Sünden und Drogen: Wie man die Wirtschaft wieder durchstarten lässt

14. Juni 2014 | Kategorie: RottMeyer

von Bill Bonner

Die US-Wirtschaft ist im letzten Quartal nicht gewachsen. Stattdessen ist sie aufs Jahr hochgerechnet um 1% geschrumpft. Die Zahlen wurden nämlich nach unten korrigiert. Aber wen kümmert das? Wir leben in einer merkwürdigen und exotischen Ära…

Kriegsdrohungen… Drohende Rezession… Drohungen sonstiger Art… es scheint nicht wichtig zu sein, was wirklich passiert. Solange die Fed dahinter steht, bleibt der US-Aktienmarkt oben.

Und laut den Kommentatoren waren die Zahlen für das erste Quartal ein Ausrutscher. Die Konsumenten geben immer noch mehr aus (auch wenn sie nicht mehr verdienen)… und das Wetter war schlecht… blablabla. Die Behörden sagen, es sei der Rückgang der Lagerbestände gewesen. Und wer weiß? Vielleicht wird es im nächsten Quartal wieder starkes Wachstum geben. Aber hier ist ein Vorschlag, von dem ich sicher bin, dass er das BIP steigen lassen wird: Folgt den Briten. Sie haben den Einfallsreichtum, wie man das BIP steigen lässt. Ich spreche nicht über neue Erfindungen, Apps oder technologische Durchbrüche.

Nein ich rede darüber, einfach die Statistik zu beeinflussen… bis man die Zahlen hat, die man möchte. Die Änderungen, welche britische Statistiker durchgeführt haben, werden das BIP von Großbritannien um 15 Mrd. Dollar erhöhen – oder um 5%. In den USA haben die Behörden bereits „Anpassungen der hedonischen Qualität“ vorgenommen (wobei sie annehmen, dass die Dinge erheblich teurer sind als das, was man bezahlt)… und „Miete der Hausbesitzer“ (in welchen sie annehmen, dass man sich selber Miete zahlt für das eigene Haus).

Eine Gelegenheit der Mehrheit

Die Briten haben bessere Arten gefunden… Laut der Financial Times gibt es in Großbritannien 60.879 Prostituierte, mit jeweils 25 Kunden die Woche, durchschnittlich 67,16 Pfund Einnahmen je Kunden. Die Briten haben auf diese Weise einen Dienstleistungssektor identifiziert. Und jetzt passen Sie die Höhe des BIPs an, um diesen Betrag. Aber sie hören damit nicht auf. Das britische „Office for National Statistics“ sagte auch, dass es in Großbritannien 38.000 Heroin-Abhängige gibt. Verkäufe von Drogen sind ein großes Geschäft – der Straßenpreis von Heroin soll bei rund 50 Dollar je Gramm liegen.

Dieses Geschäft eröffnet völlig neue Möglichkeiten, besonders für Orte wie Baltimore. Ich habe keine offiziellen Zahlen gesehen. Aber meine private Einschätzung von Baltimore sagt mir dass ein substanzieller Teil des wahren BIPs der Stadt niemals erfasst wird. Drogenhandel und Prostitution sind in Baltimore verbreitet; das sollte der Stadt zugute gehalten werden.

Baltimores inoffizielles Motto lautet „die Stadt, die Crack erfunden hat“, was eine Quelle von Lokalpatriotismus ist. Einige Einwohner meinen auch, dass die Prostitution in Baltimore erfunden worden ist. Aber dieser Anspruch ist umstritten. Diese beiden Sünden könnten einem Anstieg des BIP von 20% entsprechen. Und wenn andere Drogen (Marihuana zum Beispiel) hinzugefügt werden…und illegales Spielen, Bestechungen, Erpressungen, schwerer Raub und andere Dinge der Untergrundwirtschaft… …dann könnten wir erwarten, einen Anstieg des BIPs um fast 40% zu sehen.

Und beachten Sie, es handelt sich um Wachstumsindustrien! (Seite 2)



 

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