“Slim” fast in Silber

8. Januar 2011 | Kategorie: RottMeyer

von Frank Meyer

Gold verliert in dieser Woche 55 USD. Silber im Gefolge gibt acht Prozent ab. Man liest von Gewinnmitnahmen,  „Luft holen“ und auch wieder vom Platzen einer Blase, die übrigens schon zehn Jahre alt ist, wenn nicht viel älter. Die Stimmung dreht sich wie ein Wetterhahn auf dem Kirchendach…

… und Manchem wird dabei richtig schwindelig. Ein Leser des Blogs schrieb, er hätte Gewinne mitgenommen und fragt, wann er wieder einsteigen soll. Nun, woher soll ich das wissen? Er hat Gold gegen Papier getauscht. Für den Moment war es ein lohnendes Geschäft. Prima! Auch der wirkliche Gold-Tsunami, auf den eine große Edelmetallhandelsfirma seit einem Jahr wartet und ihn ankündigt, blieb aus. Von mir bekannten Edelmetallhändlern hört man, dass die Nachfrage nach den Metallen weiterhin ungebremst läuft. Die Nachfrage ist höher als das, was an Gewinnen mitgenommen wird. Und auch viele von Omas alten Zähnen scheinen schon ihren Weg in die heiße Glut eines Schmelztiegels gefunden zu haben. Viele Leute brauchen Geld – Geld für den Aufschwung.

Apropos… Der Aufschwung ist da. Die Finanz- und Wirtschaftskrise ist überwunden. Hossiana! Und Gott in der Höh! Vielleicht ist es auch nur ein medialer Aufschwung? Wer will das schon wissen? Man liest auch wieder von Experten, die sagen, Gold und Silber zahlen keine Zinsen und Dividenden und sind nur „vermeintlich“ sichere Häfen, die aus Angst gekauft werden. Bla. Bla. Bla. Wenn die Angst die Triebfeder der Metallpreise gewesen wäre, dann liegt ein ganzes Jahrzehnt voller Angst hinter. Sie kennen das ja schon. Deshalb erspare ich Ihnen und mir hier weitere Details.

Ich bin nur gespannt, ob die Leute, die sagten, sie warten auf DIE Korrektur, jetzt wirklich kaufen oder (mal wieder?) erst mal abwarten, denn man greift ja nicht in ein fallendes Messer. Nicht wahr?

Immer wieder dienstags…

Wer im Silbermarkt unterwegs ist, schaut sich gerne freitags die Daten der CFTC an. Dort werden die sogenannten „Commitments of Traders“ (COT) geliefert und geben damit einen spannenden Einblick in die Struktur des Edelmetallmarktes. Gerade nach dem Schüttelfrost-Anfall des weißen Metalls fragen sich viele, was sich in den letzten Tagen dort getan hat. Im Goldbereich wurden Short-Positionen abgebaut.


Im Silberbereich passierte recht wenig.

Wie verlässlich sind die COT-Daten? Das Dumme an diesem Report in den letzten Monaten ist, dass die größten Bewegungen am Silbermarkt komischerweise immer am Dienstag stattfinden. Das passiert komischerweise nicht mehr um 14.20 Uhr, wenn die COMEX öffnet, sondern immer am Dienstag. Seltsam. Und das seit etlichen Wochen. Der Dienstag ist zufälligerweise auch der Stichtag der COT-Daten.

Es spricht sich inzwischen auch herum, dass in der Regel, wenn es ein sehr hohes Volumen gegeben hat, diese Daten nicht im aktuellen COT-Bericht enthalten sind, sondern erst eine Woche später auftauchen. Das bedeutet, dass die CME diese Positionen, die normalerweise am Mittwoch Morgen veröffentlicht sein müssten, und im COT-Bericht enthalten sein sollten, in der Regel auf den Donnerstag schiebt. Damit wird die Rutschpartie am Silbermarkt wahrscheinlich erst am 14. Januar sichtbar. Dieses Spiel läuft inzwischen seit fast einem halben Jahr. ——-<

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4 Kommentare auf "“Slim” fast in Silber"

  1. der Herold sagt:

    Hallo Frank,

    ja. Wär ich Big Slim würd´ ich vermutlich etwas ähnlich geartetes machen. Leider fehlen da noch ein paar monetäre Grundlagen für. Vielleicht gibt ja der Lottoschein für Samstag was her ? Dann würde ich mir einen ganzen Zoo australischer und anderer exotischer Tierchen in Stempelglanz zulegen.

    Meinen Glückwunsch zum neuen Blog. Ich sehe, wir bevorzugen das gleiche Spielzeug 😉

    Liebe Grüße aus der Provinz

    vom Herold

  2. Hans im Glueck sagt:

    Hallo Frank,

    kann es sinnvoll sein, Silbermünzen im Internet zu kaufen und dann auch noch Sterlingsilber.
    Jemand, nennen wir Ihn Mr. X, kauft ständig bei Ebay Gedenkmünzen, die keiner kennt. Da kommt dann ein Koffer und ein Büchlein dazu, worin die Echtheit Garantiert wird. Auf den Münzen steht meistens gar nichts bzgl. Silbergehalt. Aber er kauft lustig weiter ein, so für 500-1000 € im Monat.

    Zum Silberhändler will er nicht weil „zu teuer“. Das Lustigste waren 5oz Silbermünzen aus China, die kein Gramm Silber enthalten…für 56 €. Schon peinlich, bitte kurz deine Meinung zu Sterlingsilber. Mir glaubt er ja nicht. Vielen Dank.

    • Frank Meyer sagt:

      Hallo Hans im Glück, grundsätzlich ist Silber immer Silber. Die 10er Euro-Münzen bestehen aus Sterling-Silber (925er), aber nur die Münzen inkl. 2010. In diesem Jahr wurde der Gehalt wegen des gestiegenen Silberpreises gesenkt. (625er?) Besser ist es bei den Münzen zuzugreifen, die allgemein bekannt sind, also den Standards, wenn man Silber haben will (Eagle, Libertad, Philharmoniker, Maple Leaf)

  3. ede sagt:

    Nun gibt es auch Goldbarren bei der DAB. Kaum zu glauben. Gelagert bei einer renomierten Schweizer Bank, warum verrät man nicht den Namen dieser Bank? Sicherlich Angst hat man Angst vor Bankräubern.

    Ich glaube ja eigentlich auch noch nicht an eine Blase, aber solche Meldungen sind halt schon schade. Kann sich das Volk nicht bitte aus solchen Spekulationsgeschäften raushalten…

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