Staatsrundfunk mit Jan Hofstaat

22. April 2015 | Kategorie: RottMeyer

von Bankhaus Rott

Der Untergang des Abendlandes kann nicht mehr allzu weit entfernt sein. Erst warnt derjenige vor dem Ausstieg Griechenlands aus dem Euro, den man davor selber immer gewarnt hatte. Und dann ist auch noch Bloomberg verwirrt und erklärt den starken Rubel zu Russlands neuem Problem, nachdem es kürzlich noch der schwache Rubel war, der das Land ins Elend stürzen sollte….

Bewegliche Ziele können ganz schön lästig werden. Immerhin lässt der nur angeblich so miesepetrige deutsche Michel sich die Stimmung auch von schlechten Nachrichten nicht verderben. Wen stören schon ein paar Inkonsistenzen in der Berichterstattung oder ein paar Täter-Opfer Verwechslungen, wenn der im grauen Anzug steckende Tagesschausprecher im Abendprogramm beim Aufguss von Dalli-Dalli gutgelaunt in die Menge strahlt.

Manchmal scheint die Freude sogar rückwärts wirkende Ansteckungseffekte zu haben, so dass die gute Laune der Teilnehmerschar auch auf hochrangige Nachrichtendarsteller abfärbt. Wer erinnert sich nicht an die Bilder von geradezu verstörender Ausgelassenheit, als sich der Bundespräsident, zugegebenermaßen für einige Betrachter recht wirr wirkend, Arm in Arm mit der politischen Führung in Kiew auf dem Majdan präsentierte. Ob man den Tag bei ein bisschen Dalli-Dalli ausklingen ließ ist freilich nicht überliefert.

Die folgende Tabelle, die manche Redaktion hierzulande vermutlich sogleich unter Feindpropaganda verbuchen wird, stellt die Resultate der Auswertung des „Russian Institute for Strategic Studies“ (www.riss.ru/en) zur Russland-Berichterstattung in einigen Ländern im Jahr 2014 dar. Die Spalten zeigen die gesamten Berichte (Spalte 1), die positiven (2) sowie die negativen (3). Wo genau man bei der Beurteilung die Grenze zwischen gut und böse zieht ist natürlich nicht mathematisch exakt zu sagen, aber das ist ja von den Sozialwissenschaften her bekannt. Sicherlich lässt sich aber relativ einfach beurteilen, ob ein Artikel eine positive oder negative Note hat. Es gibt Fälle, die sind schwerer zu verarbeiten, etwa warum es erschreckender sein sollte, wenn russisches Militär auf russischem Boden ein Manöver durchführt als wenn dies US-Truppen in Litauen tun. Aber das ist natürlich eine Frage des Geschmacks und der politischen Prägung.

Auffallend ist der Spitzenplatz der deutschen Presse, ein Rang, den man mit Qualität wohl so schnell nicht erreicht. Selbst der Anteil negativer Veröffentlichungen der USA wurden übertroffen.

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Der Einfachheit halber und um sich einen Eindruck davon verschaffen zu können, dass die Auswertung zu durchaus vielfältigen und auch überraschenden Ergebnissen kam, haben wir das Ranking nach dem Quotienten (positiv/negativ) sortiert noch einmal dargestellt.
 

2

 

Nun sorgte das Thema Russland bekanntermaßen für große emotionale Verwirrung in den Medien. Mancher witterte gar „Putin-Trolle“ hinter jedem Kommentar, der nicht wie mit der Feder des Nato-Hauptquartiers geschrieben wirkte. In diesem unserem Lande, das dauerhaft von vermeintlichen Freunden ausgehorcht wurde und wohl noch wird, darf man sich über eine gesunde Portion Paranoia natürlich nicht wundern. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wessen Troll man im politischen Sinne eigentlich selber ist. Wenn der deutsche Innenminister de Maizière behauptet „ohne die USA sind wir blind und taub“, dann kommt man ins Grübeln. Vergleichsweise hilflos, da blind und taub, beziehen wir unsere Informationen also von den US-Geheimdiensten und plappern diese dann mangels eigener Erkenntnisse nach. Ein interessanter Ansatz, vor allem wenn man über die begrenzten Fähigkeiten zur Verifikation der von Dritten erhaltenen Informationen nachdenkt. Besonders schlecht riechen können Lügen und Fehlinformationen jedenfalls nicht, dafür hat man sie zu oft für bare Münze genommen. Warum trotz der offenbar so mangelhaften Fähigkeiten unter anderem die NSA dennoch keine Mittel scheut um den gehörgeschädigten Maulwurf Bundesrepublik auszuspähen bleibt nebulös. Sicher irgendwas mit Terror. Also passen Sie auf sich auf und lassen Sie sich besser nicht mit zwei Halbliter-Wasserflaschen oder gar der Fußnagelschere, heimtückisch im Nageletui versteckt, in Flughafennähe blicken.

