Schuldschein streck Dich!

27. Januar 2015 | Kategorie: RottMeyer

von Frank Meyer

Nein, ein griechischer Schuldenschnitt sei völlig ausgeschlossen! Nicht unter Freunden! Es gäbe ja Verträge, die einzuhalten wären. Nur nicht von jedem. Vieles war ausgeschlossen, wozu es dennoch kam, auch ein weiterer Schuldenschnitt, der offiziell gar keiner sein muss…

Griechenland benötigt 2015 wieder 22 Milliarden frische Euro, um seine Gläubiger zu bezahlen – jetzt mit einem Alexa Tsipras an der Spitze. Vor ihm wurden die Griechen vorher eindringlich gewarnt, was aber nichts genutzt hat, wie das Wahlergebnis vom Sonntag zeigt. Es heißt auch, Tsipras treibe die Spaltung Europas voran. Man könnte auch sagen, das Wahlergebnis ist der Beweis für eine tiefe kaum öffentliche Spaltung Europas und das Versagen von Politik und künstlich geschaffenen Märkten. Andere Kommentatoren meinen, Angela Merkel stehe vor dem Scherbenhaufen ihrer Krisenpolitik.

Wie undankbar doch die Griechen seien, heißt es am Stammtisch, trotz der vielen Milliarden, schäumt es. Eins vorweg: Die „Griechen“ haben gar nichts bekommen, außer eine finanzielle Schockstarre und die Erfahrung, wie gut doch Europa für sie sei. Die Bewohner anderer Euroländer werden Ähnliches empfinden.

Von den 280 Milliarden Euro „Hilfsgeld“ kamen 80 Milliarden Euro aus Deutschland. Letztlich landeten die Summen bei Banken und Hedgefonds, welche die Papiere der öffentlichen Hand überließen. Genießer schweigen bekanntlich. Dafür geht der Krisenwalzer um eine Viertel Billion Euro in eine neue Runde. Bekommen wir „unser“ Geld zurück? Ja klar! Nur was wird es bei Zahlung wert sein? Das wissen nicht mal die Zentralplaner in Politik und EZB.

Am Verhandlungstisch sitzen nun also Alexis Tsipras von Syriza und Panos Kammenos von den „Unabhängigen Griechen“ – ein „schräges Paar“, wie der Spiegel bemerkte. Links und Rechts oder wie auch immer zusammen. Mein Opa sagte immer, Politik sei ein schmutziges Geschäft. Ich fand nie wirklich Gegenargumente für seine Behauptung, vor allem nicht, wenn man älter geworden ist. Politik und Teufel schlafen oft im gleichen Bett. Dinge, die unmöglich schienen, werden nach gewisser Zeit zu Realitäten und Versprechen zu Enttäuschungen. Nicht anders dürfte das Ergebnis des griechischen Wahlkampfes einzuschätzen sein. Die finanziell ausgelaugten Griechen hatten durchaus Gründe, jemanden zu wählen, der eine bessere Zukunft verspricht. Wie auch hierzulande werden, sobald die Stimme in der Urne verschwunden ist, auch die Versprechen eingeäschert. Warum sollte es in Griechenland anders sein?

Kein schöner Land

Dabei wurde vor Tsipras eindrücklich gewarnt und gezittert. Verwunderlich war, dass Tsipras medial nicht als zweiter Putin dargestellt wurde. War der Wahlkampf zu kurz oder seine Umfragewerte zu gut? Von Unsicherheit der Märkte redete man, vom Ende des Euro und von GREXIT, dem Austritt Griechenlands aus der Eurozone. Aber warum sollte das die künftige griechische Regierung tun? Sie schlüge doch die Hand, die sie aus politischem Interesse gefüttert hat und das auch weiter tun wird. Die EU hat mindestens genauso viel zu verlieren wie Griechenland: Die Helenen rund 240 Milliarden Euro Schulden, die EU ihr Gesicht. Zudem könnte es Nachahmer in anderen Ländern geben. Vielleicht war Tsipras deshalb so gefährlich, weil er einen Hang zu unausgesprochenen Warheiten besaß.

Merken Sie sich auch den Namen Giannis Varoufakis. Dieses neue Gesicht auf der politischen Showbühne ist Ökonom und künftiger Finanzminister Griechenlands. In der französischen Zeitung „La Tribune“ sagte er:

„Was immer die Deutschen sagen, am Ende werden sie immer zahlen“.

Das kommt zur passenden Zeit und stimmt zuversichtlich. Und wenn nicht, dann wird der deutschen Politik doch auf plastische Art und Weise ihre Dummheit vor die Nase gehalten. Diese jedoch bezeichnet ihr Tun als europäische Solidarität. Oder sahen die vielen griechischen Regierungen Deutschen als Dukatenesel? Wie dem auch sei, Esel bleibt Esel.

