Sind wir antiamerikanisch?

30. März 2016 | Kategorie: RottMeyer

von Bill Bonner

Jüngst schrieb ein lieber Leser und sagte, dass wir „zynisch“ und „anti-amerikanisch“ sein würden. Heute wollen wir unseren guten Ruf verteidigen … wie er eben so ist. Schuldig im Sinne der Anklage…

Zynisch?

Nah … Wir würden eine große Dosis positiven Denkens und ernsthaften Optimismus brauchen, um zynisch zu sein. Laut dem Oxford English Dictionary sind Menschen, die zynisch sind, „argwöhnisch“, „zweifelnd“ und „skeptisch“.

Wir gehen da weit darüber hinaus. Wir sind ziemlich sicher, dass das System manipuliert ist … und faulig.

Wahlen sind nichts anderes als ein feierlicher Betrug. Und das Fed-Management der Wirtschaft ist eine Mischung aus Wahn und eigennützigem Betrug. Daran haben wir keine großen Zweifel.

So ist es halt.

Mit Blick auf „anti-amerikanisch“ müsste unser Ankläger die Behauptung konkretisieren.

Spricht er über „Deep State“- das Schattenkabinett?

Das „Imperium“?

Oder spricht er über die 50 souveränen Staaten … und die Alte Republik?

Oder die Sprache? Die Kultur? Reality-TV … die Kardashians … NASCAR-Rennen … oder den alten, mächtigen Mississippi ‚?

Niemand kann gegen Amerika sein; Amerika bedeutet vieles für viele Menschen.

Aber wenn er damit die Behörden meint, die die Hälfte unserer Wirtschaftsleistung besteuern … uns in Knoten mit Obama-Care, National Labor Relations Board-Regeln und alle anderen benebelten Programmen binden … und auf der ganzen Welt stampfend versuchen, ihr Billionen-Dollar-Verteidigungsbudget zu rechtfertigen..

… wenn er damit Hillary, Bernie, The Donald, die Bush-Familie,… und alle 535 Mitglieder des US-Kongresses … und die 2.783.000 Zombies auf der US-Gehaltsliste meint …

.. wenn er damit die Mittäter meint, die falschen Kredit in die Wirtschaft pumpen … echte Ersparnisse damit ersticken … die Schaffung von realem Wohlstand sabotieren … und Billionen von Dollar von den Menschen, die das erwirtschaftet haben, an die cronies umverteilen, die vom „establishment“ begünstigt werden…

Wenn er über DAS Amerika redet, hat er Recht.

Wir sind da klar dagegen und schuldig im Sinne der Anklage.

Und wir sind nicht allein. Offenbar ist etwa die Hälfte des Landes „antiamerikanisch.“

Unser Freund und Black Swan Autor Nassim Nicholas Taleb erklärt das Donald Phänomen:

„Das „Establishment“, bestehend aus Journalisten, Talkshowmastern mit gut formulierten Verben, Bürokraten-Cronies, Lobbyisten in der Ausbildung, New Yorker-Lesern, Semi-Intellektuellen, imagebewussten leeren Anzügen, und andere „gut denkende „Mitglieder der Sprach-Elite kapieren überhaupt nicht, was gerade geschieht und sind in ihrer Argumentation absolut steril. Die Menschen stimmen nicht für Trump (oder Sanders).

Die Menschen stimmen dafür, das „Establishment“ zu zerstören.“

Das Scheitern der Negativ-Zinspolitik

Auf den ersten Blick sehen die Dinge an den Finanzmärkten nicht schlecht aus. Rohöl ist wieder über $ 40 pro Barrel. Und US-Aktien sind mit Blick auf das laufende Jahr wieder im Plus.

Aber China sitzt auf einem Schuldenberg, der in einem Knall enden muss. Und die US-Unternehmensgewinne fallen, so dass nur neue Schulden und Aktienrückkäufe die Preise hoch halten lassen.