Geradezu putzig wirkt der stets wiederholte Hinweis, wer die Gesetze befolge, der habe auch wenn er ausspioniert werde doch nichts zu befürchten. Einerseits geht der so argumentierende Gemütsmensch davon aus, die Spionage diene dem Erhalt des Wohls des einzelnen Bürgers und der Stützung des Rechtsstaats. Zum anderen klammert diese Sichtweise wichtige Themen wie Industrie- und Militärspionage aus. Der Schwerpunkt ausländischer Geheimdiensttätigkeiten, seien sie amerikanischen, russischen, britischen oder maltesischen Ursprungs liegt sicher nicht darin herauszufinden, ob auf Cem Özdemirs Geburtstarty kräftig einer durchgezogen wird oder nicht. Zudem ist es mit politischer Macht wie mit Waffen. Man weiß bestenfalls, wem man sie heute anvertrauen möchte, aber nicht, wer sie morgen in den Händen hält. Von daher darf man zu einem einfachen Test greifen. Denken Sie an die schlimmste Partei, die ihnen einfällt und stellen Sie sich vor, diese Partei bekommt bei der nächsten Bundestagswahl die absolute Mehrheit. Mehr Macht als sie dieser Partei geben würden, sollten Sie auch ihrer derzeit bevorzugten Partei nicht übertragen.



Ob die Blind- und Taubheit nur für die öffentlichen Organe gilt oder auch für die Presse ist nicht überliefert. Angesichts der trostlosen Transformation mancher Zeitung und manches ehemaligen Nachrichtenmagazins zu einer Melange aus 50% Werbung und einem meist nicht wesentlich informativerem Rest wird diese Trennung sowieso zusehends unwichtiger. An Inkonsistenzen ist auch dort kein Mangel. Ein Hetz-Titelblatt mit Verstorbenen wird zur Umsatzsteigerung verwendet. Zeit zum Fragen der Angehörigen, was sie davon halten mögen, bleibt nicht. Niemand hat auf so einen Titel gewartet, dennoch konnte er nicht schnell genug erscheinen. Ein anderes Mal entdeckt man auch den Hang zur Menschlichkeit und vergießt dicke Tränen. Bomben auf Libyen zu werfen findet man dann irgendwie in Ordnung, weil der Gadaffi böse war, aber wo kommen bloß die ganzen Flüchtlinge her? Das Ereignis alleine ist nichts ohne den Zeitpunkt, an dem es eintritt. Manchmal klagt man an, wenn es gerade in den Kram passt, ein anderes Mal wird der Blues gespielt. So klagt man munter mit und diskutiert vor dem transfair-Latte hockend über das Elend der Proletarier in ökonomisch armen Regionen oder twittert ein bisschen umfassender ein bisschen Ethno-Kondolenz über das transfair-Tablet. Hauptsache gut informiert.

Bei so manchem Thema ist die Nachrichtenlage auch für den neutralsten Beobachter schwer erträglich. Man denke an die so genannten Pegida-Demonstrationen. Unabhängig davon, was man von dieser Bewegung hält, eine ausgewogene Berichterstattung sollte man erwarten dürfen. So darf beispielsweise erwähnt werden, wer Steine oder Flaschen wirft, immerhin eine nicht ganz unwichtige Information, sorgt doch im Fußballstadion schon der Wurf mit dem Bierbecher zur Schockstarre der Berichterstatter. Mehr als suggestive Aussagen wie „auf der einen Seite Pegida, auf der anderen Seite die Demokraten“ über den Äther zu schicken, wofür sich auch das eine oder andere so genannte „Info-Radio“ nicht zu schade war, wirkt nicht nur arg tumb sondern dürfte dem Vertrauen in die Berichterstattung nicht wieder auf die Beine geholfen haben. Beim Bericht aus dem Stadion hört man beim Becherwurf gerne das Urteil „das sind keine Fans mehr“. Beim Thema Demokraten wartete man trotz härterer Wurfgeschosse auf solche Stellungnahmen vergeblich.

