Silber versilben..?

18. Januar 2011 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

Investoren hatten mit Silber in den letzten Jahren viel Spaß. So ist es nicht verwunderlich, dass einige Leute über einen Ausstieg bzw. über einen Verkauf ihrer Münzen nachdenken. Silber verkaufen heißt: Tauschen in… Aber in was? Einige Gedanken dazu nach vielen Anfragen von Bloglesern…

Die einen sagen, man sollte sein Geld in Sicherheit bringen. Einige Leute in Banken tun das sogar auch, hört man und sagen sie. Bis zum großen Knall dauert es noch circa eine knappe Stunde oder auch 25 Jahre. Andere sagen, man sollte Gewinne mitnehmen. Und manch anderer stellt fest, dass seine Metallbestände nach dem Anstieg der letzten Jahre nun einen Großteil seiner Reserven ausmachen, vor allem bei früher oft belächelten Silberkäufern.

Münzen oder Barren zu verkaufen ist nichts anderes als ein Tausch. Man gibt etwas und bekommt etwas dafür – auf einem Marktplatz, wo Waren gehandelt werden. Doch in was tauscht man sein Silber wenn man verkauft? Das ist eine eher knifflige Sache. Klug wäre es doch, etwas Teures in etwas Billigeres zu tauschen, also beispielsweise eine Silbermünze gegen ein Auto, um ein etwas extremes Beispiel zu bemühen.

Man bekommt beim Verkauf seiner Münzen erst einmal in Papiergeld, bevor man sich Gedanken über dessen weitere Verwendung macht. Einen Silberbarren für jetzt 900 Euro zu verkaufen, und das Geld dann auf den Kopf zu hauen, mag eine befriedigende Komponente haben, bestimmt angenehmer als anders herum . Man tauscht etwas, was für einen teuer geworden ist in eine unterbewertete Komponente – beispielsweise in Spaß oder auch Erholung. Wer vor einigen Jahren Silber aus Sicherheitsgedanken heraus gekauft hat, um sein Geld in einer anderen Form zu speichern als auf dem Bankkonto, sollte sich fragen, welchen Vorteil ein Wechsel in Bargeld, Immobilien, Aktien oder Anleihen hat. Ist es rentierlicher? Tja, diese Frage muss jeder für sich je nach Mentalität oder Klugheit beantworten.

…in Papier

Unsere modernen Geldscheine oder die elektronischen Verrechnungseinheiten auf den Konten sind nicht mehr so sicher wie früher – jedenfalls liest man das. Es ist schon seltsam, dass Menschen bedrucktem Papier einen Wert beimessen, obwohl man früher oder später immer feststellen musste, dass mit Wert „Heizwert“ gemeint war. Wahrscheinlich hat man, um den Bäumen einen Gefallen zu tun, sich elektronische Einheiten von Geld ausgedacht. Heutiges Geld taugt als Wertaufbewahrungsmittel weniger als früher. Geld ist keine Ware mehr, sondern Kredit und ein Versprechen auf Rückzahlung – letztlich eine Angelegenheit des Vertrauens. Ist Bares Wahres?

Edelmetalle zu halten, bedeutet, auf Zinsen oder Dividenden zu verzichten. Es hat seine Gründe, denn es besteht kein Ausfallrisiko, weil hinter den Metallen kein Schuldner sitzt – im Gegensatz zu Schuldenpapieren. Die einzige Gefahr besteht, seine Münzen und Barren an einen Dieb zu verlieren – wer immer damit auch bezeichnet werden kann. 

Getauscht wird normalerweise auf einem Marktplatz. Derer gibt es viele. Die meisten kommen auf die Idee, ihre Münzen zum Metallhändler zu bringen – oder zu einer Bank. Dort erlebt man dann eine Überraschung. Kauft man heute eine Münze zu 26 Euro, nehmen einem die Händler den Silberling für rund 23 Euro wieder zurück. Ein gutes Geschäft? Man müsste nur jemanden finden, der einem 26 Euro bietet. Wo sind diese Leute? Schauen wir uns um…

Vielleicht im Bekanntenkreis? Interessenten findet man auch auf Trödelmärkten und Münzmessen, wo man vor Ort auf Augenhöhe im Preis einig wird. Nicht zu vergessen wären auch die virtuellen Marktplätze wie ebay, hood oder www.muenzauktion.com. Dort liegen die Handelspreise in etwa auf einem marktüblichen Niveau. Bei den Versteigerungsportalen muss man die Gebühren beachten, die nach einer Transaktion berechnet werden und bis zu acht Prozent betragen können. In verschiedenen Internetforen haben sich inzwischen auch Tauschthreads gebildet, wie im Goldseitenforum (www.goldseitenforum.de ) Bei größeren Mengen Gold oder Silber ist der Weg über ein Inserat in einer Tageszeitung auch eine Variante, sein Gelb – und Weißblech in Papier zu tauschen.

