Sie wollen nachts besser schlafen? Hier ist das Rezept…

10. Februar 2015 | Kategorie: RottMeyer

von Bill Bonner

Was steht uns bevor? Höhen? Tiefen? Meiner Einschätzung nach werden wir in den kommenden Monaten mehr Höhen und mehr Tiefen erleben. Der Druck auf beiden Seiten ist steigend. Der Druck nach unten resultiert aus dem Ölpreis-Zusammenbruch, und den 4,6 Billionen Dollar, festgesetzt in Anleihen mit negativen Renditen und der niedrigsten Wachstumsrate des Welthandels seit 35 Jahren.

Auf der Hoch-Seite bietet Fannie Mae sehr günstig Hypotheken und Draghis Bank pumpt mehr Kredite in die Weltwirtschaft, es werden für 60 Mrd. Euro Anleihen gekauft pro Monat. Im Grunde genommen weiß ich nicht genau, was davon auf der Hoch- und was auf der Tiefseite stehen sollte. Die Wirtschaft ist so oft auf den Kopf gestellt worden, dass man mittlerweile nicht mehr weiß wo oben und wo unten ist.

Vor kurzem traf ich einige der Mitglieder unserer Familien-Anlageberatung Bonner&Partners Family Office bei unserer jährlichen Mitgliederversammlung hier in Rancho Santana in Nicaragua. Eine Frage stand im Raum: was soll in diesen Zeiten ein Mehrgenerationenhaushalt mit seinem baren Geld machen?

Cash ist nicht ohne Risiken, wie mir mein alter Freund und strategischer Partner bei natürlichen Ressourcen, Rick Rule, erklärte. „Es gibt hier ein Motel 6 am Rand der Straße, die ich zur Arbeit entlang fahre“, erzählte er unseren Mitgliedern. „Wenn ich in mein Büro fahre, fahre ich am Motel 6 vorbei. Und ich erinnere mich daran, dass das Hotel in meinen 20ern so genannt wurde, weil man dort ein Zimmer bekam, dass nur 6 Dollar gekostet hat.“

„Ich amüsiere mich jeden Tag köstlich, wenn ich am Motel 6 vorbei fahre, denn sie haben variable Preise, abhängig von der aktuellen Belegungsrate. Und ich habe auf dem Aushängeschild schon Zimmer für 59 Dollar, 69 Dollar, 99 oder auch 119 Dollar ausgeschrieben gesehen.“

„Betrachten wir mal den kleinsten Preis, 59 Dollar. Das ist eine Erhöhung um nahezu das Zehnfache innerhalb von 40 Jahren.“ „Es kann nur zwei mögliche Gründe dafür geben. Der erste ist, dass sich ein Zimmer im Motel 6 heute als 10fach nützlicher erweist, also noch vor 40 Jahren.“ „Ich weiß nicht, ob sie in den letzten 30 Jahren neue Bettlaken gekauft haben. Ein Zimmer ist sicherlich jetzt nicht zehnmal größer als zu jener Zeit.“ „Mir würde das suggerieren, dass die Kaufkraft den Nenner, der US-Dollar, im Zusammenhang mit einem Zimmer im Motel 6, um 90 % gefallen ist.“

Zurückhaltende Adverbien

„Wahrscheinlich“ ist ein Wort, dass in der Finanzwelt gar nicht überstrapaziert werden kann. Selbst eine einfache Berechnung, um wie viel die Kurse in den letzten vier Jahrzehnten gestiegen ist, macht solche Worte notwendig. „Möglicherweise“. „Könnte“. „Vielleicht“. „Ungefähr“. „Circa“.

Hier nutze ich diese Worte stets dann, wenn ich Zweifel oder Ungenauigkeit zum Ausdruck bringen möchte. „Wahrscheinlich“, ist da ebenfalls ein guter Weg Ihnen mitzuteilen, dass Sie sich nicht zu sicher sein sollten. Ich bin mir nicht nur unsicher, um wie viel die amerikanischen Verbraucherpreise gestiegen sind in den vergangenen 40 Jahren (ich denke, mit einer Annahme von 10-15fach liegt man da nicht falsch), sondern auch darüber wie viel man verloren hätte, wenn man sein bares Geld festgehalten hätte.

