Steffen Krug: „In den letzten 40 Jahren haben wir ein Monstrum geschaffen.“

18. April 2012 | Kategorie: Auf die Ohren, Kommentare, RottMeyer

(von Frank Meyer) Geld war schon immer eine seltsames Ding. Manchmal eine Sache, heute aber Kredit bzw. genau genommen ein ungedecktes Kreditgeld – erklärt zuerst 1912 von Ludwig von Mises. Verrücktes Geld macht früher oder später Märkte und dann auch Gesellschaften verrückt. Nichts steht dann mehr an seinem Platz. Das bislang größte weltweite Geldexperiment der Menschheit ist in Schwierigkeiten gekommen. Was kommt auf uns zu? Darüber habe ich mit Steffen Krug (Institut für Austrian Asset Management) gesprochen…

Das Interview wurde zuerst auf der Metallwoche veröffentlicht. Angesichts der Wichtigkeit des Themas senden wir es heute auch auf Rott&Meyer. Viel Spaß!

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Internetauftritt Steffen Krug

3. Mark Banco Anlegertagung (Hamburg)

Themen der Sendung

Vorstellung Steffen Krug
Grundlagen der Österreichischen Schule
Was ist Geld? Rückblick auf John Law
Papiergeld als Droge – Fehlentwicklung als Folge
An den realen Bedürfnissen vorbei
Was würde Mises heute sagen?
Inflation – Deflation – Revolution
Scheingeld – Mehr Schein, weniger Geld
Irrwege der modernen Lehre und geschichtliche Folgen
3. Mark Banko Anlegertagung
Mark Banko – Was war das?
Rolle von Gold und Silber
Ausblick für die nächsten Jahre
Fat Tails und Wahrscheinlichkeiten

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7 Kommentare auf "Steffen Krug: „In den letzten 40 Jahren haben wir ein Monstrum geschaffen.“"

  1. Fnord23 sagt:

    Hallo,
    Danke für das Interview. Wobei das Geld doch nur darum ein seltsames Ding ist, weil es in der Schule nicht gelehrt wird. Monetäre Bildung wo?

    Das Stichwort ist: Politische Kaste
    Und der Einfluss bestimmter Gruppen auf diese. Die Fallhöhe spielt keine Rolle mehr. Ob ich aus 15 Meter Höhe abstürze oder 50 Meter ist egal.

    Zur Gelddeckung: Ist unser heutiges Geld nicht auch gedeckt? Es wir als Kredit geschaffen und durch diesen Kredit entstehen mit zeitlichen Versatz, unter Einsatz von Hirn und Arbeitskraft, Sachwerte und Dienstleistungen. Deckung vorhanden.
    Das Problem ist, dass diese zwei Kreditgeldwelten entstanden sind. Die reale Sachwertewirtschaft und das Kreditgeldspekulationsuniversum.

    Ich sehe als wirkliches Problem die private Geldschöpfung an und präferiere als einen Teil der Lösung eine Monetative. Gern auch mit einer Vollgeldreform.

    Ich hätte ein großes Problem mit einer Bindung an einzelne Sachwerte, wie Silber oder Gold. Wer hat dann die Macht über das Geld? Der, der Gold und Silber besitzt. Wieder eine kleiner Kreis.
    Man müßte dann Gold, also einen Sachwert verstaatlichen, ein Besitzverbot erlassen.

    Wie spiegelt sich in diesem Umfeld dann reales Wirtschaftswachstum in der Geldmenge wieder? Wenn es sich um ein Bestandswachstum der Wirtschaft handelt, ist das kein Problem. Wenn aber die gesamte reale Wirtschaft der Welt wächst, wie erhöht sich durch was bei einem EM gedeckten Geldsystem die Geldmenge?

    Oder anders herum: Wie erhöht sich die Geldmenge global um Wirtschaftswachstum zu ermöglichen? Braucht es überhaupt Wirtschaftswachstum? Oder reichen die vorhanden Sachwerte der Welt heute aus und es findet nur eine Umverteilung mal dahin oder dorthin statt. Das könnte gehen, aber dann müsste die Zahl der Wirtschaftssubjekte gleich bleiben.

    Wirtschaftswachstum muss vorfinanziert werden. Wie wird ermöglicht, dass für gute Ideen immer genügend Kreditmittel „leicht und für Jedermann“ zur Verfügung stehen?

    Auch sollten wir anerkennen, dass alles in diesem Universum Zyklen unterworfen ist. Wir wollen das natürlich immer schön linear. Da kollidiert Realität mit Wunschdenken.

    Was dazu führt, dass diese Zyklen heute so unschöne Nebenwirkungen haben ist klar. In unserem Fall u. a. die politische Kaste. Aber auch andere Machtgruppen. Selbst die unbewusst handelnde große Masse der Demokratiegläubigen Wähler trägt dazu bei.

    Ein Geldsystem in dem man von Beginn an auch mal deflationäre Phasen zulässt, reguliert sich denke ich selbst. Aber nein, da mischen große Interessengruppen mit und verhindern diesen Mechanismus. Dadurch wird die Fallhöhe ständig größer. Heute stehen wir vor dem Abgrund. Am Anfang war das nur ein Graben. Aus dem hätte man auch ohne größere Blessuren wieder herauskommen können. Leider standen Wahlen vor der Tür und dass ist ganz ungünstig. Also kippte man mit Geld das Problem zu und erhöhte dadurch die Steuerlast und die Staatsschulden. Der „Fehler“ im System konnte sich nicht korrigieren und wurde exponentiell größer.

