Sucht Euch andere Dumme, ihr vermaledeiten Klickunzen!

24. April 2013 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

von Frank Meyer – Ist es nicht der Hammer, was im Markt für Gold und Silber passiert? Man kommt aus dem Staunen nicht heraus. Bin ich wütend? Eher erstaunt und auch kein Anwalt derer, die mit Klickunzen viel Geld verloren haben. Der Crash gibt es mir aber die Chance, über die Sache mit dem Papiermarkt nachzudenken und in Scherben zu lesen, ohne ein Scherbengericht ins Leben zu rufen zu wollen. Extrem spannend, wenn Papiermärkte die Realität ersetzen und Lektionen erteilen. Autsch!

So etwas wie der Goldcrash 2013 passiert nicht oft, aber immer wieder aus heiterem Himmel. Es sind Lektionen, aus denen man durchaus etwas lernen kann. Für viele sind es teure Lektionen, wenn die Klickunzen, also die Zertifikate, KO`s und der andere Kram auf einmal zehntausenderweise den schnellen Tod über Nacht sterben und damit auch die Hoffnungen auf schnelle Gewinne im Spiel mit den Preisen. Einen Wert haben sie nicht, wie man gerade feststellen konnte. Schuld daran sind meist die anderen aber nicht derjenige, der sich diesem Spiel bereitwillig zur Verfügung gestellt hat. Indem man den Papiermarkt der Edelmetalle, so kriminell er auch sein mag, mit seinem Ersparten füttert, hält man ihn auch am Leben. Und dann frisst er sich satt, wie neulich beim Wasserfall der Gold – und Silberpreise. Der Papiermarkt findet immer wieder seine Opfer. Das ist nichts Neues, aber es scheint zu funktionieren. Offenbar gibt es genügend Plankton in den Märkten, das sich dem Spiel der Großen bereitwillig zur Verfügung stellt.

Wie sagte ein alter Börsianer? Wer es mit Aktien, Anleihen oder Gold nicht kann, der schafft es auch nicht mit Zertifikaten oder anderem Papierkram zur Erfüllung von irgendwelchen gestrickten Hoffnungen. An diesem Papiermarkt ist nichts echt. Kein DAX, kein Gold, kein Silber – nichts. Eine Fata Börsiana, geschaffen für Dummköpfe die meinen, besser zu sein als der Markt. Natürlich kann man jetzt wütend sein – oder man bedankt sich, dass eine Goldunze nicht mehr 1.400, sondern 1.100 Euro kostet. Das ist ein kleiner Unterschied von 20 Prozent. Wer eine Silberunze für 34 Euro gekauft hat oder für 1.400 Euro beim Gold, der spürt jetzt einen Verlust, wenn er ihn in Euro bilanziert. Ausgerechnet in einer Währung, aus der man gegangen ist wie Gold oder Silber – in etwas, was den Euro niemals interessiert. Die beiden wissen oder ahnen nicht mal, dass es den Euro überhaupt gibt.

Kaum sind die Papiere auf steigende Kurse reihenweise ausgeknockt worden, gibt es schon wieder neue Papiere. Wieder beginnt das Spiel. Vielleicht diesmal anders herum. Oben schlachtet es die Bären aus und unten die Bullen. Das Blut ist das Gleiche. Deshalb gibt es vielleicht diese Arena. Die Überraschungen liegen aber im Extremen, wie neulich zu beobachten war. Nur zu! Machen Sie Ihr Spiel! Die einen liegen richtig, die anderen falsch. Aber die Bank gewinnt immer.