Frackers sind operativ immer noch nicht profitabel. Auto- und Studentenchulden fallen aus. Der Welthandel – diversen Fracht-Indizes zufolge – ist immer noch im Sinkflug.

Und Japan – der Schrittmacher im Wettlauf nach unten – beweist, dass negative Zinsen genau den konträren Effekt dessen haben, was die Wichtigtuer damit vorhatten.

NIRP (negative Zinspolitik) soll zu wachsenden Krediten und Ausgaben führen.

In Japan ist nichts davon eingetreten – der Yen ist stark, die Wirtschaft schwächelt.

NIRP war immer eine Art Experimentier-Politik.

Die Zentralbanken in Schweden, Dänemark, der Schweiz, der Eurozone und Japan haben alle ihre Zielkreditzinsen in den negativen Bereich gedrückt. Alles, was wir bisher daraus gelernt haben, ist, dass der Verkauf von Tresoren angekurbelt wird …die Leute heben ihr Geld ab und verwahren es zu Hause.

Negative Zinsen laufen darauf hinaus, eine Steuer auf Ersparnisse zu werden. Sie zahlen für das Sparen anstatt für das Sparen bezahlt zu werden.

Wir wissen (noch) nicht, ob die Menschen, die Bargeld horten, dies wegen der Aussicht auf negative Zinsen für ihre Bankeinlagen tun oder ob sie eine schreckliche Krise erwarten.
Quelle: Kapitalschutz Akte
Sind wir anti-amerikanisch? (von Bill Bonner)
Weitere Informationen: Investor Verlag

 

2 Kommentare auf "Sind wir antiamerikanisch?"

  1. cubus53 sagt:

    Die USA wurden im Jahr 1776 gegründet, also vor 240 Jahren. Davon befanden sich die USA 222 Jahre im Krieg.

    Die Wirtschaft der USA ist darauf aufgebaut, diese Kriegsmaschine am Laufen zu halten. Die Kosten dieser Maschine werden durch die Ausbeutung von eroberten Ressourcen und geopolitischen Vorteilen ausgeglichen. Das gilt auch für die Invasion Deutschlands am Ende des zweiten Weltkriegs.

    Die Anzahl der Militärbasen der USA in fremden Ländern wird auf ca. 1000 geschätzt. Die Militärbasen fremder Länder in den USA ist Null.

    Die USA ist gerade dabei, den nächsten Krieg vorzubereiten, der wahrscheinlich auf dem Boden Europas ausgetragen wird. Auch atomare Schläge werden dazu „durchgespielt“. Die nötigen Atomwaffen befinden sich bereits auf deutschem Boden, übrigens mit der Zustimmung unserer Regierung, die dem Wohl des Deutschen Volkes dient.

    Ob ich also „antiamerikanisch“ bin, soll der Leser entscheiden.

    • bluestar sagt:

      @cubus33
      Natürlich wurden all diese Kriege für Menschenrechte, Demokratie, Freiheit, Frieden und Fortschritt geführt. Und die 2014 eingesetzten Rüstungsausgaben von 610 MRD USD ( mehr als China, Russland, Frankreich, GB, Indien, Deutschland und Saudi-Arabien zusammen !!!) dienen offiziell auch nur den sogenannten, ununterbrochen heruntergebeteten) westlichen Werten, von denen das Imperium in der Realität so weit entfernt ist wie das nächste Schwarze Loch im Universum.
      Da die Schlafschafe sich aufgrund mangelnder Kenntnisse harter Fakten durch geschickte Manipulation der Monopolmedien wie Pawlowsche Hunde konditionieren lassen, jeden Müll nachplappern und als eigene Meinung verkaufen, müssen wir uns wohl auch in Zukunft solche vom Imperium und deren Vasallen geschaffene Kampfbegriffe wie „antiamerikanisch“ leider anhören.
      Selbst ein amerikanischem Patrioten wie Bill Bonner bleibt davon nicht verschont.
      Obwohl man diese Bezeichnung unter diesen Umständen fast schon als persönliche Auszeichnung bewerten kann.

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