Schönes Wochenende!

19. Januar 2009 | Kategorie: Kommentare

Erinnern Sie sich an die gestern veröffentlichten US-Baubeginne? Sie stiegen im Juni um +9,1%. Die US-Baugenehmigungen wurden mit +11,6% ausgewiesen. Ich war nicht sicher, ob ich einen Optiker oder einen Nervenarzt zu Rate ziehen sollte. Doch COSA von Markt-Daten.de hat etwas erstaunliches gefunden:

Alleinig die Häuser mit mehr als 5 Einheiten im Nordosten waren mit sagenhaften +102,6% für diesen Anstieg verantwortlich. Wer aber jetzt einen unerwarteten Bauboom erwartet, der wird enttäuscht; New York City hat lediglich die Kodes der Baubranche geändert. Damit klettern die Baubeginne im Nordosten auf einem 28-Jahrehoch.

Die Gedanken sind frei. Haben Sie schon mal von den neuen Zeltstädten um die Region von Los Angeles gehört? Vielleicht fließen die Zelte demnächst in die Baubeginne mit ein.

Obwohl ich in den letzten Tagen immer wieder einige Extrarunden um meinen Wohnblock gefahren bin, will und will es nicht wärmer werden. In manchen Gebieten wird schon am Abend die Heizung aufgedreht. Man hört auch, dass viele darauf warten, dass die Heizölpreise von derzeit 94 cents pro Liter beginnen zu bröckeln. Irgendwann muss den Tank für den Winter gefüllt werden. Bei vielen bleibt er leer. So ein Tank fasst gerne mal 3000 Liter bzw. schluckt damit knappe 3000 Euro – und das jährlich. Auch an der Tankstelle meines Misstrauens bleibt die Dieselanzeige bei 1,51 EUR heute eingerostet, obwohl der Ölpreis inzwischen 18 USD gefallen ist.

Ich werde täglich weitere Runden um den Block fahren, als Solidaritätsbeweis, dass ich für einen milden Winter bin, denn die Energieversorger drehen wieder an der Preisschraube. Strom wird im August noch teurer. Nach Angaben des Verbraucherportals Verivox wollen zum 1. August 29 Stromanbieter ihre Preise erhöhen, im Schnitt um sechs Prozent. Wer in Ansbach wohnt, sollte schon sich schon mal warm anziehen. Hier steigen die Preise um 14 Prozent. Ich wette, die Kerzenpreise steigen um den gleichen Prozentsatz.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund plädierte jetzt für eine günstige Mindestmenge Strom für alle. DGB-Vorstand Dietmar Hexel sagte der «Berliner Zeitung» „ein diskussionswürdiges Modell könne ein «unbürokratisches Basis-Deputat an Strom sein». Es garantiere für jeden Haushalt eine bestimmte Grundmenge Strom zu einem bezahlbaren Preis. Nettes Deutsch. Gleiches wird man wahrscheinlich für Gas, Öl und Benzin fordern. Wann gibt es Essensmarken in Deutschland?

Wikipedia meldet folgendes:

In den USA hungerten im Jahr 2005 10,8 Millionen US-Bürger. Insgesamt waren es gar 35 Millionen, also jeder achte US-Amerikaner, die „Schwierigkeiten hatten, sich zu ernähren“. Offiziell gibt es jedoch keine „Hungernden“, da die US-Regierung seit dem November 2006 stattdessen von Menschen mit „sehr geringer Nahrungssicherheit“ spricht. Die Hilfsorganisation New York Food Bank gab im Juni 2008 bekannt, dass 3 Mio. New Yorker, also mehr als jeder dritte, nicht genug Geld für Lebensmittel haben. 2007 nahmen 1,3 Mio. New Yorker die Hilfe von Suppenküchen in Anspruch.

Vorhin lief gerade ein Beitrag in SWR – Rheinland-Pfalz. Die Tafel hat seit 2005 einen enormen Zulauf an Menschen, die ohne fremde Hilfe nicht mehr satt werden. Vor wenigen Wochen wurde aus München gemeldet, dass die Tafel dort wöchentlich 16.000 Menschen mit 100 Tonnen Nahrungsmitteln versorgt. Die Statistik sagt, dass 177.000 Menschen allein in München als arm gelten. Inzwischen gibt es 795 Tafeln in Deutschland. Seit der Einführung der Hartz-Gesetze im Jahr 2003 hat sich die Anzahl mehr als verdoppelt. Schauen Sie ab und zu mal nach Ihren Nachbarn!

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