Nein, das ist alles viel zu kompliziert. Während PEGIDA gegen die Islamisierung des Abendlandes demonstriert, hatte ich doch mehr Widerstand gegen die Vergemeinschaftung von Schulden erwartet. Warum man nicht vor dem Finanzministerium in Berlin demonstriert, mag die Kompliziertheit der ganzen Angelegenheit unterstreichen. Mich würde aber nicht wundern, wenn mediale Stimmung gegen die „Griechen“ aufgrund vermeintlichen Undanks jetzt hochkocht, weil das so schön einfach ist, eine deftige und wohl auch wahre Aussage eines designierten Finanzministers, als die Meinung eines Elf-Millionen-Volkes zu verstehen.

Scheitert der Euro, scheitert Europa

Europa als Kontinent ist nicht gescheitert, wohl aber die europäische Politik. Der Wahlausgang in Griechenland spricht Bände. Europa ist das, was daraus gemacht wird bzw. was eine falsche Währung und Politik aus Europa macht. Die Schuldenverhandlungen können beginnen mit ungleichen Paaren beim Pokerspiel. Am Ende wird man in die Kameras lächeln und es wird nur Sieger geben.

Dabei wurde neulich noch ein Primärüberschuss der Griechen gefeiert, also ein mehr als ausgeglichener Haushalt, wenn man die Zinszahlungen nicht berücksichtigt. Dabei ist es ein offenes Geheimnis, dass die griechische Regierung nie in diesem Jahrhundert die Schulden bezahlen kann – und wenn, dann nicht in der jetzigen Form.



Was man wohl versuchen wird, ist ein Schuldenschnitt der besonderen Art, indem man die Schuldenlast so leicht macht, dass diese sogar in Milch schwimmt. Indem man die Laufzeiten um einige hundert Jahre verlängert und die Zinshöhe auf eine Größe angepasst, die man mit dem Mikroskop suchen müsste und nicht nur mit der Lupe. Bei dieser Lösung würde jeder sein Gesicht bewahren und hat sich immer schon bewährt. Den Rest erledigt die EZB. Sollte es so kommen, wird die Politik das als Erfolg unter Freunden verkaufen.

Wer weiß schon, was 315 Milliarden Euro in zehn oder 20 Jahren noch wiegen werden? Vielleicht kostet dann ein Brötchen soviel. Zumindest strengt sich die EZB an, damit es so sein wird. Offiziell ist dann das Geld nominal nicht weg, jedoch entwertet zurück gezahlt. Und ich gehe eine Wette ein: Am Ende werden die meisten sagen, sie hätten am meisten davon profitiert, weil es ihnen gebetsmühlenartig gesagt wurde.

P.S. Wenn es aus der EU heißt, beispielsweise von EU-Kommissar Günther Oettinger, ein Schuldenschnitt in Griechenland käme nicht in Frage, dann wird er vielleicht doch kommen? So meint der Präsident der Europäischen Kommission Jean-Claude Juncker, ein Schuldenschnitt wäre nicht nötig. Juncker ist der Mann, der einst sagte, wenn es Ernst wird, müsse man lügen. Nun frage ich mich, wie ernst ist es wirklich?

 



 

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19 Kommentare auf "Schuldschein streck Dich!"

  1. Chris sagt:

    Hallo Frank

    Es stimmt nicht. Die Griechen bekommen natürlich einen Großteil des Geldes.

    Ohne diese weitere Aufschuldung gäbe es keine Beamtengehälter und keine Renten.

    Viele Familien leben von den Renten, die die direkt oder indirekt aus Deutschland kommen.

    Es gäbe wahrscheinlich ohne die Unterstützung kein staatliches Gesundheitssystem mehr.

    Also die Gelder kommen schon bei der Bevölkerung an, nicht nur bei den Banken und hier leben immer mehr Zahler in Armut. Das ist eine Schande. Man bestiehlt in Deutschland die Fleißigen und die Armen.

    Chris

    • Frank Meyer sagt:

      5 von 280 Milliarden kamen nach verschiedenen Berechnungen bei der Bevölkerung an. Die Renten wurden gekürzt und die Zahlungen erhöht.
      5 von 280 Milliarden ist kein Großteil.

      • stonefights sagt:

        Für die „Fragestellung“ des Textes ist es nicht relevant , wer wann wie viel bekommen hat.