Die meisten Halter von echtem Metall werden die Erfahrung gemacht haben, dass sich der Handel von Münzen und Barren ähnlich dem Aktienhandel weniger lohnt. Einerseits liegen An – und Verkaufspreise zu weit auseinander. Zum anderen ist die Schlepperei recht umständlich. Wer nur die Preise handeln will, ist bei Papierprodukten besser aufgehoben. Zudem kann man in jedem Bullenmarkt eine interessante Beobachtung machen: Sobald man aus dem Markt ausgestiegen ist und auf tiefere Einstiegskurse hofft, sind die Preise nach oben weg gerannt. Hmm… Andre Kostolany würde sagen, dass man an der Börse Gewinne mit dem Hintern macht. Ein Freund und erfahrener Investor würde noch anmerken, dass man seine Position nie verlieren sollte. Vielleicht ist das das Geheimnis der Börse.

…in Minenpapiere?

Das mit den Aktien ist so eine Sache. Man muss die richtigen finden, was schwierig ist. Es gibt viel Müll auf dem Markt, gerade im Minenbereich – ein Tummelplatz auch für Schrott, Versprechen, Pusherei und netten Worten. Mark Twain sagte, eine Goldmine ist ein Loch im Boden, wo oben drauf ein Lügner sitzt. Das trifft nicht auf die großen Unternehmen zu. Oft sind sie teuer, weil Anleger um deren Qualität wissen. Kleinere Unternehmen sollte man sich erst genauer anschauen nicht sein ganzes Geld auf eine Karte setzen. Gerade im Explorerbereich ist ein Vergleich mit einem Casino gestattet.

Wie man Indizes auch gehebelt handeln kann, so wohnt den Aktien von Bergbauunternehmen auch ein Hebel im Vergleich zum physischen Metall inne. Auch hier ist es eine Sache der Mentalität, ob man langweiliges, dafür aber echtes Silber besitzen will oder Aktien, die oft flattern wie Fahnen im Wind.

…in Gold?

Silber ist eine gewichtige Angelegenheit. Wer mit seinem Schatz umziehen oder verreisen will, wird feststellen, dass man schnell schwitzt. Ein Kilogramm Gold entspricht preislich in diesen Tagen 47 Kilogramm Silber. Gold spielt seine hohe Wertdichte gekonnt aus. Sein Gegenspieler, das Silber, dafür seine technischen Eigenschaften, die sich selbst unter Experten noch nicht herumgesprochen haben. Das ist vielleicht die gute Nachricht, denn wenn die Experten von Silber schwärmen würden, sollte man auf der Hut sein. Dem ist aber (noch) nicht so. Kennen Sie jemanden, der echtes Silber in Barren oder Münzen besitzt?

Fazit:

Das mit dem Tauschen ist keine so einfache Sache, vor allem nicht für Hirne. Der jahrzehntelange Umgang mit „modernem“ Geld ohne Gegenwert hat die Binsenweisheiten zum Tauschen in den Hintergrund gedrückt. Vielleicht ist es doch ab und zu einen Gedanken wert, beim Kaufen und Verkaufen darüber nachzudenken, was man gegeneinander austauscht.

 

 

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10 Kommentare auf "Silber versilben..?"

  1. EuroTanic sagt:

    Silber ist nur zu Eines gut. Es ist gut für die Gesundheit. Mit Silber kann man gut und verträglich Wasser desinfizieren und Silber selbst ist ein verträgliches und hiflreiches Medikament. Das ist schon lange bekannt. Vielleicht kann ich meine Frau noch damit schmücken, aber die braucht sowas nicht 😀

  2. Frank Meyer sagt:

    @EuroTanic
    Kann ich bestätigen. Ich nutze kolloidales Silber auch und habe beste Erfahrungen damit gemacht.

  3. […] This post was mentioned on Twitter by Net-News-Express. Net-News-Express said: Silber versilbern: Investoren hatten mit Silber in den letzten Jahren viel Spaß. So ist es nicht verwunderlich, … http://bit.ly/gH8XEV […]

  4. Reiner Vogels sagt:

    Die geringe Handlichkeit von Edelmetallen ist ein entscheidender Nachteil. Sie ist im übrigen einer der Gründe dafür, dass die Spanne zwischen Ankauf und Verkauf relativ hoch ist. Schließlich erfordert der Handel mit Edelmetallen eine aufwendige und daher teure Logistik.

