sie, was so richtig bearish ist, was meist zu einem echten Abwärtstrend führt, ja eigentlich sogar das bearishste aller Szenarien ist? Das, was wir gerade sehen…

Wissen Sie, was so richtig bearish ist, was meist zu einem echten Abwärtstrend führt, ja eigentlich sogar das bearishste aller Szenarien ist? Das, was wir gerade sehen. Dieses sanfte Abrutschen der Kurse ist psychologisch fatal für die Bullen. Vor allem, weil es in allen Sektoren gleichzeitig passiert: Am Aktienmarkt, bei Öl und den Metallen, beim Euro.