Silber: Die zickige Diva

25. März 2011 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer, Slideshow

Silber macht, was es will, wenn man es lässt. Und wenn nicht, ist es noch ungemütlicher. Die letzten Tage waren in der Hinsicht beeindruckend. Erinnern Sie sich? Nach allen Künsten der technischen Analyse sollte Silber im Preis fallen und nicht steigen. Und dann stieg es, statt zu fallen. Seinem großen Bruder Gold stiehlt es seit Wochen schon die Show – divenhaft…

Mit Silber kann man viel Geld verdienen und noch mehr verlieren. Nachdem es gestern über 38 US-Dollar geschaut hat, gab es eine Klatsche an der COMEX. Die Hinterlegungen für die Kontrakte (Margins) wurden wieder erhöht. Das hatte zur Folge, dass etliche Leute aus dem Markt gekegelt worden sind.


Wer gestern mit KO-Scheinen unterwegs war, konnte doppelt verlieren. Auf dem Weg nach oben wurden die Puts zerrissen, auf dem Weg nach unten die Calls. Selbst daran schuld, möchte man meinen. Der Silbermarkt ist technisch kaum zu prognostizieren, sagte neulich ein Freund, der die Charttechnik als Begleiter nutzt. Gute Erkenntnis!

Silber macht meist auch etwas anderes, als das, was Wolfgang Wrzesniok-Roßbach von Heraeus vorher sagt. Wenn nicht Heraeus, einen guten Einblick in den Markt hat, wer dann? So lesen wir heute eine weitere Einschätzung…

Wir schließen deshalb für den Fall, dass das Gold weiter zulegen kann, einen Test der Marke von 40 $ nicht aus. Je nachdem, wie stark dann die erwarteten Gewinnmitnahmen ausfallen, ist im zweiten Halbjahr eine annähernde Halbierung des Preises nicht unmöglich. Als möglichen Jahrestiefstkurs – erreichbar voraussichtlich im 4. Quartal – sehen wir aktuell die Marke von 21 $ noch als möglich an.

Unsere Prognosen vom letzten November (32 $/16 $/21 $) müssen wir damit, anders als beim Gold, bei allen drei Kennzahlen deutlich nach oben korrigieren. (Quelle)

Wenn, dann, vielleicht, nicht unmöglich – oder auch doch möglich. Hmmm…

Man fragt sich, was die Kunden sagen, wenn so viele Prognosen nicht eingetroffen sind. Sollte aber Herr Rossbach doch noch zum Silberbullen werden, dann verstecke ich mich unterm Schreibtisch.

Heute Morgen war ich neugierig und habe die ganze Sache mit den Unzen noch einmal überprüft. Die Wage zeigte schon wieder ein Gewicht von 31,1 Gramm für eine Unze an. Das war übrigens in den letzten Wochen auch schon so. Sollte Silber auf 50 USD klettern oder auf 21 USD fallen, lassen Sie mich kurz überlegen, vermute ich, dass sich an dieser Zahl 31,1 nicht viel ändern wird. Mist! (—> Seite 2 <—)

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Ein Kommentar auf "Silber: Die zickige Diva"

  1. Herb sagt:

    Klasse Artikel. Freue mich schon riesig auf die morgige Metallwoche 🙂

    An einem beliebigen Sonntagmorgen im Jahre 2015 am Tresen einer Bäckerei in der Nähe von Köln:
    Kunde: „Ich hätte gerne drei normale Brötchen und ein Croissant.“
    Verkäufer: „Das macht dann bitte ein halbes Gramm Silber“ 😉

    Schöner Zweiteiler zum Thema Inflation:

    Teil 1:
    http://petersdurchblick.blogspot.com/2011/03/inflation-vs-deflation-teil-i.html

    Teil 2:
    http://petersdurchblick.blogspot.com/2011/03/inflation-vs-deflation-teil-ii.html

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