Silber vor dem Durchbruch?

16. April 2016 | Kategorie: RottMeyer

von Andreas Hoose

Wer etwas genauer hinsieht, geduldig abwarten kann und sich vom allgemeinen Geschwafel nicht beirren lässt, der findet an der Börse immer wieder herausragende Gelegenheiten. Silber ist so ein Fall…

An den Börsen gibt es immer wieder Chancen, die aus einem sehr kleinen Geldbetrag in einer überschaubaren Zeit ein stattliches Ruhepolster fürs Alter machen können. Oder aus einem kleinen Vermögen ein sehr großes. Meist war man dann natürlich nicht investiert und kann lediglich hinterher wehmütig ausrechnen, „was gewesen wäre wenn“.

Es liegt in der Natur der Sache, dass sich für solche Gelegenheiten kaum jemand interessiert, wenn es am interessantesten ist. Silber ist derzeit so ein Fall. Nach fast fünf Jahren Baisse können sich die meisten Anleger stark steigende Silbernotierungen nicht mehr vorstellen. Wer braucht schon „dieses Zeug“, wo doch selbst Investorenlegende Warren Buffett nach eigenem Bekunden einen großen Bogen um die Edelmetalle macht?

Der wichtigste Kritikpunkt, den sich auch Warren Buffett zueigen macht, lautet sinngemäß, dass Gold und Silber ja nichts produzieren, daher brauche man es nicht. Das Argument ist im gegenwärtigen Umfeld allerdings ausgesprochen irreführend, um nicht zu sagen kurzsichtig, denn die Edelmetalle müssen gar nichts herstellen. Sie konkurrieren ja auch nicht mit güterproduzierenden Unternehmen, sondern mit jenen bunt bedruckten Geldscheinen, die bekanntlich ebenfalls nichts produzieren.

Dass dieses jahrhundertealte Konkurrenzverhalten zwischen echten Werten und bedruckten Baumwollpapier vollkommen aus dem Blickfeld der Anleger geraten ist, ist natürlich kein Zufall. Ganze Industriezweige leben unter anderem davon, Gold und Silber als „barbarische Relikte“ einer längst vergangenen Periode zu diskreditieren.

Dass diese Zeiten keineswegs vergangen sind, wird nahezu täglich immer deutlicher: Je offensichtlicher die Anstrengungen der Notenbanken werden, durch immer aberwitzigere Geldsummen Inflation, also Geldentwertung zu erzeugen, desto größer wird die Bereitschaft der Menschen, das Verhalten der Zentralbankbürokraten, wie auch die zentralen Mechanismen unseres Geldsystems kritisch zu hinterfragen.

Manchem dämmert dabei ganz allmählich, dass es ein reichlich aussichtsloses Unterfangen ist, Probleme mit immer mehr Papiergeld lösen zu wollen, die durch zu viel Papiergeld erst entstanden sind. Das Erstaunlichste dabei ist wohl die Tatsache, dass man auf diesen Aspekt immer noch hinweisen muss. Aber auch das dürfte sich in den kommenden Jahren ändern.

Denn im Zuge eines allgemeinen Erkenntnisgewinns kommt das Vertrauen, die wichtigste Währung in einem ungedeckten Schuldgeldsystem, langsam aber unaufhaltsam unter die Räder. Und um nichts anderes geht es letztlich.

Doch wenn das Vertrauen in ungedeckte Währungen sinkt, dann rücken ganz automatisch echte Werte in den Fokus. Das können Aktien sein, Grundstücke und Immobilien – oder eben Edelmetalle. Wie explosiv die Lage beim Silber, dem ältesten Wertspeicher und Währungsmetall der Weltwährungsgeschichte mittlerweile geworden ist, das verdeutlichen die folgenden langfristigen Kursverläufe.

Zunächst die Quartalsbetrachtung seit 1982. Hier wird deutlich, dass der langfristige Bullenmarkt beim Silber vollkommen intakt ist. Achten Sie auf die ansteigende blaue Linie. Besondere Bedeutung kommt jetzt der Zone bei 15 US-Dollar zu. Also exakt jenem Bereich, in dem sich der Silberpreis gerade befindet. Die jetzt anvisierte Unterstützung reicht zurück bis in das Jahr 1983. Die waagrechte grüne gestrichelte Linie macht das deutlich.

Silber seit 1982

Ähnlich markant ist die Monatsbetrachtung seit 1987. Hier fällt eine bullische Keilformation auf, die der Silberpreis gerade nach oben zu verlassen scheint. Achten Sie auf die rote und die grüne gestrichelte Linie in der folgenden Abbildung. Auch hier kommt der Marke bei rund 15 US-Dollar je Feinunze besondere Bedeutung zu.

Silber seit 1987

Vervollständigt wird das hochinteressante Bild durch die „kurzfristige“ Betrachtung der vergangenen drei Jahre auf Wochenbasis. Hier wird deutlich, dass sich der Silberpreis gerade anschickt, eine untere Schulter-Kopf-Schulter-Formation zu vollenden. Achten Sie auf die waagrechte rote Linie in der folgenden Abbildung.

Silber kurz

Um es kurz zusammen zu fassen: Sollte der Silberpreis am Monatsende oberhalb von 16 US-Dollar notieren, dürften die Kurse langfristig deutlich anziehen. Der nahende Sommer könnte dann für längere Zeit die letzte Gelegenheit sein, Silbermünzen und -Barren zu historisch niedrigen Kursen einzusammeln. Sofern man überhaupt noch etwas bekommt, denn bei einigen Händlern lassen sich schon heute handfeste Lieferengpässe beobachten. Berücksichtigen Sie das bei Ihren Dispositionen in den kommenden Monaten.

Noch sehr viel ertragreicher und dynamischer als Investments in physische Edelmetalle, allerdings auch sehr viel riskanter, sind die Aktien der Silberproduzenten.

Andreas Hoose – Antizyklischer Börsenbrief

 

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