Silber: Rückblick nach vorn

30. Juni 2011 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer, Slideshow

von Michael, dem „Düsseldorfer“

Welcher Silberbug erinnert sich nicht an Ostern 2008. Damals stieg das weiße Metall erstmals seit Jahrzehnten wieder über 20 US-Dollar. Damit wuchs die Hoffnung auf den großen Ausbruch. Pustekuchen. Gibt es im Jahr 2011 Ähnlichkeiten? Bis Ostern 2011 kletterte Silber bis an die Marke von 50 US-Dollar heran und brach dann gewaltig ein. Wie groß sind die Gefahren, dass sich die Geschichte von 2008 auch in diesem Jahr wiederholt? Die Angst sitzt tief…

Am 11. Mai 2011 schrieb ich unter dem Titel Silber: Korrektur der Korrektur – Oder mehr? an gleicher Stelle:

„Ich habe nachfolgend mal einen „möglichen“ Verlauf der nächsten Monate abgebildet. Es geht hierbei nicht um die damaligen, fundamentalen Rahmenbedingungen, sondern ausschließlich um „rein charttechnisch“ mögliche Verlaufsmuster der Vergangenheit.“

Zuerst betrachteten wir den Kursverlauf des Silberpreises auf US-Dollarbasis über die Sommermonate des Jahres 2007. Gezeigt wird ein Wochenchart, wobei jede Kerze (rot oder grün) jeweils eine Handelswoche widerspiegelt…

 


Man sieht, hier, dass nach dem Frühjahrshoch im Jahr 2007 mit der langen, roten Kerze eine tiefe Korrektur eingeleitet wurde. Der Silbermarkt konnte in den darauf folgenden Monaten kein neues Hoch verzeichnen und tendierte über die Sommermonate seitlich mit leicht fallender Tendenz. Der Markt verzeichnete Anfang August ein neues Tief aus dieser Bewegung und leitete dann ab Mitte August einen erneuten, kräftigen Anstieg zum Jahresende ein. Ein „typischer“ saisonaler Verlauf.

2008

Als nächstes Bild betrachteten wir den Verlauf des Silbermarktes über die Sommermonate des Jahres 2008


Auffällig war wiederum das Frühjahrshoch, dem sich erneut eine lange, rote Wochenkerze anschloss. Der Silbermarkt „toppte“ damals im März 2008 nach einer fulminanten Rallye, die den Silberpreis auf $ 21.35 katapultierte.

Ähnlich wie im Jahr 2007 konsolidierte der Markt 2008 danach den jähen Absturz über die Sommermonate in einer Seitwärtsphase ohne neues Hoch aus, wobei sich die Monate Juni bis Anfang Juli positiv für Silber entwickelten. Anfang August jedoch durchbrach der Silberkurs in Folge der sich anbahnenden Weltwirtschaftskrise und der Pleite von Bear Stearns und den Gebrüdern Lehman aus der sommerlichen Seitwärtsphase dynamisch nach unten. Entgegen der Saisonalität erreichte der Absturz 2008 jedoch nicht sein Ende, sondern nahm erst seinen Anfang, wie wir aus dem nächsten Chart ersehen können…


 

Während der zuvor gezeigte Wochenchart mit den beiden tiefroten Kerzen im August des Jahres 2008 endet, sehen wir hier, dass es nach einer zweiwöchigen, kurzen Korrektur weiter bergab ging. Erst im November bei $ 8,50 konnte sich der Markt wieder fangen.

Ja, es ist gerade einmal drei Jahre her, dass man eine Feinunze Silber für weniger als 10 USD kaufen konnte. Seitdem kletterte der Markt bis zum Ende April 2011 auf $49.81. Anlegern, denen es derzeit nicht zu schnell wieder bergauf geht, sollten sich deshalb kurz daran erinnern, dass der Silbermarkt heute am 30.06.2011 immer noch 100% höher steht, als vor einem Jahr. Märkte atmen – ein – und aus… (Seite 2)

 

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11 Kommentare auf "Silber: Rückblick nach vorn"

  1. curofu sagt:

    Vielen Dank für die interessante Darstellung Michael.
    Ich bin allerdings der Meinung,dass wir im nächsten Monat die 20$ testen könnten.
    Es sieht für mich nach einem Wimpel oder einer Flagge aus,die mit Fahnenstange dann abwärts bei 20$ ihren Boden finden sollte.
    Dort verläuft im übrigen im Wochenchart auch die 200 Tagelinie.
    Sollten die allgemeinen Währungsturbulenzen noch heftiger gespielt werden,dann sollte Silber über 40$ ausbrechen und den Wimpel auflösen.
    Letzteres wär mir angenehmer.
    LG curofu

  2. Fnord23 sagt:

    Seit 2008 bin ich all mein Papier los und hab auf EM umgesattelt.
    Was soll ich sagen:
    Seit dieser Zeit schlaf ich ruhiger, wenn ich an mein Erspartes denke.
    Auch weil es eine bewußte Entscheidung war.

    Ob der Kurs nun im Süden oder Norden steht, ist für mich erst mal nicht so wichtig.

    Da liegt es nun und frisst kein Brot. Abgerechnet wird zum Schluß.

    VG aus Sachsen

    • Frank Meyer sagt:

      Hallo Fnord 🙂 Das ist mein Spruch: „Abgerechnet wird zum Schluss! 🙂
      Vielleicht weil wir Sachsen sind. Obwohl.. im Krieg standen die Sachsen immer auf der falschen Seite.

      Wer den Fnord nicht sieht, kann ihn nicht fressen?

  3. Frank2 sagt:

    Auf KWN wurde vor kurzem mein Lieblingscharty Robin Griffith interviewt, der den Silbertiefspreis in diesen Tagen erwartet und im Gegensatz zu Gold keine weiteren Abschwünge kommen sieht. Ich sage nicht, daß er recht haben muß (das hat er nicht immer), aber vorenthalten mochte ich diese Info nicht.
    Ich würde Michael zustimmen, denn diese Eurostärke zum USD im Gleichklang mit Silber im Angebot im USD scheint mir schon etwas überzogen. Aber was weiß ich denn?

  4. rolandus sagt:

    Vielen Dank an den D ‚dorfer

    rolandus

  5. rolandus sagt:

    Noch eine Frage: Was könnte passieren wenn dieses OTC Verbot am 15 Juli bei den „amerikanischen Freunden“ beginnt???

    Schön Gruß nach D ‚dorf
    rolandus

  6. EXE sagt:

    @rolandus

    dann bricht der Markt komplett ein 10$ schätze ich mal.

    ne quatsch was soll dann sein?
    Die Banken wissen das bestimmt nicht seit dem der Bericht veröffentlicht wurde.

  7. samy sagt:

    Ein wenig off-topic, aber sieht halt schön aus. Ein 10 Kilo-Coin der Perth-Mint.
    http://www.youtube.com/watch?v=sM4lyJdCO_E&feature=player_embedded

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