Denn das kommt immer auf das was und wie an. Wenn man sein Geld traditionell behalten hätte, in Gold, wäre man als Sieger aus dem Spiel gegangen. Der Preis für ein Zimmer im Motel 6 ist vielleicht in den vergangen vier Jahrzehnten um das 10fache gestiegen. Doch so ist es ebenfalls mit dem Goldkurs geschehen, mehr oder weniger… (Seite 2)


 

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7 Kommentare auf "Sie wollen nachts besser schlafen? Hier ist das Rezept…"

  1. Sandra sagt:

    Traue keiner Statistik.

    Was Menschen alternativlos aus Furcht vor Angst machen, ist schon bewunderswert. Ein Feuerwerk der Kreativität um alles mögliche und umögliche zu vermeiden. Das jemand durch Nicht-Lösungen gut schlafen kann, wage ich zu bezweifeln. Ohne tägliche Regeneration und Erholungswert, Krankheit. Ein bißchen weg- und schönreden, hilft der Schizophrenie sich im Schutzschirm auszubreiten. Ein bißchen zusätzlicher Stress beschleunigt den Krankheitsverlauf. Wilder Aktionismus ist ein ernstzunehmender Katalysator.

  2. Sandra sagt:

    Wird man es denn jemals verstehen?
    Unsicherheit – Angst – ist die normalste Sache der Welt. Ein Leben ohne Angstwahrnehmungssinn gibt es nicht. Es kommt eben immer darauf an, was man daraus macht.
    Ob Angst aufgrund der Ablehnung jede Hoffnung zerstört und die persönliche Hölle ist, die man erst an Anderen testet, ausprobiert und ausagiert bis das Echo dich bezwingt – oder nicht, entscheidet jeder für sich allein. Ein Gruppenkonsens besteht erst dann, wenn alle mit im Boot.

    Viel Glück!

  3. bluestar sagt:

    Wird die Welt immer verrückter weil Geistesstörungen zunehmen oder eher umgekehrt ?
    Die Erzeugung von Angst in der Gesellschaft ist die Grundlage jeglicher Herrschafts-und Unterdrückungsform.
    Man muss die Leute nur richtig ängstigen, bis Ihnen jegliche präsentierte Lösung recht ist.
    Der Kampf gegen den (selbst verursachten) Terror ist da aber sicherlich rein zufällig…

  4. Sandra sagt:

    Die schleichende Kriegsführung einer Leistungsgesellschaft.

    Ziel: Wenn man sich selbst nicht mehr spürt, dann leistet man letztlich sogar freiwillig in für sich selbst eigentlich schlechten Geschäften, um seiner selbst willen – sich selbst zu spüren.

    Angst vor Macht, vor Verantwortung, vor Enttäuschung, vor dem Urteil … ist erzogen, trainiert und durch das Verhalten der Masse bestätigt. Es lohnt sich nicht. Was sich nicht lohnt, macht man nicht.

    Folge ist jedoch, das man in der Masse aufgeht und verschwindet, orientierungslos ist – nicht weiß wer oder was man ist. Die Wahrnehmungsfähigkeit der eigenen Identität wird dann durch Stress erhalten, Dauerstress führt jedoch zu geringer Regeneration, Angstblockaden werden u.a. durch Konsens (notwendige Anpassung) erhalten. Wahrnehmungsfähigkeit und Widerstandsfähigkeit sinken. Ab einem gewissen Punkt gibt es kaum einen Weg zurück, da kein Mut und keine Kraft.

  5. Sandra sagt:

    U.a. Durch Globalisierung befinden wir uns in einer umfassenden Identitätskrise. Die einfachste Lösung ist sein oder nicht sein.

  6. bluestar sagt:

    @Sandra
    „Die schleichende Kriegsführung einer Leistungsgesellschaft“
    Die Kriegsführung einer herrschenden Minderheit würde ich sagen.
    Angst vor Freiheit, Verantwortung, Eigenständigkeit, sozialem Abstieg, der Meinung anderer,
    Isolation, Ausgrenzung, Stigmatisierung , Veränderungen, Neuem – all das produziert zwar kranke Hirne, aber die sind wichtig für systemangepasste, obrigkeitshörige Untertanen.

  7. jules sagt:

    jede angst die nicht der momentanen situation im JETZT entspringt (bär aug in aug im wald) ist reine geisteskrankheit!!!!
    also nur so circa 99%…….

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