        Sonst könnte ich auch den Grundtenor des Geschriebenen weiter verwässern mit einer weiteren Geschichte=Blickwinkel:
        Ein Villabesitzer der Zeit seines Lebens von einem unteren Fabriklohn in einer kleinen Mietwohnung gelebt hat und sich aufgrund einer nie da gewesenen Geldschwemme (mit verschiedenen Masken) einen Schuh gegönnt hat, der viele Nummern zu groß für ihn ist, sollte nicht nach zwanzig Jahren jammern, wenn er aus dem Haus ausziehen muss, weil er die SCHULD-Raten für sein vergangenes Luxusleben nicht mehr BEDIENEN kann…
        Wer ist nun SCHULD am Ergebnis ?
        Der Fabrikarbeiter, der der Aphrodite des Kredits nicht widerstehen WOLLTE,
        oder der Kredit, der sich als Wolf im Schafspelz immer das erlegbare Fleisch sucht ?

        „Der Euro bringt Stabilität und Frieden“?
        Ja, spätestens wenn das Ende dieser Fragestellung aufgelöst wird, lach ich mich Tod…

        LG, stonefights

    • Avantgarde sagt:

      Jetzt vielleicht mal noch ein rein logisches Argument:

      Bei einem Primärüberschuß des Haushalts ist es zwar holperig aber möglich das Ding am Laufen zu halten.

      Die Aussage, daß mit den Hilfsgeldern die Banken und Hedgefonds und damit im Hintergrund die reichen Einzelpersonen gerettet werden ist und bleibt richtig.

  2. Frank sagt:

    2011 wurde heftig im Kanzleramt zwischen Merkel und Ackermann gestritten ob Deutschland nun eine eigene Währung aufsetzt bzw. die bereits gedruckte in Verkehr bringt.

    Das wurde den Amerikanern zu bunt, denn sie hatten 2002 auch nicht der Einführung des Euros zugestimmt. Aus diesem Grunde blieb die DM auch Geld und der Euro formal nur Tauschmittel ohne die Geldkriterien zu erfüllen (In Verkehr gebracht durch …volle Ausschrift der Insituition Unterschrift von dem Präsidenten, HInweis auf Geldfälschungsstrafverfolgung)
    Daher wurde bei dem Euro auch nur das Copyright Zeichen angedruckt, die nicht aufgelösten Abkürzungen ECE, EZB,… verwendet und eine Unterschrift vom holländischen Gulden herüberkopiert.
    Der Euro war bis zur Einführung des neuen 5 und 10 Euroscheines stets ein Ländereigenes Tauschmittel und nur die Länder konnten ihre eigenen Scheine offiziell drucken (ausgenommen des kleinen Zwischenfalls bei der Übernahme der Bundesdruckerei durch einen Finanzmogul der ungehemmt Scheine druckte und anschließend noch eine riesige Kreditmenge auf dei Bundesdruckerei aufnahm und sie dann wieder der BRD zurückgab)
    So standen auf dem Schein Buchstaben wie X für die BRD, Y für Griechenland, L, T,…
    Die Scheine größer 50 wurden auch stets in die jeweiligen Länder zurückgeführt.
    So konnten man nur X Scheine größer 20 in der BRD an Automaten erhalten, Y in Griechenland, …
    Euroscheine sind im Gegensatz zu DM Scheinen immer im Eigentum der Organisation, die sie herausgibt, also auch jederzeit wieder einforderbar.

    Der neue 5 und 10 Euroschein durch Draghi war der Startschuß für die Schuldenunion, denn nun ist die Identifizierung des Herkunftslandes nciht mehr möglich. Damit wurde der EU Raum zur Schuldenunion. INteressanterweise wurde bei der ersten Serie 2002 der Euro auch mit einem griechischen Schriftzug versehen, obwohl allen bewußt war, daß das Land niemals die Kriterien erfüllen wird. Jedoch hatte Griechenland eine Amerikanische Bank mit der Währungsunion beauftragt und so wurde es eben gemacht.
    Bei den neuen Scheinen finden sich Serbisch als Schriftzug und damit ist klar, was der nächste Schritt sein wird und auch klar ist, daß das Russland sehr, sehr wütend machen wird, denn die EU ist nicht nur ein Wirtschaftsbündnis, sondern auch ein Verteidigungsbündnis.

    Das was Draghi nun macht ist die hoffnungslos und hemmungslose Verschuldung durch das Aufkaufen vollkommener Schuldscheine. Diese Schuldscheine sind Geldschöpfung aus dem Nichts ohne Gegenwert.

