Silber: Feiern ja! Aber bitte mit Hirn!

15. April 2011 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer, Slideshow

Kommentar vom „Düsseldorfer“

Während ich die Zeilen heute Vormittag schreibe, notiert Silber bei 42,30 US-Dollar bzw. bei uns in Europa bei 29,20 Euro. Ich kann bei diesen Preisen förmlich die Korken der Champagnerflaschen in diversen Silber-Boards im Internet knallen hören. Es wird gefeiert. Und das ist auch verständlich. Aber…

Die Wegstrecke zum nominalen Allzeit-Silberhoch aus dem Jahres 1980 wird immer kürzer, das Ziel rückt näher und ist bereits in Sichtweite.

Haben Sie schon einmal mit einem Marathonläufer gesprochen? Sie sagen, der schwerste Teil der Strecke beginnt ab dem 32. Kilometer. Dann werden die Beine müde, Muskeln und Füße schmerzen, der Kopf ist leer und das Gehirn befiehlt: Durchhalten! Komisch, so „kurz“ vor dem Ziel?

Es kommt häufiger vor dass einige Läufer auf den allerletzten Kilometern von anderen, bis dato hinter ihnen liegenden Läufern, ein- und dann auf dem Weg zum Ziel überholt werden. Vielleicht eine Sache der besseren Streckeneinteilung?

Was hat das mit Silber zu tun? Nichts und alles. Silber ist, um im o.g. Beispiel zu bleiben, der Sprinter und Gold eher der mit Köpfchen ausgestattete Dauerläufer. Ein Marathonläufer weiß, dass er nur gewinnen kann, wenn er beides trainiert hat: Sprint und Dauerlauf! Er weiß, wann es an der Zeit ist mitzusprinten,  oder sich besser nicht von der Masse anstecken zu lassen und ganz stur sein eigenes Tempo zu laufen.

Wie ich in den Metallwochen auf diesem Blog schon mehrfach zum Ausdruck gebracht habe, bin ich ein großer Freund des weißen Metalls. Und bleibe unverändert bei meiner Überzeugung, dass das Beste für Silber erst noch kommt. Langfristig rechne ich mit einem noch wesentlich tieferen Gold-Silber-Verhältnis. Aber nicht jetzt.

Man braucht mir nicht die gewaltigen Vorteile von Silber vorbeten. Angefangen vom wirklich physisch zur Verfügung stehenden Silbers, über die wachsenden industriellen Anwendungen in denen Silber vorkommt, den unwiederbringbaren Verbrauch und das damit einhergehende Verschwinden von Silber in Meeren und Müllkippen, bis hin zu bestehenden, großen Silbershortpositionen der Banken und sehr wahrscheinlichen Preismanipulationen des Silbermarktes durch die selben Adressen. Das weiß ich… —–>

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