Sicherheitsstrategie kontra Schuldenkarawane

22. Juli 2011 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

Beim Verfolgen der Charts immer daran denken, dass ein hoher Kurs- bzw. Preisanstieg, wie der von Gold, Silber und Edelmetallaktien, nicht per se das Ende eines Trends bedeutet.Das gilt analog auch für einen starken Kursrückgang, etwa in den Fällen der Aktien von Commerzbank, Eon, RWE, Air Berlin, IVG u.a., wobei in diesen Fällen das ständige Beobachten und spätere Ausloten von Kaufkursen am Ende eine lukrative Beschäftigung sein kann. Mit offenen Augen und Ohren ins Ausland reisen, um die Welt aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Möglichst viel mit Praktikern aus der Wirtschaft kommunizieren, speziell aus Unternehmen. Denn so lassen sich Informationen aus dem Verfolgen von Charts ideal um sog. fundamentale Daten ergänzen. An Anlagemessen und -kongressen teilnehmen, wie zum Beispiel an der Internationalen Edelmetall- und Rohstoffmesse von goldseiten.de.

Niemand nimmt Ihnen das alles ab. Das heißt, Sie sind zum Beobachten, Denken, Reisen, Kommunizieren und Handeln gezwungen, falls Sie erfolgreich mit Geld umgehen wollen. Ein solches Verhalten sollte die Grundlage für Ihre Sicherheitsstrategie bilden. Und zwar auch deshalb, weil Sie auf diese Weise wenigstens die ganz großen Fehler vermeiden und so den Risiken der Geldanlage weitgehend ausweichen (emotionales Handeln, zu wenig Streuung oder das Gegenteil, das Verzetteln, Kauf auf Kredit oder, s.o., auf Banker hören).

Wahrscheinlich fragen Sie sich in letzter Zeit häufiger, warum Gold – und mit ihm Silber – noch Preispotenzial nach oben haben soll, wo doch die Bild-Zeitung am vergangenen Mittwoch mit einer Schlagzeile zum Gold (in diesem Fall zur Goldsuche) aufgemacht hat, was man ja durchaus als Kontra-Indikator interpretieren kann. Dazu zwei Antworten:

1. Die Amerikaner werden ihr Schuldenproblem nicht in den Griff bekommen, sodass weitere Geldspritzen der US-Notenbank Fed unausweichlich erscheinen und damit m Gegenzug Gold noch mehr als bisher die Rolle als sicherer Hafen übernehmen wird.

2. Bevor am vergangenen Donnerstag die Entscheidung über die Griechenland-Hilfe fiel, war sogar schon die rechnerische Rendite zweijähriger griechischer Anleihen auf 40 Prozent gestiegen. Wenn nun also dem Land von anderen Euro-Ländern, vom Internationalen Währungsfonds, von der EZB und von Finanzkonzernen geholfen wird, ist das nichts anderes als der Beginn einer Transferunion, die zu Lasten des Euro-Werts gehen wird. Die ohnehin reichlich mit fragwürdigen Euro-Staatsanleihen eingedeckte EZB wird im Zweifel eine ähnliche Geldpolitik betreiben wie die Fed.

Lassen Sie sich deshalb auch in nächster Zeit nicht von vermeintlichen Erfolgsmeldungen aus Kreisen von Politik, Finanzinstitutionen und Finanzwirtschaft verwirren. Die Schuldenkarawane zieht weiter, und sie wird bald auch die Steuerzahler kompromisslos zur Kasse bitten. Diesbezüglich sollten Ihrer Phantasie ebenso wenig die Grenzen gesetzt sein wie beim weiteren Höhenflug der Edelmetallpreise.

Manfred Gburek, 22. Juli 2011

Homepage von Manfred Gburek

Bücher von Manfred Gburek

Print Friendly, PDF & Email

 

Seiten: 1 2

Schlagworte: , , ,

Ein Kommentar auf "Sicherheitsstrategie kontra Schuldenkarawane"

  1. crunchy sagt:

    Nun, zum Thema Charts habe ich die ultmative, weil nicht(bzw. kaum) manipulierbare Site zur Weltkonjunktur.
    Kaum manipulierbar, heisst, es wurden im Frühjahr Mindestfrachrtaten abgesprochen, um allseitigen Ruin zu verhindern.
    http://investmenttools.com/futures/bdi_baltic_dry_index.htm Sehen Sie selbst!

    Meine Silberprognose, die ich auch mal als „Räntär“ postete, gilt auch vor diesem Hintergrund weiterhin.
    Ergo: Gold bleib ich hold! Silber bleibt, trotz Knappheit, Kleingeld!

Schreibe einen Kommentar

Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar schreiben.