Unterhaltsam wird es auch, wenn zugegebenermaßen junge Berichterstatter derart betroffen über „Deutschlandfahnen“ berichten, als wäre ihnen soeben ein Wehrmachstkonvoi über die Füße gerollt. Nun muss niemand fahnenschwenkend durch die Gegend laufen oder Haus, Garten und Auto mit Stoffbannern verzieren. Dennoch fragt man sich sogleich, in welch seltsames Verschwörungstreffen der ehemalige Kanzler Helmut Kohl im letzten Jahrtausend sicher versehentlich hereingestolpert ist um dabei vermutlich heimlich fotografiert zu werden. Man beachte die falsch herum festgemachten Belgien-Fahnen mit einer auf geradezu heimtückische Weise leicht veränderterten Farbreihung.

Quelle: planet-wissen.de

Quelle: planet-wissen.de

Was genau die heute so entsetzten Reporter seinerzeit wohl gemacht haben? Vermutlich Boris Becker und Stefan Edberg beim Tennisspielen zuschauen.

Immerhin wird man bei der Betrachtung vieler Medien Zeuge einer neuen Auffassung, was Demokratie ist. Dazu zählen nicht nur bei den steuerfinanzierten Kanälen im 21. Jahrhundert unter anderem Sippenhaft und die gleichgültige Akzeptanz von Gewalt gegen Andersdenkende. Wenn man kurz nachdenkt, fällt auf, dass diese Dinge so neu gar nicht sind. Oma und Opa können dazu einiges erzählen. Auch das Weglassen relevanter Informationen oder die herausgeschrieene falsche Vermutung und die späte und geflüsterte Richtigstellung sind beliebte Stilmittel. Wer wann was getan hat, wird mittlerweile regelmäßig unter den Teppich gekehrt, wenn es nicht ins Bild passt. Man möchte „kein falsches Signal senden“. Das ist eine überaus schwachsinnige Begründung dafür, sich nicht mit Problemen auseinanderzusetzen, die der eigenen Weltanschauung zuwider laufen. Wenn so etwas in der Breite medial unterstützt wird, muss man es mit Sorge betrachten. Aber es geschieht ja nur zu unserem Besten.



 

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11 Kommentare auf "Staatsrundfunk mit Jan Hofstaat"

  1. Insasse sagt:

    Bankhaus Rott schreibt: „Denken Sie an die schlimmste Partei, die ihnen einfällt und stellen Sie sich vor, diese Partei bekommt bei der nächsten Bundestagswahl die absolute Mehrheit. Mehr Macht als sie dieser Partei geben würden, sollten Sie auch ihrer derzeit bevorzugten Partei nicht übertragen.“

    Ich habe diese Formel aufgrund meiner 25jährigen Erfahrung mit dem neuen Realsozialismus für mich vereinfacht: Wähle nie sozialistische Blockparteien. Da es eine Wahlalternative in Deutschland nicht gibt, entfällt für mich ab der nächsten Wahl der Aufwand, der mit dem Gang zur Wahlurne verbunden ist.

    Für mich ist nach all den Jahren in „der Anstalt nach 1989“ nicht mehr erkennbar, wie ich mit Wahlen etwas ändern könnte oder gar welche der Blockparteien meine Interessen vertreten könnte. Dann behalte ich meine Stimme eben und muss mir später nicht vorwerfen (lassen), mit dieser die neuen Sozialistischen Einheitsparteien Deutschlands zu ihrem unsäglichen Treiben legitimiert zu haben.

    Wenn nun auch noch der Rest der Insassen in der „Anstalt nach 1989“ endlich dieses Blockparteien-Spiel durchschauen würde, wäre es mit dem sozialistischen Unfug möglicherweise bald vorbei. Am Eintreten dieser Einsicht bestehen allerdings erhebliche Zweifel. Ich musste im Laufe der Zeit leider feststellen, dass viele derjenigen, die in Freiheit und Demokratie leben konnten, dem Sozialismus mehr zugewandt sind, als diejenigen, welche diese Option nicht hatten.

    Meine 13jährige Tochter würde dazu sagen: Das ist wirklich bitter!