    Interessant wird es nun jedoch, daß dies über den ESM (unkündbar, juristisch unangreifbar, unbegrenzte Höhe, nicht kontrolliert, entscheidet selbst von wem wieviel Geld gefordert wird) finanziert wird, der immer durch Barmittel (Scheine) bezahlt werden muss. Das Aufkaufen der wertlosen Schuldscheine wird also zwangsläufig dazu führen, daß damit innerhalb kürzester Zeit keine Bargeld mehr im Umlauf ist und Menschen von elektronischem Buchgeld und Zahlugnssystemen wie Mastercard, Überweisung, paypal, ecash,… abhängig, vollkommen kontrollierbar und somit auch jederzeit im Bruchteil einer Sekunde wirtschaftlich zu ruinieren sind.

    Die nächste Phase wird dann aufgrund weiter weltweit geschürter Angst die Verchippung sein und Daten wie Krankenkassen, Schlosssysteme, Bankzugangsdaten aber auch gesundheitliche Überwachung sowie auch Krankheitsinduktion wird dann über den RFID Chip.

    Kleine Info dazu bei youtube Aron + Rockefeller Interview aus Juni 2001 und auch „Das wichtigste Interview der Menschheit“ aus dem Jahre 1996 mit einem BND Mann, der nach Australien ausgewandert ist.

  3. JayJay sagt:

    Unsere Milliarden sind weg so oder so und es werden noch viel mehr werden, da hat der neue Finanzminister Griechenlands Recht, die dummen Deutschen zahlen immer.

    Naja, geht Deutschland halt den Bach auch noch richtig runter, der Michel hat es auch eigentlich nicht anders verdient, den die meisten interessiert diese ganze Sache nicht mehr.

    Gold & Silber Ahoi

  4. bluestar sagt:

    Natürlich zahlen das die Deutschen. Gern verlieren sie Geld, Freiheit und ihre nationale Identität unter Führung von Mutti zum Multikulti-NWO-Überwachungs-Polizeistaat.
    Solange sich die Hirnleistung der Masse nicht verändert und die Deutschen sich mehr um die Konsistenz ihres Stuhlganges als um die Härte ihrer Währung und einer integre Regierung interessieren, brauchen sich die Plutokraten keine Sorgen zu machen.
    In Griechenland wurde zumindest einmal der alte verrottete Filz abgewählt, in Deutschland unvorstellbar. Dazu müssten erst Aufrufe in der Tagesschau erfolgen. Hier lassen sich Leute lieber für von der Staatsmacht organisierten Gegendemos missbrauchen und denken dabei noch wie freiheitlich, kämpferisch, und edel das ist. Diese Hirnlosen wären auch für die Parolen der SED auf die Straße gegangen und hätten die Opposition niedergebrüllt- im Namen der Toleranz und Freiheit natürlich.

  5. Chris sagt:

    Doch Frank

    Es ist ein Großteil, der der Bevölkerung zu Gute kommt, nicht nur die 5 Mrd.
    Nur durch die Zahlungen gibt es überhaupt einen Primärüberschuß.

    Das griechische Volk war bei der Wahl auch nicht mutig. Was hat es gewählt? Noch mehr Unterstützung von Außen ohne Pflichten. Es ist korrumpiert.

    Und in Deutschland sind die Zahlenden auch bereits in der Minderheit. Wenn das Berufsziel der jungen Menschen Beamter ist, dann sind wir im Sozialismus oder Faschismus angekommen.

    Stell mal die Währung in Griechenland um und schau Dir dann den Haushalt an. Griechenland muß Produkte und Dienstleistungen im Ausland anbieten können, die nachgefragt werden, im Ausgleich zu seinen dringend notwendigen Importen. Es wäre abgeschnitten vom Rohöl und Medikamenten, zwei äußerst wichtige Güter.

    Es ist eine Tragödie, aber eine selbstgewählte.

    Auch wir in Deutschland werden die Verantwortung für unsere Apathie tragen müssen. Leider auch die Minderheit, die aktiv an Lösungen gearbeitet hat.

    Chris

    • Frank Meyer sagt:

      Dann möchte ich gerne die Zahl wissen…, den Großteil, also mehr als 140 Milliarden Euro für 11 Millionen Leute….
      Und wieviel von den 240 Milliarden an Schuldscheinen abgelöst wurde. Dann wird ein Schuh draus. Viele Grüße von Frank

  6. Chris sagt:

    Wenn es einem Land schlecht geht, erkennt man dies an der Lebenserwartung seiner Bevölkerung:

    Griechenland hat eine sehr hohe Lebenserwartung und seine Lebenserwartung ist nicht signifikant zurückgegangen.

    http://de.statista.com/statistik/daten/studie/18650/umfrage/lebenserwartung-in-griechenland/

