Steuerblender und Verschwender

13. März 2014 | Kategorie: RottMeyer

von Frank Meyer

Wenn Herr Hoeneß seine Steuern nicht bezahlt, ist das ungerecht gegenüber allen, die das tun. Doch was ist mit denen, die Gesetze zum Umlenken potentieller Steuern in Steueroasen erlassen bzw. Politiker, die Steuern verschwenden?

Heute soll es ein Urteil geben. Den Leuten läuft schon jetzt der Sabber aus dem Mundwinkel. Zumindest scheint es so, wenn ich mich umschaue. Hoeneß blockiert seit Tagen schon die Nachrichten. Ist irgend etwas anderes in der Welt passiert? Man bekommt ja gar nichts mehr mit!

Die Medienmaschine feuert aus allen Rohren. Betrug, Lügen und Emotionen – Themen, die das Volk interessiert. Spontane Interviews auf der Straße mit empörten Bürgern gehören zur seriösen Berichterstattung. Die Emotionen kochen. Der Brennpunkt brennt…. Brennen soll er! Mich erinnert das irgendwie an das Mittelalter.

Und in der Tat! Ist es nicht unglaublich, was der Herr Hoeneß da getan oder nicht getan hat. Mit dem Schaum der Kommentatoren und vor die Mikrofone Gezerrten kann man brennende Fabrikhallen löschen.

28,2 Millionen Euro sind ja auch keine – Peanuts (‚tschuldigung – der musste jetzt sein…) Kleinigkeit?. Kaum jemand wird jemals diese Summe zur Verfügung haben. Dabei umweht doch den FC Bayern-Chef auch noch der Hauch sportlicher Göttlichkeit, nicht nur auf dem Rasen. Als er aber in der dann Öffentlichkeit weinte, stiegen vorübergehend seine Sympathiewerte. Das waren Emotionen! Live drauf! Los!

Mal ehrlich: Bei so vielen Millionen wird es zunehmend schwer, einen Überblick zu behalten. Ist es für die meisten Steuerzahler nicht vorteilhaft, wenn die Steuer vom Lohn ganz komfortabel gleich abgezogen wird. Ich möchte den Fall nicht weiter kommentieren, denn das wird woanders bzw. überall ausführlich getan, bis der Brechreiz die Gaumenzäpfchen kitzelt. Dabei gäbe es noch andere wohl auch wichtigere Nachrichten. Wie wäre es hiermit?

Neulich hat die Regierung die Bestellung von 37 Flugzeugen storniert und dafür, so las man, an den Triebwerkhersteller MTU Aero Engines eine Strafe von 54 Millionen Euro gezahlt – also fast zwei Hoeneß-Steuern. Es hieß, dass sich viele Abgeordnete daran störten. Der Grund waren nicht die 54 Millionen, sondern weil sie vom Verteidigungsministerium – ohne das Parlament getroffen wurde.

Oder was halten Sie von der millionenschweren Werbekampagne der Bundesregierung für das geplante Rentenpaket? Unsere neue Arbeitsministerin langt dafür mit 1,15 Millionen Euro in die Steuerkasse, um die Vorzüge der abschlagfreien Rente ab 63 zu bewerben, die allerdings weitere Kosten in Milliardenhöhe nach sich ziehen wird. Seit Steuer CD`s aufgekauft werden, ist die Zahl der Selbstanzeigen explodiert. Drei Milliarden Euro kamen so zusätzlich in die Steuerkasse, von wo sie ebenso schnell wieder verheizt werden, schaut man sich die Schwarzbücher des Steuerzahlerbundes an. Doch Steuerverschwndung ist kein strafrechtlicher Aspekt. Im Gegenteil… (Seite 2)


 

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7 Kommentare auf "Steuerblender und Verschwender"

  1. FDominicus sagt:

    „Wenn Steuerhinterziehung strafbar ist, sollte auch Verschwendung nicht straffrei bleiben. Die PDV hat dazu eine Petition gestartet. (Link) Es gibt auch schon 2.800 Unterstützer – oder 0,0034782 Prozent der deutschen Bevölkerung. Die anderen haben noch keinen PC-Anschluss.“

    Ich wollte Sie nach auf den enormen Zuspruch aufmerksam machen, wie ich aber sehe waren Sie „mal“ wieder schneller.

