Strahlende Zukunft: Bundesbürger bald stolze Besitzer von Atommüll

10. Dezember 2016 | Kategorie: RottMeyer

von Frank Meyer

Manche Weihnachtsgeschenke werden schon vor dem Heiligabend verteilt, wie der Freikauf der Energieversorger von ihrem Atommüll für 23 Milliarden Euro. Dafür ziehen sie 20 Klagen gegen den Staat zurück und verzichten so auf 600 – 800 Millionen Euro. Wie großzügig!

Das Gesetz soll kommende Woche im Bundestag beschlossen werden, schreibt der Spiegel. E.ON und RWE dürfen sich dann wieder als saubere Stromerzeuger darstellen. Das ist doch das, was man von ihnen forderte. Für 23 Milliarden Euro, die sie erst noch erwirtschaften müssen, bekommen sie Rechtssicherheit, dass die einstigen Atom-Buden, mit ihrem produzierten Dreck nie wieder etwas zu tun haben werden. Alles weitere zahlt wieder mal… na raten Sie mal… der Steuerzahler.

„Das ist ein wichtiger Schritt, um nach Jahren rechtlicher und politischer Auseinandersetzungen zu einer dauerhaften und umfassenden Befriedung des Themas Atomenergie zu kommen.“

„Um eine dauerhafte Befriedung zu erreichen, sollten die Kernkraftwerksbetreiber auch die verbliebenen Streitigkeiten mit Bezug zur Kernenergie auf nationaler Ebene und auf Ebene internationaler Schiedsgerichte beenden,“

…heißt es übereinstimmend von CDU, SPD und Grünen.

Befriedung…

Befriedung? Was für ein genialer Schachzug! Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Ihnen gehen 600-800 Millionen Euro durch die Lappen und der ganze Dreck gehört dafür dem Steuerzahler für die nächsten 10.000 Jahre. Man könnte durchaus behaupten, die Energiekonzerne hätten sich billig freigekauft. Aber das sind nur die Meinungen von Fake-News-Verschwörern.

Was sind eigentlich die 23 Milliarden Euro bei dieser EZB-Geldpolitik in zehn Jahren noch wert? Und was wird davon noch übrig sein? Wir wissen es nicht. Gesichert darf gelten, dass der Atommüll noch zehntausende Jahre strahlt und für seine Verbannung Kosten entstehen, die jemand bezahlen muss.

VIel früher schon, vielleicht 2017 schon werden einige Politiker weg sein, die sich heute vielleicht mit Absicht, Dummheit oder Dreistigkeit – und auch mit Hilfe der Lobbyisten über den Tisch haben ziehen lassen. Wer weiß, wer von ihnen im nächsten Jahr, nach einer verlorenen Bundestagswahl bei Stromversorgern anheuern wird und dort ein Versorgungspöstchen bekommt? Das werden wir aber erst NACH der Wahl sehen.

Jahrelang sorgte Atomkraft für Milliardengewinne bei den Konzernen, welche privatisiert wurden. Die Lasten werden jetzt gegen Entgelt sozialisiert. Tolle Marktwirtschaft. Sozial soll sie angeblich auch noch sein. 

Ich höre die Experten in den kommenden Tagen, wenn sie sagen, man muss wegen des Deals die verprügelten Aktien kaufen. Das wäre zugleich eine Absicherung gegen weiter steigende Energiekosten. Ach ja, wie wäre es eigentlich mal wieder mit einer nächsten Strompreiserhöhung zum Schutz der Umwelt?

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