    Vergleich Niederlande, ebenfalls ein Absinken um 0,1 % von 2011 auf 2012:

    http://de.statista.com/statistik/daten/studie/18659/umfrage/lebenserwartung-in-den-niederlanden/

    Vergleich USA, eines der teuersten und fortschrittlichsten Gesundheitssysteme der Welt:

    http://de.statista.com/statistik/daten/studie/18670/umfrage/lebenserwartung-in-den-usa/

    Vergleich Russland, das sich nach der Krise langsam erholt:

    http://de.statista.com/statistik/daten/studie/18677/umfrage/lebenserwartung-in-russland/

  7. Argonautiker sagt:

    Grexit?
    „Aber warum sollte das die künftige griechische Regierung tun? Sie schlüge doch die Hand, die sie aus politischem Interesse gefüttert hat…“

    Aus politischer Sicht eine richtige Schlußfolgerung. Die Frage die daraus entsteht, ist, ist die politische Sicht noch die Maßstäbliche?

    Antwort: Mehr Nein wie Ja.

    Um genau den Krieg geht es derzeit. Die Hochfinanz greift die Politik an. Die Politik versucht, selbst hochgradig verschuldet, weiter zu vermitteln, muß jedoch Ein ums Andere Mal erkennen, daß sie wieder über das Ohr gehauen, und aus der Entscheidungsgewalt ausgebootet wird. Die Zustimmung zum sozialisieren der Verluste mittels ESM, hat den Startschuß für diese finale große Schlacht gesetzt. War die Hochfinanz im Falle von Verlust früher noch teilweise auf das Wohlwollen der Regierungen angewiesen, ist es nun zum Gesetz geworden, daß Verluste sozialisiert werden. Wenn auch so getan wird, als wäre es nicht so, aber es ist so.

    Aus Sicht der Gewinnorientierten Hochfinanz, ideal. Letztendlich wurden die Regierungen so zu den Schuldeneintreibern der Hochfinanz. Das heißt eigentlich ist das Verlustmachen, das Zerstören, das den Bach runter gehen lassen, derzeit das ertragreichste Geschäftsmodell.

    Es gibt für die Hochfinanz also viele Gründe, daß es den Bach runter geht. Je mehr desto besser, denn wenn man wirklich etwas aufbauen will müßte man was tun und zusehen, das es gelingt. Mittlerweile kann man besser damit verdienen wenn es nicht gelingt. Der Schuldeneintreiber, die Regierung, muß es nun ja richten.

    Das heißt, die griechische Regierung, wird die Hand die sie gefüttert hat, nicht schlagen wollen, die Hochfinanz, die in Griechenland investiert ist, wird zusehen, daß sie es schon tun werden. Und da sind wir dann an dem Punkt, wo sich der Teufel in den Schwanz beißt. Mit der Zustimmung, daß Systemrelevantes nicht Pleite gehen darf, hat man seitens der Hochfinanz eine WinWin Situation, und Seitens der Regierung, eine LooseLoose Situation geschaffen. Tritt Griechenland aus, warten die Investoren schon darauf es zu privatisieren, bleibt es drin, kann man das Verlustmachen lustig weiter voran treiben, der Staat, als Schuldeneintreiber, muß es dann richten.

    Man könnte sagen Ross und Reiter haben sich vertauscht.
    Gibt es eine Möglichkeit dem zu entgehen? Ja, man braucht nur den falschen Glauben aufzugeben, daß Geld das höchste Ideal darstellt, welches durch Gesetzgebung geschützt wird. Den Tanz ums goldene Kalb aufgeben. Allerdings stehen dann die Kaiser ohne Kleider da. Und zwar Alle, nicht nur die Reichen, denn was sind wir denn ohne all die „Anbauten“ die einen Jeden umgeben, die mittels des Geldes erschaffen und erhalten werden?

    Zarte, höchst verletzliche Menschlein. Und denen bekommt ein Milieu des aufrichtigen Miteinanders wesentlich besser, als die Konkurrenz. Natürlich ist es so, die Erde, verlangt die Konkurrenz von uns, unsere Seele, unser Anteil am Himmel, will jedoch das Miteinander. Aber wir wählen derzeit ja immer die Durchsetzungsstärksten zu unseren Leitbildern, obwohl genau das Gegenteil zur Lösung führen würde.

    Ich würde sagen, das ist höchstgradig Geisteskrank. Aber so wie es aussieht, wird man diesem Ideal von Durchsetzungsstärke wieder mal bis in den Krieg folgen, in dem man dann irgendwann, nach genügend erteilten, und erlittenen Greueltaten, schluchzend zusammenbricht, und sich fragt, was habe ich bloß getan? Hat es wirklich je strahlende Sieger gegeben, oder nur Menschen, die sich freuten, daß der Wahnsinn endlich vorbei war? Und die Schlachten toben schon. Ein Hoch auf die Sanftmut.