    Es stimmt zwar, dass es ein großes Problem ist, wie man in einer Zeit des fortgesetzen In-den-Verkehr-Bringens von Falschgeld (man nennt es offiziell z.B. Q.E oder spricht vom Ankauf von Staatsanleihen) durch die Notenbanken seine Ersparnisse sichern soll, aber Edelmetalle sind m.E. für Otto Normalverbraucher zu unhandlich. Da sind m.E. echt werthaltige Aktien von Unternehmen, die einen großen Teil ihrer Erlöse außerhalb der Eurozone erwirtschaften, die bessere Alternative. Allerdings sollten es Unternehmen sein, die Dinge produzieren, die man wirklich braucht und die man auch nach einem neuerlichen weltwirtschaftlichen Einbruch wieder brauchen wird. Banken mit Schrottpapieren bzw. Anleihen von PIIGS-Staaten in den Depots gehören m.E. nicht dazu.

    • Frank Meyer sagt:

      Die geringe Handlichkeit von Edelmetallen ist ein entscheidender Nachteil. Sie ist im übrigen einer der Gründe dafür, dass die Spanne zwischen Ankauf und Verkauf relativ hoch ist. Schließlich erfordert der Handel mit Edelmetallen eine aufwendige und daher teure Logistik.

      Stimmt! So ein Krügerrand, 31 Gramm für 1.050 Euro ist echt unhandlich. Und gar ein ganzer Barren. Nein….
      Die Spanne beim An – und Verkauf von Fonds liegt in etwa bei 5%.
      Richtige gute Aktien gibt es auch. Nur: Kann ich mir sicher sein, dass meine Aktie nicht noch acht anderen Leuten gehört, wenn ich sie im Depot habe und der Broker sie paarmal verliehen hat?

  5. holger sagt:

    @ Frank

    nur nich überdosieren, sonst kommt ein grauer Schleier 😀 Ja ich weiss ja mit der Werbung. Aber es gibt auch sonst noch gute Anwendungsmöglichkeiten für die Zukunft. Die Wasseraufbereitung. Und wenn die Schwellenländer oder die Dritten wüssten, was ihnen anscheinend nicht bekannt ist, hätten die keine Trinkwasserprobleme.

    Das Zeug ist wirklich gut, und wird auch in Zahnarztstühlen zur Mundspülung eingesetzt. Was aber eben nicht bekannt ist, und ich habe das Datenblatt und das Zeugs daheim, ist, dass der Wirkstoff eben Silber ist. In Verbindung mit Wasserstoffperoxid. Und das alles für kleines Geld.

  • fuchsie sagt:

    ……Sie ist im übrigen einer der Gründe dafür, dass die Spanne zwischen Ankauf und Verkauf relativ hoch ist……….
    ……Da sind m.E. echt werthaltige Aktien von Unternehmen……..

    Wie hoch ist denn der „Spread“ bei Aktien? Mindestens 25% vom Gewinn!
    Gewinne aus dem Verkauf physischer Edelmetalle sind nach einem Jahr steuerfrei!

  • holger sagt:

    Super, was man in den Wirtschaftsfacts so lesen kann. 😀

    Daher würden Investitionen in Kupfer an manchen Orten der Welt bereits als ähnlich wertvoll erachtet wie solche an den Märkten für Edelmetalle.

    und

    Auch die International Copper Study Group gab laut Bloomberg bekannt, dass sie in 2011 mit einem Angebotsdefizit in Höhe von 435.000 metrischen Tonnen rechne.

    Quelle: http://www.wirtschaftsfacts.de/?p=11044#more-11044

    Im Gegensatz zum Ag ist Kupfer sehr berechenbar im Verbrauch oder der Nutzung dessen. Wenn die Urbanisierung in den Schwellen- oder sogar Dritt-Ländern weiter fort schreitet, wird auch die Gegend elektrifiziert. Allein das ergeizige Projekt, in der Wüste Strom aus der Sonne zu machen, und den via Gleichstromkabel nach Europa zu schicken, verschlingt eine Menge an Tonnen. Ohne Strom kein „Wachstum“. Ohne Kupfer (momentan noch), kein Strom. Dazu kommen noch weitere Projekte, die in Zukunft die Elektromobilität ermöglichen werden. Und wenn man sich überlegt, dass die Welt nicht untergehen wird und das die heutige Zeit vom Strom abhängig ist und auch bleiben wird, kann sich selbst ausmalen, was Kupfer für einen wichtigen Stellenwert hat.

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