Schuldenaufschwung XXL

11. März 2011 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer, Slideshow

von Frank Meyer

Gerade wo alles so schön aussah, sich der Boom zum Mega-Boom entwickeln wollte, selbst tragend natürlich, kommen die Schwierigkeiten schon wieder zurück. Der DAX rutscht wieder unter 7.000 Punkte. Dabei sollte er doch in Richtung 8.000 Zähler laufen. Ich würde mir da weniger Sorgen machen…

Unsere amerikanischen Freunde aus den Rating-Agenturen ist wieder ein Meisterstück gelungen. Sie haben wieder mal Spanien angezählt bzw. abgestuft und damit ein weiteres Kapitel in der Ablenkung von den Problemen vor der eigenen Haustür geschafft. Chapeau!

Griechenland wird es wohl auch nicht schaffen, heißt es, und die portugiesischen Renditen für Staatsanleihen erheben sich gen Himmel.(Portugal, 2-Jahre, Quelle: Bloomberg

 

Der frühere Finanzminister Peer Steinbrück hat gelernt. Jetzt, wo er nichts mehr zu sagen hat…

„Wenn Staaten wie Griechenland und Portugal über sieben Prozent Zinsen auf ihre Anleihen zahlen müssen, wie das derzeit der Fall ist, dann werden sie diese Schuldenlast selbst bei einer Nettokreditaufnahme von Null nicht tragen können“

Kein gutes Umfeld für das Treffen der europäischen Experten zu einem Euro-Gipfel in Brüssel. Von einem „Pakt für Wettbewerb“ ist die Rede. Am Ende dieser Veranstaltung werden sich die Politiker voller Optimismus vor laufende Kameras stellen und sagen, dass man sich sehr bemüht habe und zuversichtlich in die Zukunft schaut. Merkel drohte im Vorfeld mit einem Veto. Es ist nicht das erste Mal, wo sich dann ein leichter Verteuerungseffekt in einer solchen Rettungssache gezeigt hat.

Die Abstufung von spanischen Schulden kann jetzt zu keinem ungünstigeren Zeitpunkt kommen. Dass die spanischen Sparkassen wegen der faulen Immobilienkredite neues Geld brauchen, ist hinlänglich bekannt, und wenn nicht, stark zu vermuten gewesen. Beim nächsten Banken-Stresstest, der wieder keiner sein wird, stehen diese Sparkassen sicherlich wieder blendend gut da.

Doch welch ein Zufall, dass Spanien in den Mittelpunkt der Märkte rückte, wenige Stunden, nachdem Bill Gross, der „Mister Bond“ von Pimco erklärte, er habe alle US-Schuldpapiere verkauft. Er wird seine Gründe dafür haben. Glaubt er nicht mehr an die Rückzahlung der US-Schulden? Sind die Renditen zu niedrig? Wahrscheinlich ist es beides. Gross erwartet drastisch fallende Kurse, wenn die FED Ende Juni damit aufhört, US-Staatsanleihen zu kaufen. Glaubt er das wirklich? War das ein Scherz?

Welch Zufall ist es auch, dass die Zinsen auf US-Titel nicht angestiegen, sondern gefallen sind.(Quelle: Yahoo Finance)

Und auch der US-Dollar machte das Gegenteil von dem, was der hätte tun müssen. Er stieg.(Quelle: Netdania)


Zufälligerweise passierte dies an einem Punkt, an dem es für den Dollar-Index richtig haarig ausgesehen hat. Von daher kam die Abstufung von Spanien zum richtigen Zeitpunkt und war sicherlich kein Zufall. Es war eine weitere Patrone aus einem Arsenal von Munition, auf das vorwiegend dann zurück gegriffen wird, wenn es einen Ozean weiter zu Problemen kommt. Legt man die verstreuten Puzzleteile zusammen, so sieht es nach einem Managen der nicht wirklich lösbaren Probleme aus. US-Dollar und die Staatsanleihen in Bahnen zu halten und das Gold nur mit gebremstem Schaum steigen zu lassen, sind nach allem, was man in den letzten Jahren beobachten konnte, vorrangige Ziele. Zudem ist die Inszenierung wirklich besser geworden… —–>


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