Schuldenplanet

27. März 2014 | Kategorie: Gäste

von Bill Bonner

Das Ende für den großen Bullenmarkt bei den US-Aktien wird kommen – früher oder später, und auch für die Schuldenblase. Aber gestern war es noch nicht so weit. Wird es heute oder morgen so weit sein? Ich weiß es nicht. Alles, was ich weiß, ist: Sie sollten vorbereitet sein…

Anders als bei Anleihen gibt es bei Gold kein Risiko, dass die Gegenpartei ausfällt. Heute spreche ich über den Platz im Kalender, der gefüllt ist mit „früher oder später“ – der Teil der Zukunft, wo Dinge, die nicht für immer weitergehen können, aufhören.

Ich frage mich konkret, wann die größte Schuldenblase in der Geschichte platzen wird. Auf dem Planeten wurden in den letzten 6 Jahren 30 Billionen Dollar Schulden hinzugefügt – ein Zuwachs von 40%. Das kann nicht für immer so weiter gehen. Aber wie wird es enden? Inflation…Deflation…Hyperinflation…Hyperdeflation? Um es abzukürzen: Es kann nicht enden ohne eine Form von „flation“. Und da die Blase so groß geworden ist, werden wir wahrscheinlich „flation“ in allen ihren Formen sehen.

Und vielleicht in Formen, von denen wir noch nie gehört haben. Man kann darüber streiten, was für Auswirkungen QE auf die Wirtschaft gehabt hat… und was für einen Effekt es haben wird, wenn es aufhört. Aber es gibt keinen Zweifel, dass die sehr geringen Zinsen ihren Job verrichtet haben. Die Leute, welche sich zu den niedrigsten Zinsen verschulden konnten, haben das getan. Washington hat sich stärker verschuldet als je zuvor – nur um laufende Ausgaben zu finanzieren.

Auch Unternehmen verschuldeten sich – größtenteils um sich zu refinanzieren und um Aktien zurückzukaufen (was den Kurs der Aktien steigen ließ und zufälligerweise dem Management auch größere Bonuszahlungen bescherte). Die jüngsten Zahlen sind die vom dritten Quartal 2013. In diesen drei kurzen Monaten gab es für 123 Mrd. Dollar Rückkäufe von US-Aktien – ein Anstieg von 32% gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Wenn das 2014 so weitergeht, dann würde das bedeuten, dass fast eine halbe Billion Dollar dafür aufgewendet werden, um Aktien zurückzukaufen – und zwar von denselben Unternehmen, welche die Aktien vorher ausgegeben hatten. Ist das Management dumm… oder nur gierig? „Niedrig kaufen, hoch verkaufen“ scheint nicht mehr zu gelten. Als der Boden im Crash 2008/2009 erreicht war, nutzte kaum ein US-Unternehmen diese Möglichkeit, um die eigenen Aktien günstig zurückzukaufen.

Jetzt, wo die Kurse wieder hoch sind, wollen fast alle kaufen. Sicher ist das etwas, was auch enden muss. Man braucht nicht viel Vorstellungskraft, um zu sehen, was passieren wird, wenn diese Käufe aufhören: Die Aktienkurse werden fallen.

Die Schulden wachsen, die Preise von Vermögensanlagen steigen. Die Schulden sinken, und die Preise von Vermögensanlagen fallen. Die Preise der Vermögensanlagen gehen normalerweise den Konsumentenpreisen voraus. Der „Vermögenseffekt“ könnte zu einem „Armutseffekt“ werden – mit Konsumenten, die ihre Ausgaben kürzen, ihre Investments und ihre Luxusausgaben. Das wäre normal, natürlich und gesund. Eine Schuldendeflation führt nicht zu faulen Schulden oder schlechten Investments. Sie zwingt die Leute nur dazu, ihre eigenen Fehler zu korrigieren.

Unternehmen gehen Pleite; sie können sich nicht mehr nahezu unbegrenzt verschulden, zu niedrigsten Zinsen. Die Menschen können wieder zahlungsunfähig werden, was bei vielen der Fall sein wird. 5 Billionen Dollar an Papiervermögen, welche – fast magisch – geschaffen wurden, als der Aktienmarkt stieg…. werden plötzlich dahin verschwinden, wo sie herkamen. Es gibt keine Zauberei beim Kreditzyklus. Reichtum durch Kredit erschaffen vergeht, wenn die Kredite gehen. Dann merkt man, wer die größten Fehler gemacht hat.

Die offenen Fragen sind: Wie groß kann diese Blase werden, bevor sie platzt? Und wie wird sich das Einmischen der Zentralbank auswirken im Hinblick auf das Ergebnis? Die erste Frage erhält die Antwort: Wer weiß? Die Zentralbanken fördern das noch – angeführt von den USA und Japan. Die Unternehmen und die Regierungen verschulden sich noch weiter. Die Unternehmen nutzen die niedrigen Zinsen, und nutzen die Mittel, um damit ihre Aktien zurückzukaufen. Und die Aktienkurse, soweit ich das sehe, steigen noch. Das könnte noch eine Weile so weitergehen. Niemand weiß, wie lange.

Es gibt noch diese Frage: Wenn das Ende kommt – welche Form wird diese neue „flation“ haben?

Quelle: Kapitalschutz Akte
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Wie die US-Notenbank die Bürger bestiehlt (von Bill Bonner)
Weitere Informationen: Investor Verlag

 

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