Tabubrüche

5. März 2017 | Kategorie: RottMeyer

von Mack & Weise

Im Februar erreichten die Target2-Forderungen der Bundesbank, also deren unfreiwilligen, durch nichts gedeckten Kredite gegen das Eurosystem, einen neuen Höchstwert. Angesichts der ungelösten Haushalts- und Wachstumsprobleme der Club Med-Staaten, der völlig aussichtslosen Lage Griechenlands und der im europäischen Superwahljahr zu erwarteten Turbulenzen, wird immer offensichtlicher, dass das zur Beruhigung der „Märkte“ 2012 gegebene Whatever-it-takes-Versprechen Draghis mit dem Ankauf von aktuell 1.388 Mrd. Euro an Staatsanleihen zwar erfüllt wurde, ohne damit allerdings die Endlos-Krise der Eurozone auch nur ansatzweise lösen zu können.

Da nach dem geldpolitischen Experiment der vergangenen Jahre inzwischen sogar bestimmte für das EZB-Kaufprogramm qualifizierte Anleihen einzelner Euro-Staaten (vornehmlich Deutschland!) knapp zu werden drohen, wundert es nicht, dass die verantwortlichen EZB-Weichwährungsexperten die nächsten Tabubrüche planen, um auch in Zukunft ja nicht den Bleifuß vom Billionen schweren „Gelddruck“-Gaspedal nehmen zu müssen.

So soll laut EZB-Sitzungsprotokoll das sich derzeit noch am EZB-Eigenkapitalanteil der Länder orientierende Staatsfinanzierungsprogramm zugunsten der Club Med-Länder derart „flexibilisiert“ werden, dass künftig „Abweichungen“ vom Kapitalschlüssel „möglich und unvermeidbar“ sein werden!

 

Darüber hinaus wurde angesichts der sich kräftig beschleunigenden Teuerungsraten in der Eurozone (02/17: 2,0%) auch das selbstdefinierte EZB-Preisstabilitätsziel von bisher „unter, aber nahe zwei Prozent“ vorsorglich schon mal neu definiert.

Zukünftig will die EZB erst dann geldpolitische Bremsmaßnahmen ergreifen, wenn ihre neu formulierten vier Bedingungen erfüllt sind: Die Teuerung muss sich in allen Euro-Staaten angleichen, sie muss „nachhaltig“ und nicht „vorübergehend“ sein (!?), sie „soll mittelfristig bei etwa 2 Prozent liegen“ (damit peilt die EZB nun erst einmal eine Inflationsrate von 4 Prozent an!) und darf nicht (sic) das Resultat der ultralockeren EZB-Geldpolitik sein!?

Mit dieser Beliebigkeitsdefinition verabschiedet sich die EZB völlig unbeschwert von allen objektivierbaren geldpolitischen Handlungskriterien, womit der inflationären Enteignung der Sparer in der Eurozone nun endgültig Tür und Tor geöffnet wird.

Finanzmärkte

In der (weltfremden) Hoffnung, dass Donald Trump die immensen strukturellen US-Wirtschaftsprobleme per Knopfdruck lösen könnte und trotz dessen den Welthandel gefährdenden Protektionismus-Ideen, haben die US-Aktien-Investoren die Kurse der im S&P500-Index versammelten Unternehmen zuletzt auf immer neue Rekordstände getrieben.

Während der Optimismus der Anleger – trotz fundamental enorm hoher Bewertungen und nur verhaltender Gewinnentwicklungen – inzwischen den höchsten Wert seit 1987 erreichte, sind die Marktvolatilitäten auf neue Tiefststände gesunken. Dieses komplette Ausblenden aller Risiken erinnert schon sehr stark an den Blasenmodus des Jahres 2007, galt doch damals auch nur ein (fatales) Partymotto: „Solange die Musik spielt, muss man tanzen. Und wir tanzen noch!“

Fondsmanager-Kommentar

Trotz der für die Edelmetalle vermeintlich schädlichen US-Zinsanhebung im Dezember 2016 und dem Trump-Mania-Feuerwerk an den Aktienmärkten, konnten Gold und Silber im Februar weitere Kursgewinne verbuchen.

Auch wenn die Edelmetallminenaktien gegen Monatsende etwas unter Druck gerieten, gehen wir angesichts der zuletzt veröffentlichten soliden Zahlen des Sektors davon aus, dass die Minenaktien von den zu erwartenden kommenden Preisanstiegen von Gold- und Silber überproportional profitieren werden!

 

Schließlich sind Gold und Silber die einzigen veritablen Gegenspieler der immer wertloser werdenden Druckerpressenerzeugnisse der Notenbanken. Dieses aber werden Yellen, Draghi und Co (wenn überhaupt) frühestens nach ihrem Abtritt zugeben, so wie zuletzt im Februar der ehemalige Fed-Chef und „Maestro“ der Finanzblasen, Alan Greenspan:

„Ich betrachte Gold als grundlegendste globale Währung. Gold und Silber sind die einzigen Währungen, die keiner Garantie einer Gegenpartei bedürfen. Es sind die einzigen Währungen mit intrinsischem Wert, und das war schon immer so.“
© Mack & Weise – Homepage

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Ein Kommentar auf "Tabubrüche"

  1. DonSarkasmo sagt:

    Von Goldmünzen und -barren würde ich derzeit dringendst abraten. Man kann sie nicht essen und sie werfen keine Zinsen (!!!) ab. Von der extrem schwierigen und teueren Lagerhaltung ganz zu schweigen. Und dann die riesige Gefahr eines Goldverbotes. Oder die Diebstahlsgefahr. Falls jemand das Zeug loswerden will, ich bin Restmüllverwerter und nehme Ihnen gerne diesen Metallschrott zum einmaligen Preis von 100.- Euro die Unze ab. Bitte nicht drängeln !!!!

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