    Es ist wirklich erstaunlichst, wie hoch doch Eigentum eingeschätzt wird. Aber nun ja keine Angst diejenigen die noch dafür sind, kriegt man auch noch klein. Da kann man sich dann ja so feine Dinge wie Schuldenschnitte oder so „denken“…

  2. Lickneeson sagt:

    Im Zuge der Finanzkrise haben wir ja gelernt, das Millionen- u. Milliardenbeträge insgesamt nicht so bedeutsam sind. Vielleicht helfen uns da auch PISA-Studien, welche uns vor allem in der Mathematik ein nebelhaftes Wissen bescheinigen. Von daher ist es eher zweitrangig, wieviel Geld Don Hoeneß hinterzogen hat. Wäre er nicht monatelang als „Guter Mensch vom Tegernsee“ durch die medialen Bedürfnisanstalten getingelt um uns allen zu sagen, wie man durch harte ehrliche Arbeit ein Leben jenseits der sozialen Hängematte verbringen kann, das Interesse, bzw. der „Hass“ auf seine Person wäre bedeutend geringer.

    Steuerverschwendung basiert ja entweder auf Dummheit oder auf Lobbyismus. Im ersten Fall wäre Mitleid angebracht, im zweiten Fall sollte man durchaus via Untersuchungsausschuss etc. die Verantwortlichen an den „Zusatzkosten“ (die ja meist höher sind als der Ausgangswert!) beteiligen.

    MfG

  3. Avantgarde sagt:

    Daß die „anderen“ auch Mittel verschwenden ist ja richtig – nur macht es das eigene Unrecht des Herrn Hoeneß nicht besser.

    Und immer bedenken es geht hier ja lediglich um den Steueranteil….
    —-
    Genug zu haben ist Glück;
    mehr als genug zu haben ist unheilvoll.
    Das gilt von allen Dingen,
    besonders aber beim Geld.
    (Laotse)

  4. Michael sagt:

    Der Staat hackt auf jenen herum denen er noch an kann. Das ist schon das einzige. Egal ob 3 Mio oder 28 Mio es gibt keinen Grund warum der Staat sollte mitschneiden. Er hat ja auch 50 Mio berappt. Er hat ja nichts gestohlen, das Geld ist ja da – im schlimmsten Fall hat es ein anderer…

    Das ist dann doch einiges mehr. Warum soll der Ulli Hoeness für den Staat butteln … nur da 30 Mio andere so dämlich sind und sich einschüchtern lassen. Bei euch laufen ja so viele Kommis rum, da wird einem schon schlecht. Der ganze Bundestag ist eine Kommie Partie. Commies halt. Das scharlachrote Gewand versenkt Deutschland mittlerweile in Dunkelheit.

    Verschwendung kann man ganz einfach unterbinden in dem Mittel dem Staat entzogen werden… Auge um Auge – Zahn um Zahn bringt wenig, mehr Regulierung bringt wenig. BIP reduzieren usw… weniger kaufen, wenn dann später … Man spart sich einfach Arbeit mit weniger Kauf, weniger Arbeiten. Bei uns hat man sich beklagt, dass die Leut sagen. Weniger verdienen ist besser, bekommt der Staat weniger. Ihr habt ja wenigstens noch eine Quote von 44%. Der Rest von Europa steht schon mit auf einer Stufe mit Kuba.

    Es ist ja nicht das Geld vom Staat. Banken werden sich nicht beschweren, auf einem Konto liegt es immer.

    Im Prinzip ist die Steuer und Selbstanzeige Partie eher ein implizites Sparbuch für den Staat. Das ist es eher.

  5. cubus53 sagt:

    Das Urteil über Herrn Hoeneß könnte nun als Anhaltspunkt für das Strafmaß von Steuerverschwendung durch Politiker dienen. 3,6 Jahre für 27,5 Millionen, das macht pro 13 Millionen 1 Jahr Gefängnis.
    Mit dieser Formel kann sich jeder unserer Parlamentarier ausrechen, wie lange er für eigens verschuldete Steuerverschwendung im Gefängnis landen würde. Der Bericht des Bundes der Steuerzahler oder des Bundesrechnungshofes könnte dafür als Anhaltspunkt dienen.
    Nur als Beispiel : mal angenommen, Herr De Maiziere hätte 600 Millionen für eine flugunfähige Drohne verschwendet (hat er aber nicht, ist ja nur ein Beispiel !), dann müsste für 46 Jahre ins Gefängnis.
    Ein schöner Traum, in der Realität gab es eine Diätenerhöhung.

  6. bluestar sagt:

    Ach ja, die Steuersünder – Debatten.
    Sehr wichtig für das verrottete System die Massen damit zu unterhalten.
    Ablenkung von eigenen Schweinereien im In-und Ausland, Neid auf „Reiche“ und
    Rachegelüste wecken, Rechtsstaatlichkeit und Gerechtigkeit vortäuschen – wo der Staat doch selbst Rechtsbeuger und Rechtsbrecher ist.

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