Streich die Wand an!

27. Februar 2013 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

Heiliger Strohsack! Das Ringen ist auch keine olympische Disziplin mehr, sondern etwas ganz Alltägliches. Die Politik ringt mit sich selbst und gegeneinander und auch noch um die größte Schönwetterwolke. Derer gibt es genug bei so viel schönem Wetter. Ringerei, wohin das Auge blickt… (von Frank Meyer)

Die Südeuropäer ringen mit finanziellen Schwierigkeiten im Alltag. Die Regierungen Eurolands ringen um Worte nach dem Wahlerfolg des „Polit-Clowns“ Grillo und der Niederlage des „Politi-Klons“ Monti in Italien. Und auch ich ringe um Luft, wenn ich das alles so beobachte.

Jetzt, da die Krise irgendwie zurück ist, oder auch nicht, wurde statt Ringen der Jubel ins olympische Programm aufgenommen, nachdem die Verantwortlichen der Krise diese für beendet erklärt haben. Sofort stieg das „Minus-Wachstum“ in der Eurozone. Doppelplusgut-Sparen und zugleich die Wirtschaft anschieben ist eben kein sonderlich gutes Model für modernes Wachstum auf Pump. Aber sagen Sie das mal einem Politiker, fällt er doch zuerst auf seine Sonntagsreden herein.

Großer Jubel auch in Berlin und in den der Regierung angeschlossenen Medien. Ich putze immer noch das Konfetti aus den Fugen. Gefeiert wurde ein Überschuss in der Staatskasse. Nur wohin damit? Nach Zypern? Auf der Suche nach den jubelnden Steuerzahlern auf den Straßen fuhr ich versehentlich in ein Schlagloch. Dort trainiere gerade eine Fußballmannschaft. Zum Glück ist nichts passiert. Ich vermute, bald meldet Berlin, dass es keine Schulden mehr gibt und streicht aus dem Armuts – und Reichtumsbericht die Armut heraus.

Der DAX wird steigen, selbst dann, wenn er fällt, und vor allem dann, wenn die Kapitalisten kein Kapital mehr haben. Sie klopfen dann an Regierungspforten und begehren Zugang zur Schatzkammer, in der aber nur Schulden liegen. Oder wie erklären Sie sich die vielen Besuche von großen Banken, unter ihnen mal wieder Goldman Sachs und die Deutsche Bank im Regierungsviertel?

Vermutlich sind sie längst schon im Besitz der nötigen Schlüssel Und sie wissen, dass sich mit dem Staat und dessen Steuerzahlern die besten Geschäfte machen lassen – unabhängig davon, wer gerade regiert.


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