Sich wehren?

11. November 2015 | Kategorie: RottMeyer

von Manfred Gburek

„Wehrt euch, Bürger!“ … ist der Titel eines lesenswerten Buches des renommierten Berliner Professors Markus C. Kerber. Sein Inhalt passt zum heutigen Freitag, an dem wieder mal Horrorzahlen zum Kapitalbedarf griechischer Banken veröffentlicht wurden…

Wehrt Euch, Bürger!: Wie die Europäische Zentralbank unser Geld zerstört

Wer glaubt, es handle sich um ein rein griechisches Problem und die EZB werde es schon irgendwie mit neuen Geldspritzen lösen, liegt schief. Denn Deutschland ist davon schlimmer betroffen, als uns allen lieb sein kann.

Um nur einen Aspekt herauszugreifen: Wir werden gerade von einer Flüchtlingswelle überrollt, deren Ursprung unter anderem in der Durchgangsstation Griechenland zu finden ist. Helfen wir den Griechen und damit letztlich den griechischen Banken nicht, verschlimmern wir das Problem, und schon in wenigen Jahren werden deutsche Steuerzahler zur Kasse gebeten. Helfen wir ihnen dagegen, muss Finanzminister Wolfgang Schäuble und müssen damit später wiederum deutsche Steuerzahler einspringen. Bis dahin werden indes die Schulden des Bundes steigen, weil Steuererhöhungen vor der nächsten Bundestagswahl die regierenden Parteien viele Wählerstimmen kosten dürften.

Aktuell geht es um 14,4 Milliarden Euro, die von den vier griechischen Großbanken benötigt werden. Darüber geraten frühere Hilfsaktionen fast in Vergessenheit. So flossen aus dem Bankenrettungsfonds für Griechenland vor gerade mal gut zwei Jahren satte 25 Milliarden Euro an das Bankenquartett. Im Gegenzug gab es Aktien. Über deren Wert kann man trefflich streiten. Und weil die bis dahin gezahlten Milliarden immer noch nicht ausreichten, folgte im vergangenen Jahr eine weitere Geldspritze in Höhe von 8 Milliarden vonseiten internationaler Investoren.

Wo das viele Geld letztendlich versickert, ist nicht mit Bestimmtheit zu klären. Fest steht immerhin, dass etwas nicht stimmen kann. Das ergibt sich unter anderem aus einem umfangreichen Brief des Buchautors Kerber an Danièle Nouy, die oberste Bankenaufseherin der Eurozone. Darin heißt es zum Beispiel:

„In Folge der Ungewissheit über das Fortbestehen eines Länderprogramms für Griechenland hat die Europäische Zentralbank die Refinanzierung von griechischen Staatsanleihen pauschal suspendiert. Gleichzeitig hat sie den Ermächtigungsrahmen für Notkredite, der von der griechischen Zentralbank den im Betreff genannten Banken gewährt wird, auf knapp 72 Milliarden Euro ausgeweitet.“

Das heißt, mit Buchungstricks werden vier marode griechische Banken einfach durchgepäppelt. Und weil die Aufsicht über sie seit gut einem Jahr der EZB obliegt, die mittels ihrer Geldpolitik gleichzeitig für das Durchpäppeln sorgt, gibt es hier eigentlich einen großen Interessenkonflikt. Doch den schieben die EZB-Oberen einfach beiseite. Das ist ihnen bisher gelungen. Mit welchen Folgen, zeigt eine Eingabe bei Bankenaufseherin Nouy vom April dieses Jahres, zitiert nach „Wehrt euch, Bürger!“. Da sträuben sich einem die Haare. Lesen sie selbst:

„Der Präsident der EZB hält die Solvenz der griechischen Banken für gegeben und erhöht das Volumen der Notkredite. Die Gefahr, die dadurch entsteht, ist einfach beschrieben. Die vier genannten Kreditinstitute werden Zombiebanken, also Kreditinstitute, die zwar auf dem Papier noch bestehen, die allerdings weder eigenkapitalmäßig noch liquiditätsmäßig nach Solvenzkriterien hinreichend ausgestattet sind, um im Kreditgewerbe tätig zu bleiben.“

Die wahrscheinlichen Folgen beschreibt ungeschminkt Gunnar Heinsohn, ein international hoch geschätzter Professor mit dem Schwerpunkt Eigentumsökonomie. Hier ist sein Fazit: „Zudem verfälscht die EZB die Kapitalmärkte, weil sie Ramschpapiere hochpreist, für die es ansonsten Käufer nicht gäbe. Sie verschleiert damit den viel niedrigeren Realpreis. Auf diesen aber müssen am Ende die verbuchten Positionen herunterkorrigiert werden. Das bewirkt Massenbankrotte, weil die jetzt überpreisten Staatspapiere in den Eigenkapitalen zahlreicher Zentralbanken, Geschäftsbanken, aber auch großer Firmen stecken.“