    In diesem Sinne schöne Grüße aus der Anstalt, ein Insasse

    • JayJay sagt:

      Zitat:
      Ich musste im Laufe der Zeit leider feststellen, dass viele derjenigen, die in Freiheit und Demokratie leben konnten, dem Sozialismus mehr zugewandt sind, als diejenigen, welche diese Option nicht hatten.

      Da haben sie vollkommen Recht und schlimm ist es das die es nicht mal merken.
      Was wurde vor kurzen mal geschrieben (ich weiß nicht mehr wo und von wem) wir haben bald Planwirtschaft und Sozialismus mit vollen Regalen, aber sicher nur am Anfang.

      Gold & Silber Ahoi 🙂

  2. Reiner Vogels sagt:

    So schlimm und volksverdummend die Berichterstattung zur Ukraine in unseren Qualitätsmedien auch ist, so dumm sind die Deutschen dann doch nicht, daß sie all der Hetz- und Lügenpropaganda auf den Leim gingen.

    So geht aus einer akutellen internationalen Meinungsumfrage hervor, daß deutlich mehr als die Hälfte der Deutschen nicht an die Objektivität unserer Medien glauben.

    Siehe: http://de.sputniknews.com/politik/20150421/301994368.html

  3. beobachter sagt:

    Glückwunsch zu diesem Artikel
    Es gibt da draussen anscheinend doch noch Menschen die selbstständig und klar denken können.
    Vielen Dank

  4. bluestar sagt:

    Ehrlich gesagt kann ich zu diesem Artikel nur sagen: Ganz große Klasse !!!
    Bin immer wieder fasziniert über das inhaltliche Niveau und den grandiose lockeren, satirischen Stil des Bankhauses. Vielen Dank für Ihre wertvolle Arbeit.

  5. Klugsscheisser sagt:

    Dem Kommentar von bluestar ist nichts hinzuzufügen(!), auch von mir, besten Dank für Ihre, in der heutigen Zeit, immer wertvollere Arbeit.

  6. FDominicus sagt:

    @Insasse „Wähle nie sozialistische Blockparteien. Da es eine Wahlalternative in Deutschland nicht gibt, entfällt für mich ab der nächsten Wahl der Aufwand, der mit dem Gang zur Wahlurne verbunden ist. “

    Stimmt nicht. Wer will kann eine Alternative finden und konnte diese auch zu letzten Buta in zumindest 3 Bundesländern wählen. Ich schlage vor Sie schauen sich mal die Grundsatzprogramme von nicht im Buta vertretenen Parteien an.

    • Insasse sagt:

      @FDominicus: Selbst, wenn ich eine Partei ausmachen würde, die programmatisch und personell meinen Vorstellungen entspräche, gibt es doch entscheidende Bremsklötze, die zu dem von mir beschriebenen Ergebnis „meine Wahl ändert nichts“ führt.

      Erstens die breite Masse des Wahlstimmviehs, welche trotz alle vier Jahre wieder gebrochener Wahlversprechen und permanent entgegengesetztem Handelns gegen dessen Interessen, immer die gleichen Politiker wieder wählt (die Hoffnung stirbt eben immer zuletzt). Dabei spielt es keine Rolle, ob nun die eine oder andere sozialistische Blockpartei mal mehr und mal weniger am Ruder ist. Alle Blockparteien haben das nahezu gleiche (politische) Fahrgestell und unterscheiden sich nur mehr in der Lackierung. Schon aus diesem Grund kann man sich den Gang zur Wahlurne sparen.

      Zweitens zeigen sich selbst als Wahlalternativen ausgemachte Parteien nach der Wahl (zumeist) in einem anderen politischen Licht als vor der Wahl. Grundsatzprogramme scheinen in der Politik inzwischen genausowenig eine Rolle zu spielen, wie das Grundgesetz oder internationale Verträge (Maastricht, Lissabon etc.). Entscheidend ist nur mehr, was zum Machterhalt taugt. Was dazu nicht passt, wird über Bord geschmissen. Opportunismus „läuft bei Dir“. Ein Blick in die jüngste Vergangenheit reicht aus.

