Steuer auf Sonnenlicht. Bald auch auf Luft?

18. Oktober 2013 | Kategorie: RottMeyer

von Frank Meyer

Stellen Sie sich vor, Sie erhalten plötzlich ein verlockendes staatliches Angebot: Bauen Sie Tomaten an! Staatlich gefördert! Wahrscheinlich werden Sie das tun. Vielleicht nehmen Sie dafür sogar einen Kredit auf, um möglichst viele Tomaten anzupflanzen. Und dann sitzen Sie in der Falle. Willkommen in Spanien!

Nein, das kann den fünf großen Tomatenbauern des Landes mit einem Fast-Monopol auf Tomaten und besten Beziehungen zum Staat nicht lange gefallen, wenn die Tomatenpreise unter Druck kommen. Um ihre Felder nicht brach liegen zu lassen, nutzen sie ihre guten Kontakte zur Regierung. Plötzlich kommt diese unter dem Vorwand der Geldknappheit auf eine ganz verrückte Idee. Sie besteuert die kürzlich noch staatlich subventionierten kleinen Tomatenbauern. Schließlich nutzen sie ja die Wege zum Transport der roten Früchte. Ergo: Jeder, der Tomaten anbaut, und sei es auch für den Eigenbedarf, hat unter Androhung von Strafen zu zahlen Verrückt? Nein, nur spanische Regierungs-Denke!

Tauschen Sie jetzt einfach Tomaten durch Strom aus…

Dank der „grünen“ Politik zum Schutz Nordpolkappen hat sich der künstliche Solarboom inzwischen auch sichtbar in spanische Dächer gefressen. Die meisten Solaranlagen und auch Warmwasserbereiter wurden auf Kredit gekauft. Dieser zahlt sich ja von selbst ab. Dachte man… Die Sonnenlicht-Sammler haben Milliarden staatlicher Unterstützung bekommen, um die „Ökowatts“ auf Dächern zu produzieren. Das führte zwangsläufig dazu, dass herkömmlichen Kraftwerke weniger Strom produzieren mussten, aber eine kostenträchtige Grundlast vorrätig zu halten haben. Die Gewinne erodierten. Das kann natürlich nicht sein.

Bei leerer Staatskasse, und das ist in Spanien nichts Neues, kürzt man auch noch rückwirkend die früher zugesagten Einspeisevergütung und belegt den Sonnenstrom-Erzeuger mit seiner kreditfinanzierten Anlage auf dem Dach mit einer Steuer. Diese soll so hoch sein, dass herkömmliche Strom wieder attraktiv wird. Oft ist das Haus die Sicherheit für den Solar-Kredit bei einer Bank.

Vor ein paar Jahren hätte man den spanischen Erlass als bösen Aprilscherz verstanden. Inzwischen ist er aber Realität. Die spanische Regierung will an dem von ihr künstlich erzeugten Boom jetzt mit verdienen. Schließlich sitzen inzwischen genügend Leute mit ihrer Anlage gleich zweifach in der Falle… a) durch die Kredite und b), sie machen sich strafbar, wenn sie nur für den Eigenbedarf produzieren. Vergehen werden mit bis zu 30 Millionen Euro geahndet – selbst wenn es keinen Anschluss gibt und dadurch auch keine Durchleitungsgebühren anfallen. Das erinnert irgendwie an GEZ bzw. heutigen „Rundfunkbeitrag“.

Wer weiß, was die Große Koalition in Deutschland alles vorhat, wenn sie kommen sollte, um die Welt noch besser zu machen. Millionen Stromanlagen wurden mit staatlichen Milliarden gefördert und fressen den Kraftwerk-AG`s inzwischen tiefe Löcher in die Bilanz. Wie viele der Anlagen wurden auf Kredit finanziert? Sie zahlen sich auch in Deutschland angeblich von allein ab. Ich bin gespannt, ob das spanische Modell europaweit Schule machen könnte. Vielleicht ist in dieser Hinsicht Spanien ausnahmsweise einmal Trendsetter.