    Ein wie auch immer und am Beginn noch so tolles Geld- und Wirtschaftssystem wird wohl unweigerlich aus den gleichen Gründen enden wie heute: Die Macht- und Habgier des Menschen.

    Das ändern zu wollen war das Experiment des Sozialismus. Es funktioniert nicht. Also machen wir das eben so.

    VG ins Land

    • Avantgarde sagt:

      „Ich hätte ein großes Problem mit einer Bindung an einzelne Sachwerte, wie Silber oder Gold. Wer hat dann die Macht über das Geld? Der, der Gold und Silber besitzt. Wieder eine kleiner Kreis.
      Man müßte dann Gold, also einen Sachwert verstaatlichen, ein Besitzverbot erlassen. “

      Absolut!
      Mal abgesehen davon, daß es eine Menge rein technische Probleme gäbe zeigt ein Blick in die Geschichte, daß die prosperierenden Phasen immer dann stattfanden wenn es eben genau KEIN Goldgeld gab – ich erinnere nur an das wirklich mächtige Britische Empire welches mit simplen Holzstöckchen als Geld regiert wurde.
      Unsere Gesellschaft sollte wirklich hoffen, daß es dieses Goldgeld niemals mehr geben wird.

      Wenn überhaupt dann für die Psychologie des Menschen eine Teilbindung/Hinterlegung – wobei das Metall aber nicht tatsächlich zirkulieren darf.
      Immerhin hat Gold den Vorteil, daß man es eigentlich nicht braucht.
      Im Vergleich zu Kupfer, Silber und anderen Metallen ist es sogar recht nutzlos – aber eben vielleicht deshalb für so eine psychologische Teilhinterlegung geeignet.
      Ich sag nur Bancor.

      Daß man persönlich ein paar Münzlein besitzt steht dem allerdings nicht im Widerpruch – denn man weiß nie wie die Geschichte sich entwickelt….
      Um Sinn oder Unsinn und Gemeinwohl geht es ja auch gar nicht, sondern letztlich um Macht.

      „Ein Geldsystem in dem man von Beginn an auch mal deflationäre Phasen zulässt, reguliert sich denke ich selbst. Aber nein, da mischen große Interessengruppen mit und verhindern diesen Mechanismus. Dadurch wird die Fallhöhe ständig größer. Heute stehen wir vor dem Abgrund. Am Anfang war das nur ein Graben. Aus dem hätte man auch ohne größere Blessuren wieder herauskommen können.“

      Ach ja – auch so ein Punkt.
      Auch ein Kreditgeldsystem kann ganz und gar bedenkenlos bis in alle Ewigkeiten funtionieren wenn….
      …ja wenn man nicht alle Bremsen ausgebaut hätte.

      Die Aufhebung des Trennbankensystems des Glass-Steagall Acts war einer der schlimmsten Fehler überhaupt.
      Das war der Startschuß zur hemmungslosen Spekulation mit dem Geld anderer Leute – und war auch der Grund für den jetzigen Rettungszwang.
      Mit einem Trennbankensystem wäre der ganze Spekulationswahnsinn erst gar nicht möglich gewesen.

      Auch hier: man muß kein Rad neu erfinden – alles war schon mal vorhanden.
      Und bezüglich des Glass-Steagall Acts muß ich leider sagen, daß unsere Großväter wohl intelligenter waren als wir.

      …..

      Nun noch ein Wort zu Steffen Krug:

      Daß er behauptet, daß Papiergeldsystem vor der Franz.Rev. sei das gleiche wie daß jetzige Anleihenbasierte Kreditgeldsystem entsetzt mich dann doch – vor allem weil der Mann ja ein Diplom hat…

      Niemand hindert ihn daran seine Waren mit Edelmetallen abzusichern.
      Der Geldannahmezwang ist kein Hinderungsgrund – er kann seine Preise auf den jeweiligen Metallwert per EDV umrechnen, das Geld nehmen und Metall kaufen so viel er will.
      Einlagern ist ja nicht verboten.
      Braucht er halt ein Lagerhaus 🙂

      Aber immerhin mal ein Austrian der nicht von Hyperinflation sondern Deflation redet. 🙂
      Scheint bei denen gerade ein Trend zu sein – vielleicht kommt auch dort so langsam die Erkenntnis, daß es schon rein technisch mit der Hyperinflation etwas schwierig werden dürfte.

  2. Silberdax sagt:

    vereinfacht:
    Plan A ist gescheitert
    Plan B ist die Lösung.
    http://www.wissensmanufaktur.net

  3. gilga sagt:

    Vielen Dank für dieses Interview (und das ihr auch an die Leute hier auf rottmeyer denkt). 😉

  4. samy sagt:

    Spät-Moin!

    Anbei ein kleiner Blumenstrauß an Meinungsvielfalt alter Bekannter.

    http://www.godmode-trader.de/nachricht/BlogRoll-Jim-Rogers-Gold-wird-fallen,a2805904,b605.html

    VG

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