Kein schöner Ausblick, gewiss, dafür ein realistischer. Einzig der Zeitfaktor bleibt unbekannt. Am besten, Sie richten sich darauf ein, dass Heinsohns apokalyptische Vision von heute auf morgen zur bitteren Realität werden kann. Meiden Sie also alle Geldpapiere, halten Sie Ihren liquiden Anteil als Tagesgeld und streuen Sie Ihr Vermögen mit dem Sachwerte, vorzugsweise Gold.
Manfred Gburek – Homepage

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9 Kommentare auf "Sich wehren?"

  1. cubus53 sagt:

    Der Meinung des Verfassers stimme ich zu. Allerdings glaube ich nicht, dass sich die Bürger wehren werden. Es sind zu wenige, die sich dafür interessieren und engagieren. Und wenn, werden sie von den Medien in die rechte Schublade gesteckt.

    Nur einem möchte ich widersprechen. Zitat „Wir werden gerade von einer Flüchtlingswelle überrollt, deren Ursprung unter anderem in der Durchgangsstation Griechenland zu finden ist.“

    Nein, der Ursprung der Flüchtlingswelle ist darin zu finden, dass deren Herkunftsländer mit deutscher Hilfe (Waffenlieferungen, Militärbasis Ramstein) bombardiert wurden und im Falle von Syrien auch heute noch bombardiert werden. Auch diese Zusammenhänge werden in den Medien verschwiegen.

  2. Insasse sagt:

    Die sozialistisch-kommunistischen Umverteiler, haben über ihren verlängerten Arm namens EU, ganze Arbeit im Sinne „der gemeinsamen europäischen Werte“ geleistet. Deutschland muss zahlen, egal wie man es dreht und geht dabei den Bach hinunter. Die internationale sozialistische Gleichmacherei, die unter dem Denkmäntelchen der Gerechtigkeit vorangetrieben wird, führt unausweichlich zum Totalkollaps des Systems, da die funktionierende Ordnung, also Recht und Gesetz, diesem Ziel um jeden Preis geopfert wird. Erreicht wird trotzdem genau das Gegenteil, siehe insbesondere Griechenland. Die Bundesmutti, der Bundesgauckler und die vielen linksgrünen Gerechtigkeitsapostel der neuen deutschen SED (= CDUCSUSPDGRÜNELINKE) haben aus der (DDR-) Geschichte nichts, aber auch rein gar nichts gelernt. Der seinerzeitige Gruß der Thälmann-Pioniere „Seid bereit. Immer bereit.“ heißt heute „Wir schaffen das.“ Übersetzt meint das nichts anderes als „Guten Nacht Deutschland“.

  3. JayJay sagt:

    Den meisten Bürgern ist die sogenannte Eurokrise, doch letztlich schon wieder egal.
    Später werden dann alle jammern, das ist Gewiss.
    Ich habe später mit keinem Mitleid, wenn die elektronischen Verrechnungseinheiten von auf ihren Konten nichts mehr wert sind bzw. Vater Staat sich seinen Batzen abholt.

  4. Helmut Josef Weber sagt:

    Sehr geehrter Herr Gburek,
    man kann sich in Deutschland nicht wehren, solange Deutsche zur Wahlurne vorgelassen werden, die noch nicht einmal einen Test bestehen würden, den jeder Ausländer bestehen muss, wenn er die deutsche Staatsbürgerschaft bekommen möchte.
    Wer sich von der Blödzeitung und den Regierungsmedinen informieren lässt, kann sich nicht wehren, denn es weis nicht wogegen er sich wehren soll.
    Diese Leute bejubeln die gegen internationale Vereinbarung verstoßende Flüchtlingspolitik genau so, wie unsere Kanzlerin, die als Marionette aus Washington gesteuert und ihnen neben den Freihandelsabkommen auch noch Sanktionen gegen Russland aufs Auge drückt und Kriegsverbrechern die Stützpunkte auf deutschem Boden stellt.
    Von der Europapolitik ganz zu schweigen.
    Unsere Kanzlerin verhält sich gegenüber Washington so, als wenn dort ihre Stasiakte liegen würde.
    Man kann sich nicht wehren gegen solche und andere Machenschaften, sondern nur verweigern und ignorieren und wenn man das nötige Kleingeld hat, Deutschland verlassen.
    Die Intelligenz der Wähler ist auch daran zu messen, das über den Daumen 85% der Deutschen die Parteien wählen, die ihnen Altersarmut prophezeien, die Hartz Gesetze durchgesetzt haben, die Euro Katastrophe zu verantworten haben und Wahlversprechen abgeben, die niemals zu halten sind.
    Was sollen die andern ca. 15% dagegen ausrichten?