Tomaten… Strom… Wie wäre es mit einer Steuer auf Wasser und Luft? Es war schon immer so: Was einem der Staat heute schenkt, nimmt er morgen doppelt und dreifach wieder weg – natürlich im Allgemeininteresse, am besten rückwirkend wie jetzt immer häufiger in Spanien – nur wegen der Rechtssicherheit…


 

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4 Kommentare auf "Steuer auf Sonnenlicht. Bald auch auf Luft?"

  1. Michael sagt:

    Passt zum Themenkreis. USA. Kleine Farmer die früher ab Hof vermarkteten wird einfach ein Teil der Ernte weggenommen, die Ernte wandert an Packager die lt. Aussagen der Farmer ‚Freunde‘ der dafür zuständigen Agency sind. Ziel ist halbwegs sinnvolles Essen auf den Tisch der Schüler in Schulden zu bekommen.

    Ein Blick auf das Modell zweigt aber wohl woher der Wind weht
    a) Keine Entgelt für die abzuführende Ernte
    b) Packager verkaufen zu angemessenem Preis oder höher
    c) Billigjobs werden geschaffen.

    Es geht eher um die Systematik als jetzt im biederen Detail ums Geld.

    Sehr interessant. Zeit sich selbst zu versorgen. Denn selbst Gemüse anzubauen ist eigentlich die Konkurrenz zum Supermarkt und ab Hof verkauft. Erst dann hat man die Wahl. Der Supermarkt oder ab Hof Verkauf allein begrenzen nicht den Spielraum der anderen. Erinnert eher an die Freien Tankstellen in Bayer die teils ganz gut von den höheren Spritpreisen der Markentankstellen mitpartizipieren, sagt man.

  2. wolfswurt sagt:

    Nachfrage:

    Auch wenn die Solaranlage ausschließlich zur Eigenproduktion erzeugt und kein öffentlicher Anschluß an das Stromnetz besteht, muß die Steuer und evtl. Strafe bezahlt werden?
    Nur wegen dem Subventionsbeitrag auf die Erstellungskosten, denn vergütete Einspeisung fand ja nicht statt?

  3. Michael sagt:

    https://www.youtube.com/watch?v=–R1zv-Hwbg
    (Subventionen)

    Meine These – Öko-Germania aus Bambusstöcken als die neue Hauptstadt von Europa. Beseelt von solchem Geiste müssen EURe Obrigen wohl sein.

    Naja. Mich schreckt nichts mehr. Ich sah kurz nach der Wahl ein Talk Runde in der eine Dame, denke sie war von den Grünen glatt laut andachte, wobei denken?
    a) Ja 150 Mrd. Steuereinnahmen mehr – lasst uns ‚Gutes‘ tun – Ist das schon absurd.
    b) Wir sollten uns aber nicht damit begnügen uns auf die vorhanden Ressourcen zu konzentrieren.
    c) Nein! Nach der Decke sollen ‚wir‘ (Wir?) uns strecken. Zuerst große Visionen spinnen und dann noch mehr dem kleinen Mann aus der Tasche ziehen, denn 150 Mrd. einfach mal zurückgeben unter der Annahme der Mensch könnte wohl am besten wissen, was für ihn gut ist. So denkt keiner.

    So etwas wäre nicht mal nur einem Vertreter des Haus Habsburg über die Lippen gekommen, noch nicht mal im LSD Rausch. Aber Wahlerfolge für den Sozialistischen Einheitswahnsinn in .de … Erstaunlich als wenn der Kaiser Franz Joseph die Stimmen in Bad Ischl hätte ausgezählt:)

    Die Illusionisten in Berlin, Madrid oder Brüssel … ist egal.
    http://www.youtube.com/watch?v=6YqiBjP9vSw

    Bei uns war das in der zweiten Hälfte des 19ten Jahrhunderts:). Irgendwie haben wir Typen exportiert aber weit sind die offensichtlich nicht gekommen, jetzt habt ihr die im Genick.

  4. beccon sagt:

    >>Bei uns war das in der zweiten Hälfte des 19ten Jahrhunderts:).<<
    Eher weniger. Verglichen mit heute war das Kaiserreich ein funktionierendes auf Recht und Gesetzt aufgebautes Staatswesen. (Wenn Sie Deutschland mit "uns" meinen – Österreich war natürlich etwas anderes 🙂 )

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