    Schönen Gruß aus Bremen

  8. Michael sagt:

    Im Fall Griechenland überschneiden sich ja sämtliche Eseleien allerseits mit dem in Europa allseits beliebten Papiergeld- und Schuldensozialismus. Der führt zur Verwirrung allerorts.

    Ich finde es allein etwas befremdlich in einer Zeit in der die meisten Jobs über Umlageverfahren finanziert werden auch wenn die Organisation für die der einzelne Mensch arbeitet auf der Kostenseite marktwirtschaftl. Kriterien zumindest andenken anderen Menschen die ein paar Hundert EURO im Moment bekommen noch das Essen neidig sind. Die Kritik ist schon so substantiell daneben.

    Klar am Ende sind alle über Zins finanziert, aber es gibt eine Ausgestaltung, das ist die Marktwirtschaft und die ist eben ein Optimierungsmechnaismus im Rahmen von Tauschmittelverknappung der eben verhindern soll, dass Ressourcen geplündert und verschwendet werden sollen.

    Was man den Griechen möglw. muss mit auf den Weg geben ist, dass das das Treiben des Rests von Europa auf viel kürzeren Beinen steht, als wenn sie selbst die Chance nutzen und sich härter an der Marktwirtschaft orientieren. Wir weisen den selben Unsinn in erster Linie anders aus und rechnen diesen schön. Scheinwohlstand.

    Soviel Geld und Schulden auf einen Umverteilungsmechanismus abzuladen ist seitens der Geberländer an sich ein Verbrechen. Das ist eben wenn Menschen eine Hacke in der Hand hatten glauben über selbige reden zu müssen. Wer hohe Steuern zahlt respektive zahlen muss verbraucht zuviel Geld und verteilt zuviel um.

    Förderung des Tourismus in Griechenland dient bestenfalls der Stabilität der eigenen ‚Investitionen‘. Ein Konzept für Griechenland heißt nicht ein Unternehmen das grad mal lief vor 2 Jahren oder 3 mit Gewinn wohlgemerkt, den Geldhahn zuzudrehen. Wer sich hernach noch wundert, dass die Umverteilungsstruktur schaden nimmt … dem kann man nicht mehr helfen. Frage der Prioritäten.

    Die griechischen Unternehmen die Produkte zu uns lieferten waren eben auch zu Beginn nicht am pünktlichsten, aber die Lieferanten änderten wohl den Focus in diese Richtung. Warum Pünktlichkeit und hetzen – da zuviel Geld umzuverteilen genau dies erfordert. Wohlstand ist nichts anders als die umlagenfinanzierte Aufrechterhaltung von Scheinwirtschaft zu Lasten der Arbeitenden und Wirtschaftenden. Ob der Arbeitslose jetzt Bankdirektor, Politiker oder Beamter genannt wird ist egal. Der Herr Söder löst in Hart aber Fair die Versorgungsprobleme der griechischen Bevölkerung mit der Verlängerung des Ablaufsdatum der MIlch. Jetzt gibt es 2 Reaktion – sein Chef tritt ihn raus bei der Tür aus seinem Büro oder die Bevölkerung kommt drauf, dass nachdem die Wuchtel mit der Pensionsfinanzierung über den Süden ein Lug sondergleichen war, er die nächste Sau in Form eines Kuheuters durchs Dorf treibt und schmeißt ihn in der Tradition von Prag auch dem Fenster.

    Eile mit Weile und nicht Reise im Kreise oder Hasten mit Lasten. Das ist trotzdem noch die Devise im Sinne der griechischen Bevölkerung.

  9. Argonautiker sagt:

    Unter Führung der Konkurrenz sieht es so aus:
    Griechenland hat augenscheinlich zwei Möglichkeiten.

    Austritt, bedeutet Ausverkauf des Staates, aber kurzfristiges aufatmen.
    Drin bleiben, bedeutet am Tropf der EU hängen und dahinvegetieren.

    Warum? Die Hochfinanz investiert erst wieder zu Ihren Bedingungen.
    Die Folge, die Hochfinanz übernimmt so oder so die Bestimmung.
    Also doch keine zwei Möglichkeiten, sondern das Diktat.

    Ziel der Hochfinanz ist Gewinn.
    Gewinn, ist in einer endlichen Welt jedoch nicht möglich, nur Verlagerung.