      Selbst wenn es eine echte nichtsozialistische Wahlalternative gäbe, die auch nach der Wahl eine bliebe, käme man gegen die auf Sozialismus getrimmte Übermacht des Wahlstimmviehs nicht an. Man ist in diesem – kaputten – System gefangen, ob man will oder nicht. Demokratie siegt über Freiheit, Selbstbestimmung und Eigenverantwortung. Jedenfalls, wenn die Mehrheit der Wähler vom Staat abhängig ist (ob nun als Beamter, Angestellter oder Hartz IV-Empfänger). So ist es auch in D mittlerweile. Ändern wird dies keine Partei, sondern allein die wirtschaftliche Bedingungen, die zwangsläufig mit einem sozialistischen System einhergehen und dieses schlussendlich auch an seine Grenzen führen (siehe vor 1989 im Ostblock; heute in vielen südeuropäischen Staaten wiederzufinden).

      Fazit: Mag sein, dass es echte Wahlalternativen zu den sozialistischen Blockparteien gibt. Offen bleibt, ob diese auch nach der Wahl ihrem Programm treu bleiben. Jedenfalls aber können sie an der – aktuell sozialistischen – Grundausrichtung der Politik nichts ändern.

  7. Wolff sagt:

    Der sicht-und hörbare Sündenfall der deutschen Medien war die Berichterstattung zur Ukraine- Krise und der Sanktionserklärung gegen Russland. Was unsere Schlipsträger da gelogen und betrogen (weggelassen) haben, geht auf keine Kuhhaut. Sie lügen ohne Not, nur um das Lächeln ihrer Vorgesetzten zu sehen. Es sind Medien-Prostituierte. Es gab einmal in Deutschland ein Nachrichtenmagazin, dessen Erscheinen man noch nicht einmal abwarten konnte. Heute würde ich für dieses Nato-Magazin kein Geld ausgeben, geschweige es zu lesen. Im Übrigen hat man in Deutschland jede Zeitung gelesen und jede Nachrichtensendung gesehen, wenn man eine zur Kenntnis genommen hat. Es ist alles ein Einheitsbrei sonder gleichen. Die Verachtung der interessierten Bürgen ist ihnen dafür aber sicher, insofern haben diese „Berichter“ auch Achtung, aber nur noch unter Ihresgleichen. Ich finde, wir brauchen keine „parteilose unabhängige Berichterstattung“ mehr, da ja im Internet wesentlich bessere Informationen zu erhalten sind. Lügengeschichten und Falschbilder kann ich mir selbst machen.

  8. Reiner sagt:

    Sehr guter Kommentar. Besser kann man es nicht auf den Punkt bringen, wie die Selbstgefälligkeit der meisten Medienvertreter in diesem Land deren ehemals kritisches Hirn vernebelt hat. „Es kann nicht sein, was nicht sein darf.“ Nach diesem Motto scheinen diese Herrschaften heute das Lesevolk beeinflussen zu wollen. Was sie aber ernten, ist Verachtung und am Ende leider vielleicht sogar Hass, wenn die Wahrheit sich ihren Weg an´s Ohr der Menschen bahnt. Die abstürzenden Verkaufszahlen der Printmedien belegen dies durchaus. Heute gilt scheinbar bei zu vielen Journalisten und Moderatoren, ebenso wie in den 20er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts, die Losung: „Wes Brot ich esse, des Lied ich singe.“ Wohin das unsere Eltern und Großeltern geführt hat, das sollten die meisten von uns aus der Geschichte, sofern es dieses Unterrichtsfach noch gibt, gelernt haben.

  9. Hans Meiser sagt:

    Hier eine kleine Episode aus meiner Kinderzeit in der völlig zu recht verblichenen DDR:
    Mein Großvater (geboren 1895, 1. WK Soldat, Kriegsgefangenschaft in der Ukraine, 2. WK vom Volksturm abgehauen und die Knarre in den Fluß geworfen) las morgens zum Frühstück immer die Zeitung (SED Regionalwurstblatt DAS VOLK des Bezirkes Erfurt) ,und lachte öfters spontan lauthals beim Lesen des politischen Teils dieser selbsternannten demokratischen Qualitätszeitung. Ich wunderte mich immer, warum mein Opa immer die Politikseite las wenn er einen Lachanfall bekam, und nicht über die Witze auf der letzten Seite lachte. Er sagte mir auf meine Frage folgendes: Er lese jetzt seit der Kaiserzeit über die Weimarer Republik und die Nazizeit die jeweiligen Zeitungen, und es stehe eigentlich immer der selbe realitätsferne Unsinn drin wie jetzt (ungefähr 1973) in der SED Presse. Heute würde es meinem Opa nicht anders ergehen!

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