Lektion 1

Wer nicht nur blind, sondern auch taub und obendrein auch noch dumm ist, der wird in den letzten Tagen etwas gesehen, gehört und auch etwas gelernt haben. Experten, die gestern noch Gold hoch geschrieben haben, schreiben es heute runter. Der Crash war groß genug, um im öffentlichen Spektakel für Aufmerksamkeit zu sorgen. Morgen schreiben es die Experten wieder hoch. oder runter. Oder beides. Das gehört dazu. Als die Zertifikate der Gebrüder Lehman wertlos ausgebucht wurden, gab es ein großes Geschrei. Wird es Untersuchungen diesmal geben? Ich stelle mir vor, der Dow Jones wäre 14 Prozent in zwei Tagen gefallen wie Gold, und das ohne Grund. Würde man das untersuchen? Vergessen Sie es! Während die Unzen im Keller oder anderswo schliefen, hat es die Halter von Klickunzen in die Hölle geschickt. Mit echtem Metall wäre das nicht passiert.

Lektion 2

Der Papiermarkt ist so groß, dass er, in der Hand von einigen die Kraft hat, mit den Preisen Jojo zu spielen. Er dominiert den physischen Markt und diktiert ihm die Preise, womit er leben muss – und auch alle Edelmetallhändler, Halter von echtem Gold – und Silberanlagen, die Minen und alle, die in diesem Sektor der Gewinnung und Verarbeitung arbeiten. Der Papiermarkt war wieder mal der King. Die Unzen im Keller sind unberührt. Die Klickunzen sind verglüht. Mit echtem Metall wäre das nicht passiert…. (Seite 2)

 

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9 Kommentare auf "Sucht Euch andere Dumme, ihr vermaledeiten Klickunzen!"

  1. Jochen sagt:

    Hallo Herr Meyer !

    Klasse Artikel. man muss schon die Hose mit der Kneifzange schließen um zu glauben, dass die Preise nicht zumindest teilweise ‚gesteuert‘ werden.

    wie dem auch sei, unsere Antwort auf den Nachlass ist der ‚tierische‘ Neuzugang einer 1 kg schweren Ratte,
    Natürlich aus Silber. das Tier ist aus 2008 und fühlt sich bei uns wohl.

  2. matt06 sagt:

    …einfach wunderbar solche Zeilen zu lesen und man kann nur hoffen das auch die Letzten endlich begreifen das nur Bares Wahres ist.Edelmetall ist ein wahrer und ehrlicher Wert,nicht die Klick-Unzen und je mehr Menschen solche Kommentare lesen je mehr werden es über kurz oder lang begreifen….hoffentlich!!

  3. Andre sagt:

    Was für ein wunderbarer Artikel! Danke, Grüße

  4. cubus53 sagt:

    Die Sache mit den Derivaten und dem Options-Kram sehe ich folgendermassen.

    Stellen Sie sich eine Spielbank vor, da setzen Spieler auf Rot oder Schwarz. In der Spielbank kann der Verlauf der Kugel nicht beeinflusst werden, bei Derivaten aber schon. Die Banken, die Derivate herausgeben, wissen, wieviele auf Rot oder Schwarz gesetzt haben und können das Ergebnis zu ihren Gunsten beeinflussen.

    Wenn die meisten auf Rot gesetzt haben, wird die Bank Schwarz ziehen. Diesen Effekt kann man übrigens z.B. an der Euwax beobachten. Wenn über 60% short gehen, geht’s es meistens up und umgekehrt. Dann wird halt einfach der Kurs eines Schwergewichts im Dax nach oben / unten gepusht.

    Derivate wurden nur geschaffen, um den Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen. Es ist nichts anderes als eine Wette beim Pferderennen. Sonderbarerweise gewinnt der Favorit selten.

    Denn an den Anlegern, die nach Kostolany eine Aktie 10 Jahre im Depot liegen lassen, ist halt nichts verdient. Die bringen die von Herrn Ackermann angepeilte Eigenkapitalrendite von 25% sicher nicht.

  5. retracement sagt:

    ab auf den Hochsitz und Ausschau halten
    http://www.youtube.com/watch?v=h3VuZBISVK4

  6. Michael sagt:

    Wenn wir bei Kostolany sind – Die Aktienkurse werden nicht in New York gemacht sondern in Chicago. So ist es.