    Das heißt all diesen Blödsinn, nur um Besitz zu verlagern.
    Wo bleibt das Leben? Also sowohl für Arm wie für Reich.
    Es geht beim ausschließlichen Tauziehen um Besitzverlagerungen verloren.

    Möglichkeiten unter Führung von Nächstenliebe:
    Unendlich viele.
    Ungeachtet von Gewinn oder Verlust, tritt man in Beziehung und wuppt es irgendwie.

    Wie geht das?
    Wenn jemand kommt und sagt, mir geht es scheiße, dann fragt man, von Mensch zu Mensch, wie kann ich dir helfen? Vielleicht antwortet derjenige, ich habe Hunger, gib mir bitte Brot. Dann antwortet man, ich lebe an keinem Ort, an dem Brot an Bäumen wächst, man muß was tun, um Brot zu bekommen. Ich kann aber nichts. Dann mußt du wohl sterben und in das Paradies zurück kehren, an dem dann wieder Dasein ohne Tun möglich ist. Entweder er entschließt sich, was zu tun, oder geht ins Paradies zurück.

    Ein in Beziehung treten, erwartet aber keinen Gewinn, sondern eben ein Leben miteinander. So viel zum Sozialstaat, der in die Isolation führt, weil es eben nicht mehr zu einem in Beziehung treten kommt, sondern zu einem anonymisierten Versorgt Werden degeneriert. Er ist ein Konstrukt von Nichtstuern, für Nichtstuer, an deren oberen Ende, die Reichen in der Verwaltung, und am unteren Ende die Armen als Empfänger sitzen, beide genährt auf Kosten der Tuenden, von denen es abgezogen wird.

    Geld, ist ein weiterer Trick für Nichtstuer. Geld ist schlichtweg eine durch Handelsvereinfachung plausibelisierte Umleitung des Handels, für deren Nutzung, mittels Zins, Nutzungsgebühr verlangt wird. In Maßen sicherlich ok. Aber man kann das Maß auch hier überschreiten, denn, mit Geld, Geld erzeugen, ist folglich: mittels der Umleitung der Umleitung, Umleitungen erzeugen, durch die man dann wieder Zugriff auf die umgeleiteten Handelswaren hat. Schon verrückt oder? Aber wenn man nichts tut, hat man ja eben auch genug Zeit, sich solche Trickbetrügereien einfallen zu lassen.

    Und weil sich die Ganze Welt mit sehr, sehr, vielen Nichtstuern vollgesogen hat, die wesentlich weniger leisten, als sie rausziehen, kommt der Punkt an dem es nicht mehr tragbar, für die Tuenden geworden ist, und bricht in sich zusammen, weil die, die wirklich noch was tun, gar nicht mal mehr auch nur noch ein wenig Zeit haben, auch mal nichts zu tun. Bis ins Kleinste rationalisiert nimmt diese Rationalisierung ihnen die Luft beim Tun, bishin zum seelischen Ersticken, und sie nur noch optimierte Funktion geworden sind.

    Und was hat das Ganze nun mit Griechenland zu tun? Nun, auch da gibt es die Wenigen noch Tuenden und viele, viele Nichtstuer.

    Warum geht man als Europäische Gemeinschaft z.B. nicht hin, und tritt in Beziehung zu Griechenland und sagt, Griechenland, wir wissen, daß du Energievorkommen hast, aber schon zu schwach bist, diese alleine zu heben, was hältst du davon, wenn wir dir helfen sie zu heben und zu nutzen, denn wir könnten es gut brauchen in Europa etwas unabhängiger von Energie zu werden. Und so lebten sie miteinander glücklich bis…

    Ja, also warum tut man so etwas nicht mehr? Ganz einfach, weil man mittlerweile für verrückt gehalten wird, wenn man nicht auf Gewinn bedacht ist, und einfach nur aus Nächstenliebe handelt. Gewinn ist durch Gesetze best geschützten Maxime geworden.

    Wirklich gewinnen, kann man in einer begrenzten Welt, jedoch nur auf Kosten Anderer. Gut miteinander Leben, wäre hingegen schon möglich, aber mit jemandem Leben, der ständig auf Kosten anderer lebt, egal, ob durch Gewinnsucht, oder Nichtstun, was auf’s Gleiche rauskommt, geht auf Dauer nicht.

    Nächstenliebe bedeutet, sich mit dem Anderen aufrichtig irgendwie auszubalancieren, und das ist es, was der Welt aufgrund von Konkurrenz und Gewinnmaximierung abhanden gekommen ist. Die Balance.