    Viele Grüße aus Andalusien
    H. J. Weber

  5. heyjay sagt:

    Dem Artikel und den Kommentaren ist nichts mehr hinzuzufügen.
    Eine Frage bleibt jedoch unbeantwortet und zwar, ob hier tatsächlich alle daran glauben, dass der Besitz von Sachwerten in der heraufziehenden Krise ungestraft bleibt. Im Falle eines drohenden Bankrotts werden m.M.n. alle Bürger, die etwas besitzen zur Kasse gebeten werden. Hierunter werden Aktien, Immobilien und auch Gold und andere EM fallen. Schützen wird man sich als kleiner Bürger nicht können

    • cubus53 sagt:

      Genau richtig. Mögliche staatliche Massnahmen :

      Tagesgeld: sowieso wertlos
      Immobilien: Zwangshypothek
      Gold: hohe Steuer bei Verkauf

      • Insasse sagt:

        @cubus53: Gold und hohe Steuern…

        Wenn Sie sich an Recht und Gesetz halten, während der Staat dies unentwegt bricht, ist Ihnen auch nicht mehr zu helfen. Schon mal was vom Schwarzmarkt gehört? Zudem sollten Sie Gold in der heißen und damit staatlicherseits besonders repressiven Phase der Krise, nicht verkaufen müssen, sondern anderweitig vorgesorgt haben. Aber das Problem haben Sie wohl gar nicht, da Sie wegen Ihrer Angst vor den drohenden hohen Steuern gar kein Gold haben. Damit hat der Staat bei Ihnen das beabsichtigte Goldverbot schon ohne Gesetz präventiv umgesetzt und zwar allein in Ihrem Kopf. Eine Meisterleistung vorauseilenden Gehorsams, die absolute Obrigkeitsgläubigkeit voraussetzt. Und weil viele Leute so denken und deshalb kein Gold kaufen, wird es der Steuern auf den Verkauf gar nicht bedürfen, da es insoweit für den Staat (fast) nichts zu holen gibt.

        Nur nebenbei: Nicht, dass ich davon ausgehe, dass Gold der ultimative Schutz, also die ultimative Versicherung ist. Was es wert ist, wird sich erst nach der Krise zeigen. Immerhin ist es ein Sachwert, der über einen sehr sehr langen Zeitraum seinen Wertaufbewahrungscharakter bewiesen hat und der vom Staat nicht erfasst werden kann. Letzteres ist schon die halbe Miete, um keine zusätzlichen Steuern zu zahlen.

    • FDominicus sagt:

      „Eine Frage bleibt jedoch unbeantwortet und zwar, ob hier tatsächlich alle daran glauben, dass der Besitz von Sachwerten in der heraufziehenden Krise ungestraft bleibt.“

      Ich gehe davon aus, die Meisten hier bezweifeln das sehr stark. Ich hatte das sogar mal vor mehr als 4 Jahren festgehalten: http://fdominicus.freecapitalists.org/2011/02/04/predictions/

      Und ich habe hier immer wieder auch geschrieben, daß man Teile seines Vermögens in das EU-Ausland schaffen MUSS. Leider sieht es hier mit der Suche in/nach Kommentaren nicht ganz so gut aus.

      • heyjay sagt:

        Hallo FDominicus,

        OK, ich bin in den letzten Jahren hier nicht mehr so oft reingeschneit, daher ist mir vielleicht auch so Manches entgangen.

        Grundsätzlich bin ich ein großer Freund von Sachanlagen und insbesondere Solchen, die mobil sind und über eine hohe „Wertdichte“ verfügen.

        Jedoch bin ich ziemlich desillusioniert, was das Thema Aufbewahrung betrifft. Zu bedenken ist das jüngst beschlossene Finanzdaten-Austauschgesetz, das einen anonymen Besitz von Konten und Schließfächern nahezu unmöglich macht. Ich sehe keine Möglichkeit im EU-Ausland ungeschoren davon zu kommen. So etwas wäre meiner Meinung nach über die Einrichtung von Treuhandmodellen möglich und das übersteigt definitiv meine Kapazität.
        Die Aufbewahrung zu Hause halte ich für sehr riskant und auch keinesfalls sicher vor rechtlich legitimierten Zugriffen.

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