Süßer die (Alarm)Glocken kaum klingen…

15. Dezember 2017 | Kategorie: RottMeyer

von Frank Meyer

An den Börsen ging ja die Jahresendrally ungebremst weiter, nur die Vorzeichen waren einigermaßen unklar. Doch Rallye ist Rallye. Nächstes Jahr soll der DAX bis auf 14.000 Punkte steigen, wenn nichts und niemand dazwischen kommt…

Viel wichtiger ist jetzt doch die Weihnachtsrally in den Geschäften, wo es entgegen der offiziellen Hoffnung und in einigen Umfragen nicht so gut laufen soll. Erwarten Sie besser mal nicht so viel!

Dabei geht es uns schon so gut. So verfügt jeder Deutsche rechnerisch 47.000 Euro geldwertes Vermögen als Ergebnis im neuen Welt-Reichtums-Report von Credit Suisse. Damit liegen wir vor Portugal und hinter allen anderen zurück als die ärmsten Leute Europas. Selbst die Südländer haben mehr, was an der Immobilienquote liegt. Wir verstehen es jedoch besser, uns in unseren Mietwohnungen schön zu rechnen.

Fakt ist, dass man heute mir redlicher Arbeit kaum noch reich wird. Wo es aber Vermögen gibt, wachsen diese von selbst, denn die Teufel, Pardon, die Zentralbanker und Politiker machen gerne auf die größten Haufen.

Sollten die Löhne irgendwann mal steigen, raubt davon das Finanzamt den Großteil, bis wir alle Spitzensteuersätze zahlen. Apropos steuern oder aus dem Ruder laufen: Weil es uns so gut geht, werden ab 2018 weitere 54.000 Rentner steuerpflichtig. Wer als Single über 9.000 Euro bekommt bzw. als Paar mehr als 18.000 Euro, ist dran. Damit werden Renten unterhalb der Armutsschwelle von 1.050 Euro im Monat auch besteuert. Tolle Wurst!

So gesehen ist der deutsche Staat schon reich, nur seine Bürger nicht mehr – statistisch gesehen. Ein Millionär und 19 arme Schlucker machen einen Durchschnitt von 50.000 Euro. Die Reichen werden reicher und die Armen ärmer bzw. schauen in die Tonne. Vielleicht liegen dort die Pfandflaschen von den vielen Feierlichkeiten unseres Wohlstandes.
© Frank Meyer, Kolumne aus den Lübecker Nachrichten

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