    Schönen Gruß

  10. Bitte keine Aufregung! Ich könnte darauf wetten, daß Griechenland weiter von den Eurostaaten alimentiert werden wird. Damit man in Berlin und Brüssel das Gesicht wahren kann, wird es vielleicht keinen ehrlichen Schuldenschnitt geben, sondern eine Verlängerung der Darlehensfristen auf den St.-Nimmerleinstag.

    Ausschlaggebend dürften am Ende die imperialen, geostrategischen Überlegungen des Imperium Americanum sein.

    Griechenland liegt jeweils eine gute Flugstunde von der Ukraine und dem Nahen Osten entfernt. Es verfügt über hervorragende natürliche Häfen. Angesichts Tatsache, daß die Türkei dabei ist, sich in der NATO zu einem unsicheren Kantonisten zu entwickeln, ist Griechenland aus der Sicht der Hegemonialmacht der NATO unverzichtbar. Sein Vasallenstatus darf nicht gefährdet werden. Unmut in der Bevölkerung gegen den Westen muß daher verhindert werden.

    Deshalb wird Washington seinen europäischen Vasallen, hier also vor allem den zahlungsfähigen Staaten der Eurozone, die entsprechenden Befehle erteilen. Allerdings werden die USA selbst nichts bezahlen.

    Die USA sind in der Ukraine bereit, den Krieg gegen die Aufständischen im Südosten bis zum letzten Blutstropfen ukrainischer Soldaten zu führen, und sie sind gewiß auch bereit, Griechenland bis zum letzten Steuerzahler der solventen Eurostaaten zu finanzieren.

    Die Karten, die die neue griechische Regierung im anstehenden Verhandlungspoker auf der Hand hat, sind hervorvorragend, vielleicht sogar ein Royal Flash.

    • bluestar sagt:

      @Rainer Vogels
      Sehe ich genauso und die Griechen kennen ihre Trümpfe bestens.
      Auch die Kolonialregierung der USA in Kiew hat schnell gelernt welche Rolle die Deppen der EU spielen und wird demnach immer selbstbewusster beim Einfordern von Kriegsgeldern aus Westeuropa und weiteren Sanktionen.
      Ob es für die Amis nur beim letzten Blutstropfen ukrainischer Soldaten bleiben soll, da bin ich mir noch nicht sicher. Wenn der Vasall-Steuerzahler kein Geld mehr hat, kann er doch noch sein Leben für Frieden, Freiheit und Menschenrechte opfern…

  11. pedrobergerac sagt:

    Das klingt schon sehr bedenklich.
    ————————————————-
    Griechenland in Troikahand

    ZITAT: „In keinem Fall ist Griechenland ein wünschenswertes Mitglied der Währungsunion. Das Land ist in einem bemitleidenswerten Zustand: Wirtschaftlich unseriös, von politischen Streitereien gelähmt und finanziell verrottet.“

    Es gibt Sätze, die offenbar zeitlos sind. Denn die oben stehende, hoffnungslos negative Analyse der Gemengelage in Griechenland von Henry Parker Willis ist bereits über 100 Jahre alt. Damals ging es um die Mitgliedschaft Griechenlands in der lateinischen Münzunion, dem Vorgänger der jetzigen Währungsunion, die 1927 fatal gescheitert ist. Der Auslöser des Endes der Währungsunion war damals schon wieder – möchte man sagen – Griechenland.

    Womit wieder einmal bewiesen ist: Die Geschichte ist ein sehr guter Ratgeber. Man muss nur aufmerksam zurückblicken, denn vieles, womit wir uns heute herum schlagen, war schon einmal da.
    Zitatende
    —————————–
    Wie korrupt die Politiker sind, soll uns folgendes Beispiel Zeigen:
    ZITAT
    „Besonders dreist hat es aber Michalis Liapis (Verkehrsminister) getrieben. Bei einer Verkehrskontrolle im Dezember 2013 wurde er nicht nur mit einem gefälschten Nummernschild erwischt, sondern bei dieser Gelegenheit kam auch ans Licht, dass er überhaupt keinen Führerschein besitzt. Noch dazu hatte Liapis sein korrektes Nummernschild abmontiert und das Nummernschild seines Yachtanhängers an seinen 80.000 Euro teuren 8-Zylinder Jeep angebracht, um die ca. 1300 Euro Versicherung für den Jeep zu sparen.“
    Zitatende

    http://www.epochtimes.de/Analyse-Was-fuehrte-Griechenland-an-den-Rand-des-Abgrunds-a1217223.html
    ——————————
    Was der EU nun mit der neuen griechischen Regierung blühen wird, werden wir in einigen Tagen erfahren. Das „Ende“ wäre zu schön um wahr zu sein.

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