Statistische Zahlenspiele

23. Februar 2014 | Kategorie: RottMeyer

von Frank Meyer

Es gibt Neues von der Goldblase! Trotz aller Warnungen kauften die Deutschen im letzten Jahr rund 119 Tonnen Gold für Anlagezwecke, so das World Gold Council. Für den Krempel zahlten sie dann auch noch 3,9 Milliarden Euro…

Statistisch gesehen wuchs im letzten Jahr des Michels Goldberg um sagenhafte 1,5 Gramm im Gegenwert von 46 Euro. Das sind 3,82 Euro im Monat und weit weniger als für Butter, Brot und Klopapier. Allein für Lebensversicherungen werden 90 Euro im Monat berappt – statistisch betrachtet.

Ja, ja, die Goldblase. Ja, sicher, sie ist munter und lebt. Sie ist allerdings wesentlich kleiner als die Sprechblasen von Experten, Politikern und Verbraucherschützern.

Haben Sie das auch gehört? Es wird teuer wird es für die Deutsche Bank. Ihr Ex-Chef Rolf E. Breuer hatte damals öffentlich Zweifel an der Kreditwürdigkeit der Kirch-Gruppe geäußert.

„Was alles man darüber lesen und hören kann, ist ja, dass der Finanzsektor nicht bereit ist, auf unveränderter Basis noch weitere Fremd- oder gar Eigenmittel zur Verfügung zu stellen.“ (Auszug aus dem Bloomberg-Interview).

Die Kirch-Gruppe verstarb alsbald darauf – und 2011 auch Leo Kirch. Die Sache kam vor Gericht. Der Vergleich mit seinen Erben wird die Bank wohl 900 Millionen Euro kosten. Das Zitat Breuers bestand im Kern aus 29 Worten bzw. 182 Satzzeichen. Jedes Zeichen kostet damit die Deutsche Bank rechnerisch rund fünf Millionen Euro.

Und war war das? Die Analysten von Barclays haben die Aktien von Weight Watchers von „equal weight“ auf „underweight“ abgestuft, also von Normalgewicht auf Untergewicht. In diesem Jahr haben die Papiere bereits 35 Prozent abgespeckt.

Und da wir gerade schon beim Essen sind: Die Nahrungsmittelpreise springen wieder hoch. Auch das US-Gas wurde binnen sechs Wochen um 46 Prozent teurer. Wen kümmert`s? In der amerikanischen Inflationsberechnung haben sowohl Energie- und Nahrungsmittelpreise keinerlei Bedeutung. Kein Heizen, kein Essen, keine Inflation. Braucht man ja auch nicht. Mahlzeit!

Frank Meyer, Kolumne aus den Lübecker Nachrichten (Langfassung)


 

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Ein Kommentar auf "Statistische Zahlenspiele"

  1. bluestar sagt:

    „Trotz aller Warnungen kauften die Deutschen im letzten Jahr rund 119 Tonnen Gold für Anlagezwecke…“
    Tja, ein paar Verrückte und Unbelehrbare in absoluter Minderheit gibt es halt leider immer und diese kaufen dieses wertlose gelbe Zeug. Gott sei Dank liegt die Masse aber richtig, kauft Lebensversicherungen und wählt die Lichtgestalten der GROKO.
    So sieht richtig gutes Vertrauen aus, erinnert mich allerdings etwas an das intellektuelle Niveau eines treuen Hundes. Solange noch Futter im Napf ist, ist die Welt in Ordnung und man liebt sein Herrchen, oder auch Frauchen.

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