    Anlegen ist mit Arbeit verbunden. Alles andere ist zum Nachteil des Kunden. Sicherheit ist sehr wahrscheinlich zu teuer. Die Finanzindustrie ist ja nicht dämlich, die machen kleine Beträge bei großen Mengen die am besten explodieren in der Zahl – Derivate und Portfolio. Soviel ich das mitbekam, wird in ein Portfolio reingemischt immer mehr … ähnlich den Abziehbildern bei der WM, wenn die Kinder die Abziehbilder tauschen in Verhältnissen. Freut sich der Hersteller:)

    Der Vorteil bei Geldmetallen ist einfach, dass sie nicht oder nicht so leicht vermodern.

  7. Avantgarde sagt:

    1000 Dollar beim Gold wären in der Tat möglich – und zwar deshalb weil es so eine Art Psychogrenze darstellt.
    Ab da würde ich dann aber doch recht kräftig zugreifen.
    Denn für den Preis werden die Südafrikaner nicht all zu lange produzieren können.

    Und nicht vergessen:
    Auch Rohöl konnte auf 3x Dollar fallen – obwohl es breits bei 60-70 Dollar fraglich ist, ob überhaupt noch kostspielig in der Tiefsee danach gesucht wird.

    Erste Stücke konnte/kann man sich jetzt schon zulegen – 1200 Dollar sind aber meines Erachtens durchaus noch drinn.
    Wütend genug waren die Marktkommentare der Edelmetalljubelpresse jedenfalls – die Stimmung ist erst mal auf dem richtigen Kaufniveau.
    🙂

    Vergesst das ganze Verschwörungsklimbim
    Ich halte es etwas realistischer eher mit E.Weinberg
    http://www.daf.fm/video/invest-2013-e-weinberg—rohstoff-boom-noch-nicht-zu-ende-50161747.html

  8. Torsten sagt:

    Hallo Herr Meyer.

    Danke für ihren super Artikel. 🙂

    viele Grüße

  9. santana-d sagt:

    Hallo Herr Meyer,
    ich vermisse in ihrem Artikel den Hinweis, die Papier-Manipulateure mit ihren eigenen Waffen zu schlagen!
    Selbstverständlich sind KO-Optionsscheine tabu, denn wer über Nacht einen Totalverlust hinnimmt, der ist dumm und gegen Dummheit kämpfen selbst Götter vergebens.
    Aber die normalen Optionsscheine mit entsprechender Laufzeit sind nur durch eine Insolvenz des Herausgebers gefährdet, welche man üblicherweise zeitmäßig voraussehen kann! Diese Call-OS kann man durch entsprechende Put-OS absichern, die regelmäßig nachgezogen werden.(Fachausdruck Straddle)
    Im übrigen bin ich mit Ihrem Artikel abgesehen vom etwas weinerlichen Ton bezüglich der KO-Verluste einverstanden. Der Besitz von physischem Edelmetall in Münzform ist unabdingbar für die (absehbare) Zukunft und wird noch Riesengewinne abwerfen oder den Wert erhalten, je nachdem, wie man es sieht.
    Die OS Strategie sollte nur für einen geringeren Anteil des anzulegenden Vermögens und mit entsprechendem Zeitaufwand für die Beobachtung genutzt werden. Ich bin selbst vor 2-3 Jahren der Ungarischen Zentralbank in Budapest bei einer Ausstellung über die Inflationszeit gewesen, die Exponate waren mehr als beeindruckend! In den kommenden Wirren der Währungen wird es viele Verlierer aber auch Gewinner (die besser informierten)geben. Hugo Stinnes sen. hat sein Vermögen damals in den kruden Zeiten gemacht! Leider hat sein Sohn (Hugo Stinnes jr.) nicht auf den Rat des Vaters gehört, sich niemals mehr mit den Banken einzulassen und deshalb alles wieder verloren.

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